Was Kirche auf dem Land bedeutet

 Der Raumländer Vikar Tim Elkar (4.v.l.) sorgte dafür, dass Kollegen seines Ausbildungsseminars jetzt Wittgenstein besuchten, wo die angehenden Pfarrer im Gespräch mit alten Hasen viel über die Probleme, aber auch die Chancen ihres Berufs hörten. Foto: Kirchenkreis
  • Der Raumländer Vikar Tim Elkar (4.v.l.) sorgte dafür, dass Kollegen seines Ausbildungsseminars jetzt Wittgenstein besuchten, wo die angehenden Pfarrer im Gespräch mit alten Hasen viel über die Probleme, aber auch die Chancen ihres Berufs hörten. Foto: Kirchenkreis
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sz - Obwohl ja der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein deutlich größer ist als Wittgenstein und sogar bis nach Eslohe und bis Winterberg reicht, hat er doch keine einzige Autobahn-Auffahrt. Das gibt sicher Minuspunkte, wenn es darum geht, junge Pfarrerinnen und Pfarrer für den Kirchenkreis zu finden. Darum war es ein gutes Gefühl, als im Oktober 2013 Tim Elkar sein Vikariat freudestrahlend und gern in Wittgenstein antrat, weil für den Siegerländer Wittgenstein tatsächlich die erste Wahl war, um seine Ausbildung zum Pfarrer im Arbeitsalltag zu komplettieren.

Und weil Tim Elkar seine Entscheidung offenbar nicht bedauert, lud er jetzt seinen Vikarskurs nach Wittgenstein ein. Das Seminar für pastorale Ausbildung in Wuppertal ist die Pfarrer-Ausbildungsstätte für vier Landeskirchen: die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche und die Evangelisch-Reformierte Kirche. Rheinische und Westfälische Landeskirche sponserten den Vikaren an diesem Exkursionstag Sprit und Sprinter, der Wittgensteiner Kirchenkreis die Verpflegung. „Schneewittchenstein“, wie der Kirchenkreis gern bei der Westfälischen Landeskirche in Bielefeld genannt wird, machte seinem Namen alle Ehre, auf dem Weg von Wuppertal musste viel Schnee überwunden werden.

Dass Wittgenstein trotz seiner ländlichen Strukturen jedoch alles andere als verschlafen ist, konnten die Vikarinnen und Vikar schnell erkennen. Zunächst stellte Dr. Dirk Spornhauer als Mentor von Tim Elkar dessen Kollegen die historischen, traditionsreichen Kirchen und Kapellen in Dotzlar, Sassenhausen, Raumland und Weidenhausen vor: „Wir sind ins Gespräch gekommen, was Kirche auf dem Land bedeutet“, erinnerte sich Tim Elkar, der sich darüber freute, dass sich so viele aus seinem Vikarskurs hatten einladen lassen. Nach einem Drei-Gänge-Menü in Raumland ging es nach Elsoff. Hier wurden die angehenden Pfarrer nicht nur von Wittgensteins Superintendent Stefan Berk begrüßt, sondern hörten auch viel von den Problemen, die Pfarrer künftig in ihrem Beruf erwarten. Dr. Ralf Kötter hat als Pfarrer der Lukas-Kirchengemeinde im Eder- und Elsofftal ein Buch geschrieben, das im Frühjahr 2014 veröffentlicht wurde.

In Zeiten des demographischen Wandels sei der Rückbau von Angeboten unvermeidbar, deshalb ermutigt Ralf Kötter zu neuen Kooperationen und Denkansätzen. Seine Problemanalyse verharrt dabei nicht in der Depression, sondern weist Auswege für die Kirche generell, aber auch gerade im ländlichen Raum. Im Buch „Das Land ist heil und weit“ geht es dem Lukas-Pfarrer um eine leidenschaftliche Kirche in der Mitte der Gesellschaft.

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