Was leisten Erziehungshilfen?

sz Siegen. Die Universität Siegen führte in Kooperation mit der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) eine Fachtagung zur Leistungsfähigkeit ambulanter Erziehungshilfen durch. Weitere Kooperationspartner waren die Stadt Siegen und der Kreis Siegen-Wittgenstein. Die Finanzierung der Tagung wurde vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Zu der dreitägigen Fachtagung hatten sich weit über 200 sozialpädagogische Fachkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich angemeldet. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie steht es um die Leistungsfähigkeit von ambulanten Erziehungshilfen? Mit ambulanten Erziehungshilfen bezeichnet die Fachwelt konkrete sozialpädagogische Hilfen für eine einzelne Familie und die Betreuung eines Kindes oder Jugendlichen, die sich in einer sehr schwierigen Situation befinden. Die Ausgaben alleine für die ambulanten für Hilfen zur Erziehung in Deutschland betragen 1,3 Mrd. Euro und sie spielen – auch im Vergleich zu den stationären Hilfen (Heimerziehung und Pflegefamilien) – eine immer wichtigere Rolle. So ist die Zahl der in der Sozialpädagogischen Familienhilfe betreuten Familien von 22 386 im Jahr 1997 auf 63 670 in 2007 gestiegen.

Auch die Zahl der ambulant betreuten Jugendlichen ist deutlich angestiegen. Insbesondere Familien, Kinder und Jugendliche in Lebenslagen, die durch Armut, ökonomische Unsicherheit und erhebliche psychische Belastungen geprägt sind, werden verstärkt zu Adressaten der professionellen Hilfen. Ein reger Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sollte stattfinden.

Vor dem Hintergrund einschlägiger Forschungsprojekte an der Universität Siegen und einem Modellprojekt in Nordrhein-Westfalen an 22 Standorten in Westfalen wurden neue Erkenntnisse und Erfahrungen zu den vielfältigen Facetten ambulanter Erziehungshilfen bearbeitet (die SZ berichtete).

In fünf Plenumsvorträgen, fünf Arbeitsgruppen und sechs Workshops wurde die Frage diskutiert, wie leistungsfähige Hilfen für Menschen in schwierigen Lebenslagen professionell organisiert werden können, um Familien wirkungsvoll zu unterstützen, Kindeswohlgefährdungen zu vermeiden und eine möglichst gute Entwicklung zu ermöglichen. Professionelle ambulante Erziehungshilfen seien durchaus in der Lage, die Lebens- und Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen deutlich zu verbessern, heißt es in der Pressemitteilung zur Veranstaltung.Weitere Informationen unter: http://www.uni-siegen.de

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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