SZ

Population in Siegen-Wittgenstein wächst
Waschbären werden zur Plage

Waschbären sehen süß aus, haben es aber faustdick hinter den Ohren. Ihre Population wächst von Jahr zu Jahr, und da sie in Menschennähe viel Futter finden, ziehen sie immer häufiger in die Dörfer.
2Bilder
  • Waschbären sehen süß aus, haben es aber faustdick hinter den Ohren. Ihre Population wächst von Jahr zu Jahr, und da sie in Menschennähe viel Futter finden, ziehen sie immer häufiger in die Dörfer.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

kalle Siegen/Bad Berleburg. Ihre kleinen Kulleraugen leuchten in der Nacht. Mit ihrem buschigen Schwanz sind nett sie anzuschauen – wenn man sie denn sieht. Das kommt immer häufiger vor. Waschbären suchen immer öfter den Weg zum schnellen Futter. In gelben Säcken, die sie einfach zerreißen, wühlen sie sich zwischen Joghurtbechern und Butterfolie durch, immer auf der Suche nach Fressbarem. Sehr geschickt sind sie mit ihren Pfoten, da ist das Öffnen eines Mülleimers überhaupt kein Problem für Waschbären.
Waschbären breiten sich in Siegen-Wittgenstein aus
Am Mittwoch erreichten die Redaktion zwei Wäschbären-Fotos unserer Leser. Katja Syndikus schickte aus Wilden ein Video, auf dem zu sehen war, wie ein Waschbär – trotz Übergewichts – versuchte, ein Vogelhäuschen im Garten zu kapern.

kalle Siegen/Bad Berleburg. Ihre kleinen Kulleraugen leuchten in der Nacht. Mit ihrem buschigen Schwanz sind nett sie anzuschauen – wenn man sie denn sieht. Das kommt immer häufiger vor. Waschbären suchen immer öfter den Weg zum schnellen Futter. In gelben Säcken, die sie einfach zerreißen, wühlen sie sich zwischen Joghurtbechern und Butterfolie durch, immer auf der Suche nach Fressbarem. Sehr geschickt sind sie mit ihren Pfoten, da ist das Öffnen eines Mülleimers überhaupt kein Problem für Waschbären.

Waschbären breiten sich in Siegen-Wittgenstein aus

Am Mittwoch erreichten die Redaktion zwei Wäschbären-Fotos unserer Leser. Katja Syndikus schickte aus Wilden ein Video, auf dem zu sehen war, wie ein Waschbär – trotz Übergewichts – versuchte, ein Vogelhäuschen im Garten zu kapern. Was ihm auch gelang. Anne und Michael Müller aus Netphen konnten ein Waschbären-Paar an der Balustrade ihres Hauses mit der Kamera erwischen.

Das Foto von Anne und Michael Müller aus Netphen zeigt zwei Waschbären bei „Turnübungen“ am Haus.
  • Das Foto von Anne und Michael Müller aus Netphen zeigt zwei Waschbären bei „Turnübungen“ am Haus.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Gerne lassen sich die Wildtiere auf Dachböden nieder, ziehen dort ihre Jungen groß. Die Tiere sind wahre Kletterkünstler, und ein Abfallrohr ist für sie das geringste Problem auf dem Weg zum heimeligen „Ollern“.
Die Ausbreitung von Waschbären im Kreis Siegen-Wittgenstein hält nach Auskunft des Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, Marcus Freudeberg, an. Die in unserer Region anzutreffenden Wildtiere stammen ursprünglich aus Nordamerika und haben sich vom Edersee aus längst in alle Richtungen verbreitet. Freudeberg: „Die Tiere haben keinerlei natürliche Feinde, und ein Weibchen wirft Jahr für Jahr bis zu drei Junge. Das lässt die Zahlen nach oben schnellen“.
Das Problem: „Die Tiere finden in der Urbanisation zu viel Nahrung“, sagt Marcus Freudeberg im SZ-Gespräch. Bei manchen Mitbürgern gehe zudem die Tierliebe einfach zu weit, Waschbären anzufüttern, sei nicht der richtige Weg.

Tötung eines Waschbären als Straftat

Hat man einen Waschbären oder gar eine ganze Familie auf seinem Terrain, dürfen die Tiere nicht in Eigenregie gefangen werden. Das Ganze kann sonst teuer werden, wenn die Untere Jagdbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein davon Wind bekommt. Schnell sind bis zu 5000 Euro Strafe fällig. Tötet man gar als Hausherr einen Waschbären, hat man eine Straftat begangen. Dann schaltet sich sogar die Staatsanwaltschaft ein.
Der korrekte Weg, sich von Waschbären im Haus oder Garten zu befreien, läuft eben über die Jagdbehörde, die dann einen „Jagdausübenden“ damit beauftragen kann, die Tiere mit einer Falle einzufangen. Doch diese Art der Fangjagd hat in der Jägerschaft keinen allzu großen Stellenwert.
Waschbären, die laut Europäischer Union in unseren Breitengraden als unerwünscht gelten, besitzen nicht nur einen enormen Niedlichkeitsfaktor, sondern haben auch die Möglichkeit, Krankheiten zu übertragen. Freudeberg: „Ich möchte keine Panik verbreiten, aber 50 Prozent der Waschbären haben einen Spulwurm, der auch Menschen befallen kann. Wenn es schlecht läuft, kann man vom Waschbärspulwurm blind werden. Die Übertragung läuft meist über den vertrockneten Kot der Tiere, die Würmer können, aufgewirbelt, auf Menschen überspringen.“

Waschbären sehen süß aus, haben es aber faustdick hinter den Ohren. Ihre Population wächst von Jahr zu Jahr, und da sie in Menschennähe viel Futter finden, ziehen sie immer häufiger in die Dörfer.
Das Foto von Anne und Michael Müller aus Netphen zeigt zwei Waschbären bei „Turnübungen“ am Haus.
Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

10 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
2 Bilder

Neues Angebot auf 57immo.de
Jetzt Immobilie von Experten bewerten lassen

Gründe für eine Immobilienbewertung gibt es viele: Sie kann erforderlich sein für den Kauf oder Verkauf eines Hauses, beim Schließen eines Ehevertrages oder auch beim Verschenken des Eigentums an die Kinder. Allgemein gilt: Wer den Wert seiner Immobilie kennt, hat in vielen Situationen einen Vorteil. Mit der Immobilienbewertung der Vorländer Mediengruppe bekommen Haus- und Wohnungsbesitzer nun ein passendes Werkzeug zur schnellen und zuverlässigen Einschätzung des Wertniveaus an die Hand – und...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.