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Burbach-Prozess geht weiter
Wegen Rauchens im "Problemzimmer"

Das Thema Corona war auch vor Gericht Thema.

mick Siegen/Burbach. Bevor im Hüttensaal der Siegerlandhalle eine weitere „Lesestunde“ ihren Anfang nahm mit weiteren Aussagen von „Burbach“-Zeugen, die für das Gericht nicht greifbar waren, machte sich auch dort am Montag zunächst einmal das Thema Corona bemerkbar. Draußen wurde noch schriftlich auf die bisherige Regelung verwiesen, die Maske bis zum Sitzplatz zu tragen. Ein Wachtmeister machte dann aber jeden Eintretenden mit der weitergehenden Pflicht bekannt: „Auf Anordnung der Siegerlandhalle.“ Beteiligte und Zuschauer saßen also maskiert in der Verhandlung, nur die jeweils lesende Person durfte sich „erleichtern“.
Im "Problemzimmer" eingesperrtZum besseren Verständnis: Erneut wurden drei polizeiliche Aussagen früherer Bewohner vorgelesen.

mick Siegen/Burbach. Bevor im Hüttensaal der Siegerlandhalle eine weitere „Lesestunde“ ihren Anfang nahm mit weiteren Aussagen von „Burbach“-Zeugen, die für das Gericht nicht greifbar waren, machte sich auch dort am Montag zunächst einmal das Thema Corona bemerkbar. Draußen wurde noch schriftlich auf die bisherige Regelung verwiesen, die Maske bis zum Sitzplatz zu tragen. Ein Wachtmeister machte dann aber jeden Eintretenden mit der weitergehenden Pflicht bekannt: „Auf Anordnung der Siegerlandhalle.“ Beteiligte und Zuschauer saßen also maskiert in der Verhandlung, nur die jeweils lesende Person durfte sich „erleichtern“.

Im "Problemzimmer" eingesperrt

Zum besseren Verständnis: Erneut wurden drei polizeiliche Aussagen früherer Bewohner vorgelesen. Alle weilten jeweils nur ein paar Tage in der Einrichtung. Einer kam wegen Rauchens zwei Stunden ins „Problemzimmer“ – unschuldig, wie er beteuerte. Was die Sicherheitsleute nicht hätten hören wollen.
Ein anderer wurde seinen Ausführungen zufolge mehrere Tage eingesperrt, weil er in eine Auseinandersetzung verwickelt war. Ein Marokkaner mit gebrochenem Arm habe einen Streit mit mehreren Syrern gehabt, und er habe diesem beistehen wollen. Dafür landeten beide Männer im „PZ“, der Zeuge sogar bei der Polizei. Die wiederum habe ihn nicht zurückgebracht: „Ich bin 25 Kilometer zu Fuß gelaufen.“ Bei seiner Ankunft im Lager sei er noch einmal für zwei Tage eingesperrt worden, zusammen mit dem Marokkaner. Der sei geschlagen worden, „weil er in die Zelle urinierte und ich mich beschwert habe“. Schließlich will der Zeuge noch angeboten haben, seinen Asylantrag zurückzunehmen, um schneller wieder freigelassen zu werden.

"Obersozialbetreuer" verhandlungsunfähig

In einer der Aussagen wird bestätigt, dass bei der Ankunft in Burbach auf Verbote und mögliche Strafen hingewiesen worden sei, „aber nicht auf das Problemzimmer“. Auf Nachfrage sei berichtet worden, es könne Nachteile bei der Zuteilung nach dem Lager geben, dann gehe es in ein kleines Dorf weit weg von der nächsten Stadt. Das soll der mehrfach erwähnte und derzeit verhandlungsunfähige „Obersozialbetreuer“ gesagt haben.
Abschließend bekamen die Anwesenden die Wahllichtbildvorlage zu sehen, die vor einer Woche auch schon im abgetrennten Verfahren gegen Steven K. eingeführt worden war – diesmal mit öffentlicher Verlesung der dazugehörigen Namen.

Ausfall eines Prozesstags wegen Virus

Im Prozess gegen K. wurde ansonsten nicht viel verhandelt. Der Angeklagte hatte sich krank gemeldet. Eher beiläufig kam heraus, dass der Ausfall des letzten Verhandlungstags vor der längeren Unterbrechung am 25. September ebenfalls mit dem Virus zu tun hatte. Einer der Angeklagten stand zeitweilig unter Coronaverdacht, wurde später negativ getestet. Dadurch war die Frist gehemmt, in der eigentlich hätte weiter verhandelt werden müssen.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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