SZ

Beschwerde beim Erzbistum Paderborn
Weihbischof König ohne Maske

Weihbischof Matthias König – hier bei einer Firmung jüngst in Kreuztal – bedauere die Nachlässigkeit. Zur Spendung des Sakraments der Firmung gebe es allerdings „von keiner Seite Vorgaben, sodass jeweils vor Ort die Situation einzuschätzen und über Maßnahmen im Einzelfall zu entscheiden ist“.
  • Weihbischof Matthias König – hier bei einer Firmung jüngst in Kreuztal – bedauere die Nachlässigkeit. Zur Spendung des Sakraments der Firmung gebe es allerdings „von keiner Seite Vorgaben, sodass jeweils vor Ort die Situation einzuschätzen und über Maßnahmen im Einzelfall zu entscheiden ist“.
  • Foto: kay
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

bjö Paderborn/Siegen. Mit der Frage, ob ein Bischof durch das Tragen einer Schutzmaske mit gutem Beispiel vorangehen sollte, beschäftigten sich in den vergangenen Wochen einige Katholiken der Region. Dass Weihbischof Matthias König dieses Vorbild auf seiner aktuellen Firmreise durch die Region nicht immer bot, führte zu einer Anfrage beim Erzbistum Paderborn. Die Antwort fiel kleinlaut aus: Der Weihbischof „ärgere sich über sich selbst, weil er sonst auf die Einhaltung der sogenannten AHA-Regeln achte“, teilte sein Pressesprecher Benjamin Krysmann auf Anfrage der SZ mit.

bjö Paderborn/Siegen. Mit der Frage, ob ein Bischof durch das Tragen einer Schutzmaske mit gutem Beispiel vorangehen sollte, beschäftigten sich in den vergangenen Wochen einige Katholiken der Region. Dass Weihbischof Matthias König dieses Vorbild auf seiner aktuellen Firmreise durch die Region nicht immer bot, führte zu einer Anfrage beim Erzbistum Paderborn. Die Antwort fiel kleinlaut aus: Der Weihbischof „ärgere sich über sich selbst, weil er sonst auf die Einhaltung der sogenannten AHA-Regeln achte“, teilte sein Pressesprecher Benjamin Krysmann auf Anfrage der SZ mit.

Weihbischof ohne Mund-Nasen-Schutz

Einem regelmäßigen Kirchgänger war wiederholt aufgefallen, dass der Weihbischof bei den Firmgottesdiensten in den Gemeinden des hiesigen Dekanats darauf verzichtete, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. „Zum Einzug zu Beginn des Gottesdienstes trugen alle am Einzug beteiligten Messdiener, Diakon und Priester einen Mund-Nasen-Schutz, nur der Weihbischof nicht“, empörte sich der Katholik in einer E-Mail an die Beschwerdestelle beim Erzbistum Paderborn.
Den Gottesdienst zelebrierte der Bischof ebenfalls ohne Mund-Nasen-Schutz – und das, so der Beobachter, „obwohl er jeden einzelnen Firmbewerber auf der Stirn bekreuzigt hat und ein paar Worte mit jedem von ihnen wechselte. Dabei konnte er natürlich auch nicht den gebotenen Abstand von 1,5 Metern einhalten.“ Das Gemeindemitglied findet deutliche Worte für die Haltung des Bischofs, möchte aber namentlich nicht öffentlich in Erscheinung treten, weil er möglichen Anfeindungen aus dem Weg gehen möchte, zumal er in der Gemeindearbeit seit Jahrzehnten aktiv eingebunden ist.

Haltung nicht nachvollziehbar

In seiner Beschwerde machte er seinem Unmut Luft: „Weihbischof König hat mit dieser Haltung ein im höchsten Maße respektloses Verhalten gegenüber den Firmbewerbern, deren Paten und Familien und darüber hinaus der gesamten Gemeinde an den Tag gelegt. Eine solche Haltung ist für einen Weihbischof nicht nachvollziehbar und in seiner Vorbildfunktion auch nicht entschuldbar.“
Zeitnah meldete sich Thomas Wendland vom erzbischöflichen Generalvikariat telefonisch beim Beschwerdeführer, um ihm besorgt zu signalisieren, dass er dankbar für den Hinweis aus dem Siegerland sei und zusichere, die Bedenken an den Weihbischof weiterzureichen. Als Ergebnis dieser Intervention erlebten die Katholiken im Nachgang einen weiteren Firmgottesdienst in Weidenau mit Weihbischof König: „Nachdem er beim Einzug wie alle anderen den Mund-Nasen-Schutz getragen hat, war damit sein Verantwortungsgefühl für die Einhaltung der Schutzbestimmungen erledigt“, berichtete der Beschwerdeführer erneut nach Paderborn.

Schutzkonzepte sollen nachgebessert werden

Auf Anfrage der SZ, wie sich der Weihbischof in zukünftigen Gottesdiensten in Sachen Pandemieschutz zu verhalten gedenke, folgte die Antwort des Pressesprechers ebenfalls prompt und schnell. Benjamin Krysmann schrieb, Weihbischof Matthias König und die Verantwortlichen vor Ort hätten „gelernt, dass die Schutzkonzepte für zukünftige Firmfeiern nachgebessert werden und in Situationen, in denen der Abstand von mindestens 150 Zentimetern nicht eingehalten werden kann, ein Mund-Nasen-Schutz von den handelnden Personen getragen wird.“Weihbischof König bedauere die Nachlässigkeit gerade an dieser Stelle. Korrekterweise konstatiert der Sprecher des Generalvikariats aber auch: „Religionsgemeinschaften regeln für die Bereiche ihrer praktischen Ausübung nach der in Nordrhein-Westfalen gültigen Fassung der Coronaschutzverordnung die Schutz- und Hygienemaßnahmen selbst. Das gelingt unter Beachtung der allgemeinen Richtlinien und Hinweise bislang mit gutem Erfolg.“ Konkret: Zur Spendung des Sakraments der Firmung gebe es „von keiner Seite Vorgaben, sodass jeweils vor Ort die Situation einzuschätzen und über Maßnahmen im Einzelfall zu entscheiden ist“. Einen zusätzlichen Ermessensspielraum biete die vorhandene Rückverfolgbarkeit. „Wie Firmfeiern unter Corona-Bedingungen gestaltet und durchgeführt werden, wird in der Regel bereits bei den Vorbereitungen vor Ort und gebenenfalls nach Rücksprache mit den örtlichen Behörden festgelegt, woran sich die meist ortsfremden Firmspender halten.“Bei der Bezeichnung der Stirn des Firmlings mit Salböl bleibe „ein Abstand gewahrt, auch wenn er für einen Augenblick sicher nicht mindestens 150 Zentimeter betragen kann“. Abstand hin, Abstand her: Der Beschwerdeführer nimmt den Weihbischof beim Wort und signalisierte gen Paderborn: „Ich werde weiter beobachten (lassen).“

Autor:

Björn Hadem aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen