Weihnachten hallte geistlich nach

 Der Berleburger Chor „Cantamus“ erhielt für die Darbietung beim Konzert in der Weidenhäuser Kirche viel Applaus. Gemeinsam mit Pfarrerin Berit Nolting brachten die Sängerinnen und Sänger den Geist des Weihnachtsfestes näher. Foto: bea
  • Der Berleburger Chor „Cantamus“ erhielt für die Darbietung beim Konzert in der Weidenhäuser Kirche viel Applaus. Gemeinsam mit Pfarrerin Berit Nolting brachten die Sängerinnen und Sänger den Geist des Weihnachtsfestes näher. Foto: bea
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bea - Als Pfarrerin Berit Nolting den aktuellen Gemeindebrief zum Korrekturlesen gegeben hatte, meldeten die Lektorinnen einen Tippfehler an: Ein Konzert „zum Ausklang der Weihnachtszeit“ war für den 18. Januar angekündigt. Am Sonntag lenkte Nolting in der Weidenhäuser Kirche ein: „Man hat nun viel mehr Zeit, die Weihnachtslieder zu hören“, erklärte sie. Diesen Gedanken teilten die 24 Sängerinnen und Sänger des Berleburger Vokalensembles „Cantamus“ und mit ihnen gut gefüllte Zuschauerreihen im örtlichen Gotteshaus, die sich bei Kerzen, Weihnachtsbäumen und einer Krippe noch einmal darauf einlassen wollten, die Advents- und Weihnachtsbotschaften in Gesang und in reiner Sprache zu erleben.

Unter dem Motto „Cantamus und Wort“ hatten die Bad Berleburger ein reichhaltiges Programm im Gepäck, das den Bogen spannte zwischen andächtigen Motetten und schwungvollen Spirituals, von der Musik des späten Mittelalters bis zu der des 20. Jahrhunderts. Zum Einstieg las Pfarrerin Berit Nolting aus dem zweiten Kapitel des Evangelisten Matthäus von der Suche der Weisen aus dem Morgenland nach dem Kind in der Krippe. Thematisch treffend schloss „Cantamus“ das Adventslied „Nun komm, der Heiden Heiland“ von dem im Konzert mehrfach vertretenen Martin Luther nach einem Satz von Melchior Vulpius an. Das Lied, das auf den altkirchlichen Hymnus „Veni redemptor gentium“ aus dem 4. Jahrhundert zurückgeht, erklang schwermütig und mit mächtig vollem Klang im Weidenhäuser Altarraum.

Einen lebendigen und schwungvollen Kontrast dazu bildete anschließend die Motette „Ein Kindlein ist uns heut‘ gebor’n“. Zwischen den Liedvorträgen richtete Berit Nolting die Gedanken der Zuhörer mit Texten, darunter Gedichte, Erzählungen, Kurzgeschichten und moderne Psalme, auf unterschiedliche Perspektiven auf das Weihnachtsfest. Zwei besondere Perlen des musikalischen Programms waren die bekannten Weihnachtslieder „Vom Himmel hoch, ihr Englein kommt“ und „Kommet, ihr Hirten“, die der 78-jährige Chorleiter Peter Metzger mit der eigenen Feder für einen vierstimmigen Chor gesetzt hatte. Die Fassung des ursprünglich böhmischen Weihnachtsliedes „Kommet, ihr Hirten“ konzentrierte sich dabei auf besondere Variationen in Rhythmik und Harmonik. Auf harmonisch reine Sequenzen, die der Melodie keinen Abbruch taten, folgten hier Passagen, in denen Metzger die Melodie verfremdete und den Rhythmus stark verlangsamte.

Modern wurde es später mit dem Spiritual „Mary had a Baby“. Hier beeindruckte der Chor die Gäste ganz besonders mit stimmgewaltigen Soli der Sopranstimmen, die auch anspruchsvolle Tonlängen meisterten. Einen fulminanten Abschluss fand das Konzert in den beiden achtstimmigen Motetten „Weihnachten“ und „Am Neujahrstag“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das Publikum dankte dem Berleburger Chor und Pfarrerin Berit Nolting nach einer guten Stunde mit lebendigem und langem Applaus für ein stimmungsvolles Konzert.

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