Weihnachtszeit – Erdnusszeit

Die DRK-Kinderklinik weist auf Gefahren durch Fremdkörper in der Luftröhre hin

sz Siegen. Gerade zur Weihnachtszeit haben Kinder häufig Gegenstände im Mund. Sie nutzen hier die Zunge, um den Gegenstand zu ertasten. Dies nutzen Kinder aus, um ihre Umwelt noch besser zu begreifen. Werden sie nun erschreckt, kann der Fremdkörper im Mund durch den reflektorischen heftigen Einatemzug in den Kehlkopf und in die Luftröhre gelangen. Es kommt zu einem heftigen Hustenanfall, evtl. bis zum Blauwerden.

Rutscht der Fremdkörper aus der Luftröhre in die Bronchien, lässt der Hustenreiz deutlich nach. Da Kinder meist gesunde Lungen haben, kommen sie mit den nicht betroffenen Lungenanteilen beim Atmen durchaus zurecht. Der Fremdkörper kann einen Bronchus völlig verstopfen, dann kommt es zur Minderbelüftung in dem dahinter liegenden Lungengewebe. Verschließt er den Bronchus nur teilweise, kann bei der Einatmung Luft nebenher in die Lungenanteile gelangen. Aber beim Ausatmen fällt der Bronchus etwas zusammen und verhindert so, dass die dahinter liegende Luft wieder entweichen kann. Ein Ventilmechanismus entsteht, der zu einer Überblähung der entsprechenden Lungenanteile führt.

Da der Fremdkörper in den Bronchien den Sekretabfluss stört, kommt es in relativ kurzer Zeit zu einer Lungenentzündung (Bronchopneumonie). Inzwischen ist das Hustenereignis evtl. schon vergessen und unter Antibiotika-Gabe klingen die Entzündungszeichen ab. Da jedoch die Ursache weiter besteht, kommt es nach Absetzen der Antibiotika wieder zu einer Lungenentzündung. Frühestens dann kommt man auf den Verdacht, dass dahinter ein Fremdkörper als Ursache stecken könnte.

Schon seit 1974 haben sich mit Einrichtung der Anästhesie-Abteilung an der DRK-Kinderklinik Siegen die Mitarbeiter darauf spezialisiert, durch eine Besichtigung der Luftröhre und Bronchien mit speziellen Instrumenten in Vollnarkose die Diagnose einer Fremdkörper-Aspiration (Verschlucken) zu stellen und durch Entfernen der Fremdkörper mit speziell konstruierten Zangen die Probleme dann zu beseitigen.

Der häufigste Fremdkörper, den die »Spezialisten« in der DRK-Kinderklinik Siegen aus kindlichen Bronchien entfernen, sind Erdnüsse. Grund: Erdnusshälften haben die Form eines Flugzeugflügels und »segeln« beim heftigen Einatmen besser. In der Vorweihnachtszeit, wenn Erdnüsse Saison haben, ist daher Vorsicht und Aufmerksamkeit von Seiten der Eltern gefragt. Andererseits werden auch Fremdkörper wie Stecknadeln, Heftzwecken oder auch Möhren- oder Apfelstückchen aus den Luftwegen geholt. Kritisch sind größere Fremdkörper, die im Rachen vor dem Kehlkopf liegen können oder so groß sind, dass sie in der Luftröhre stecken bleiben. Dies kann zu akutem Ersticken führen.

Bei größeren Fremdkörpern verweigern die Kinder zunächst das Schlucken und lassen den Speichel aus dem Mund fließen. Dann kann der Fremdkörper, wenn er länger in der Speiseröhre steckt, durch den Dauerdruck die Speiseröhre verletzen und in das Mittelfell wandern, wo es dann zu lebensbedrohlichen Entzündungen kommen kann.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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