Weiter Tücher auslegen

aww Siegen. „Es ist ein bisschen Warten auf Godot“, sagte Magnus Reitschuster kürzlich im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Was der Intendant des Apollo-Theaters meinte, war das: Noch immer hat der Generalübernehmer Building Agency die letzten Nachbesserungsmaßnahmen an dem Siegener Kulturtempel nicht durchgeführt, müssen akustische Mängel von den Apollo-Mitarbeitern selbst mit viel Aufwand ausgeglichen werden.

Soll heißen, vor Sprechtheater-Aufführungen werden Tücher auf dem Schnürboden ausgelegt, die den Hall schlucken und somit eine bessere Textverständlichkeit gewährleisten. Damit, das betont Magnus Reitschuster, funktioniere es auch jetzt schon. Auch werden auf dem Seitenbühnen-Bereich links und rechts Holzwände aufgebaut, um den Klang zu kanalisieren. Bei Konzerten, das ist bekannt, ist die Apollo-Akustik sowieso ausgezeichnet, weshalb das große Tücher-Auslegen ausbleiben kann. Dennoch: „Es muss endlich was passieren“, fordert der Intendant.

Siegens Bürgermeister Steffen Mues hat sich der Sache persönlich angenommen, denn er hat sehr wohl selbst erlebt, dass bei komplizierten Theaterstücken die Verständlichkeit „nicht der wahre Jakob“ ist. Im SZ-Gespräch erklärte Mues gestern noch einmal kurz den gegenwärtigen Stand der Dinge. Dass die Building Agency eigentlich noch Forderungen in Höhe von rund 1 Mill. Euro gehabt habe, die Stadt aber der Auffassung sei, dass es mit 350 000 Euro (die auch im Haushalt eingeplant sind) getan sein müsse. Darauf, so der Bürgermeister, gehe die Building Agency ein. Ein Vergleich. So weit, so gut.

Bezüglich der Akustik sei die Stadt der Auffassung, dass der Generalübernehmer falsch geplant habe. Der sei auch bereit, etwas zu unternehmen, habe allerdings das Ansinnen geäußert, nur noch einmal nachzubessern und dann heraus aus der Angelegenheit zu sein. „Bei der Building Agency ist das Thema Apollo kein Thema mehr“, gibt sich Mues realistisch. Allerdings will die Stadt selbstverständlich gewährleistet sehen, dass die Nachbesserungsmaßnahmen auch tatsächlich den gewünschten Effekt erzielen. Deshalb würden derzeit „objektive Parameter zur Beseitigung von Akustikmängeln“ erarbeitet. Soll heißen: Es müsse von vornherein festgelegt werden, wie eine Verbesserung erreicht werden könne. Soll wiederum heißen: Was muss wo – akustisch – gemessen werden? Daran werde gegenwärtig gearbeitet. Damit befasst sind gleich drei Akustik-Fachleute: einer von der Building Agency, einer von der Stadt Siegen und ein unabhängiger Gutachter.

Auf einen Zeitrahmen, in dem die Mängel beseitigt sein könnten, will sich der Bürgermeister nicht festlegen. Auch, gibt er einschränkend zu, beruhe der erzielte Konsens auf einer mündlichen Verabredung mit der Building Agency. Heißt für die Apollo-Crew also erst mal weiterhin: Tücher auslegen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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