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Längst nicht alle Lehranstalten machen am Montag auf - UPDATE
Weiterführende Schulen starten mit Distanzunterricht

Auch am Löhrtor geht es am Montag noch mit Distanzunterricht los.
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  • Foto: pebe
  • hochgeladen von Marc Thomas

thor/ch/vö Siegen/Bad Berleburg. Planungssicherheit ist ein hohes Gut. Planungssicherheit ist aber auch ein Wort, das inzwischen sämtliche Schulleitungen in Deutschland aus ihrem Vokabular gestrichen haben dürften. Auch in NRW. Auch in Siegen-Wittgenstein.

Die Nachricht am späten Freitagabend aus dem Düsseldorfer Gesundheitsministerium, dass die Schulen im Kreis in der letzten Aprilwoche doch wieder in den Wechselunterricht zurückkehren dürfen, hat die Verantwortlichen in den Lehrerzimmern völlig überrascht. Sie waren davon ausgegangen, dass aufgrund der Entwicklung der heimischen Inzidenzzahlen zunächst weiter Distanzunterricht angesagt ist. Am Wochenende war also für die Schulleitungen definitiv keine Entspannung bei der Gartenarbeit angesagt.

thor/ch/vö Siegen/Bad Berleburg. Planungssicherheit ist ein hohes Gut. Planungssicherheit ist aber auch ein Wort, das inzwischen sämtliche Schulleitungen in Deutschland aus ihrem Vokabular gestrichen haben dürften. Auch in NRW. Auch in Siegen-Wittgenstein.

Die Nachricht am späten Freitagabend aus dem Düsseldorfer Gesundheitsministerium, dass die Schulen im Kreis in der letzten Aprilwoche doch wieder in den Wechselunterricht zurückkehren dürfen, hat die Verantwortlichen in den Lehrerzimmern völlig überrascht. Sie waren davon ausgegangen, dass aufgrund der Entwicklung der heimischen Inzidenzzahlen zunächst weiter Distanzunterricht angesagt ist. Am Wochenende war also für die Schulleitungen definitiv keine Entspannung bei der Gartenarbeit angesagt. „Die Kurzfristigkeit dieser Entscheidung ist von ganz oben her angelegt, und ich möchte mich ausdrücklich für entstandene Mehrarbeit, Wochenendarbeit und Problemlagen entschuldigen. Wir sind als Schule in dieses Verwaltungssystem eingebunden und versuchen, das Bestmögliche aus der Situation zu machen“, erklärte Clemens Binder, Leiter des Bad Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasiums.

„Das neue Gesetz ist das Schlimmste, was uns passieren konnte“, brachte es Annette Dürholt auf den Punkt. Die Leiterin der Spandauer Schule in Siegen bezog sich damit nicht nur auf die veränderten Zuständigkeiten durch die Bundes-Notbremse. „Die Regelungen sind jetzt so flexibel und variabel geworden, dass es für die Eltern eigentlich untragbar ist.“

Bei Schwellenwert von über 165 werden Klassen geschlossen

Wie berichtet, lautet die neue Regelung: Wenn an drei aufeinander folgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 165 überschreitet, werden die Klassenzimmer geschlossen.

Die Krux: Diese „Notbremse“ tritt aber erst am übernächsten Tag in Kraft. Für Dürholt steht fest, dass spätestens mit dieser Regelung die Eltern jeden Durchblick verloren haben. Sie hätte sich lieber glasklare Regelungen für einen längeren Zeitraum von beispielsweise 14 Tagen gewünscht.

Am Samstagvormittag hat es eine mehrstündige Video-Konferenz mit Vertretern der Grundschulen, des Schulamts und der Landesregierung gegeben. Am Ende sei vereinbart worden, dass alle Grundschulen im Kreis Siegen-Wittgenstein einheitlich am Montag überall in den Wechselunterricht übergehen. Doch das ist nicht überall der Fall (s. Kasten). Denn neben dem reinen Unterricht müssen schließlich auch Dinge wie Schulbetreuung, Reinigung und Schülertransport organisiert werden. Das braucht Vorlauf, weswegen die Schulen – egal ob Grundschulen oder weiterführende Schulen unterschiedlich in die neue Woche starten.

Wegen Abi-Prüfungen mit Räumen jonglieren

So nahmen auch die Leiter der Siegener Gymnasien direkt am Samstag Kontakt untereinander auf. Ihr Problem: Auf einen Wechselunterricht sei man grundsätzlich vorbereitet und habe diesen auch schon vor den Osterferien praktiziert, nun aber ständen die Abiturprüfungen an, sagte Sven Berghäuser, Chef an der „Morgenröthe“ in Niederschelden. Und das bedeutet, dass einmal mehr mit Personal und Räumen jongliert werden müsse. Ob man diese Planung schon am Montag oder erst am Dienstag abschließen könne, sei schwer einzuschätzen.

In einer Rundmail hatte der Schulleiter am Freitagnachmittag die Eltern darüber in Kenntnis gesetzt, dass zumindest am Montag noch Distanzunterricht stattfinden wird. Die einzige verbindliche Nachricht: Bis zu den Sommerferien werde es in den Klassenstufen 5 bis 9 nur noch eine Klassenarbeit pro Fach geben.

Schulöffnungen: Flickenteppich Ab Montag greift das neue Infektionsschutzgesetz auch im Schulbetrieb. Bis zur Sieben-Tage-Inzidenz von 165 dürfen die Klassenzimmer öffnen, Präsenz-unterricht ist also angesagt – aber nicht alle starten in dieser Woche sofort durch: Bad Berleburg: Mehrere Grund- und die weiterführenden Schulen legen am Montag mit dem Wechselunterricht los. Bad Laasphe: Die meisten Grundschulen gehen am Montag in den Wechselunterricht, die weiterführenden Schulen am Schloss wollen noch etwas Zeit gewinnen und starten erst am Mittwoch in den Wechselunterricht. Burbach: Die Schulen legen erst ab Mittwoch mit dem Wechselunterricht los. Erndtebrück: Die Schulen kehren direkt am Montag in den Wechselunterricht zurück. Freudenberg, Hilchenbach und Kreuztal: Alle Schulformen legen direkt am Montag mit dem Wechselunterricht los. Neunkirchen: Die Schulen starten erst ab Mittwoch in den Wechselunterricht. Netphen: Grund- und weiterführende Schulen starten am Montag zunächst mit Distanzunterricht. Siegen: Die Grundschüler dürfen in den Wechselunterricht, die weiterführenden Schulen unterrichten bis Dienstag einschließlich aus der Ferne; das Evau und das FJM-Gymnasium bleiben die ganze Woche im Distanzunterricht. Wilnsdorf: Die Schulen starten frühestens ab Mittwoch in den Wechselunterricht.

KOMMENTAR:

Her mit der Schüler-Inzidenz
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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