BIS AUF WEITERES
Wen wundert’s?

SZ-Redakteur Jan Schäfer.
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Na herzlichen Glückwunsch, es ist wieder so weit. Eine weitere Notbremse wird gezogen, diesmal kräftig. Die dritte Welle der Pandemie ist längst herangerollt, Infektionszahlen und Inzidenzwerte erklimmen besorgniserregende Höhen. Das dritte große I in der Corona-Wortwolke, das Impfen, kann da in seiner zögerlichen Verabreichungsform offenbar nicht kräftig genug gegensteuern. Wir müssen uns wohl oder übel noch länger auf massive Beschränkungen einstellen, uns disziplinieren und am Riemen reißen – auch beim anstehenden Osterfest soll das Verkrümeln in die eigenen vier Wände die Eiersuche im großen Familienbund ersetzen. Lockdown ohne Lockerungen.
Ganz ehrlich, das frustriert. Nicht, dass ich einen einfachen Ausweg sehen würde aus der brisanten Lage. Die Schleusen jetzt zu öffnen, wäre sicher kaum zu verantworten. Aber wieso bitteschön kommen wir nicht raus aus diesem Infektionsgeschehen? Sind wieder nur die Mutanten schuld?
Ich fürchte, so einfach ist es nicht. Auch wenn man das derzeit eigentlich nicht tun sollte: Einige von uns müssten sich an die eigene Nase packen. Während sich die einen strikt und ständig an die Beschränkungen halten und daran sicher keine Freude haben, sieht man sie doch immer wieder und überall – die Unverbesserlichen. Damit meine ich nicht nur diejenigen, die sich zu Tausenden auf Demos zum gemeinsamen Virusschleudern verabreden. Ich meine auch all diejenigen, die im Kleinen unvernünftig sind – die ihre Maske höchstens halbherzig tragen (dass der Begriff „Mund-Nasen-Schutz“ an sich schon eine eindeutige Gebrauchsanweisung ist, müsste vielleicht noch einmal betont werden). Oder diejenigen, die weiterhin nah gruppiert beieinanderstehen und fröhlich plaudern, sich weiterhin in ungelüfteter Wohnung mit Freunden treffen, als sei nichts gewesen, die sich zur Begrüßung munter herzen und die Hände schütteln.
Und zu allem Überfluss diejenigen, die allen Ernstes lautstark und feucht in die Handfläche niesen. Igitt, auch die gibt’s noch. Wundern dürfen wir uns also nicht.

j.schaefer@siegener-zeitung.de

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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