Positive Folge der Corona-Pandemie
Weniger Infektionen mit dem Norovirus

Norovirus: Die Erkrankung verläuft meistens mit plötzlich einsetzendem heftigen Erbrechen und Durchfall mit Magen- oder Darmkrämpfen.
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sp Siegen. Um 64,2 Prozent ist das Norovirus laut der DAK-Gesundheit in NRW zurückgegangen. Ein Rückgang wie er nach Angaben der Krankenkasse bei vielen Infektionskrankheiten festzustellen ist, und der sich mit den Hygienemaßnahmen im Corona-Jahr 2020 begründen lasse. Die DAK-Gesundheit analysierte die Zahlen des Robert-Koch-Instituts. „Das Norovirus spielt aktuell keine Rolle“, sagt auch Dr. Christian Stoffers, Pressesprecher der Mariengesellschaft Siegen. „Im Januar ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Ausbrüchen gekommen, letztes Jahr zum Beispiel im Marienheim. Dieses Jahr ist das bisher ausgeblieben“, so Stoffers.

Deutlich weniger Norovirus-Fälle im Kreisklinikum Siegen

Einen deutlichen Rückgang der Norovirus-Fälle verzeichnet das Kreisklinikum Siegen. Im Zeitraum von März 2020 bis zum Ende dieses Monats seien zwei Patienten wegen Noroviren behandelt worden. In der Zeit von März 2019 bis Januar 2020 waren es rund 50 Personen. Den Rückgang begründet das Klinikum auch mit den Kontakbeschränkungen und den Schließungen von Einrichtungen wie Schulen. Das Diakonie Klinikum Jung-Stilling gab an, dass es seit Beginn der Maskenpflicht am 1. April 2020 bis jetzt keinen einzigen Norovirus-Fall mehr gegeben habe. „Woran das liegt, wissen wir nicht. Ein Zusammenhang mit den besonderen Hygienemaßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie wie Mund-Nasen-Schutz liegt nahe“, heißt es. Anfang 2020 habe es zwei, 2019 sechs Ausbrüche gegeben.
Etwas anders sehen die Zahlen des Gesundheitsamtes des Siegen-Wittgenstein aus. Eine Meldepflicht für das Norovirus besteht, wenn der Infizierte beruflich mit Lebensmitteln umgeht (z. B. in der Küche arbeitet) oder aber wenn mindestens zwei Fälle im Zusammenhang auftreten – dann ist die Rede von Ausbrüchen. „Erfahrungsgemäß schwanken die gemeldeten Zahlen von Jahr zu Jahr – auch unabhängig von Corona“, heißt es vom Gesundheitsamt.

Noroviren verbreiten sich hauptsächlich im Winter

Im gesamten vergangenen Jahr waren es 220 Fälle – mit zu bedenken: die ersten Corona-Maßnahmen wurden erst Ende März 2020 getroffen. Zum Vergleich: 2019 wurden dem Gesundheitsamt 165 Fälle gemeldet (2018: 195, 2017: 130). Eine genaue Antwort darauf, warum die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr höher war, hat das Gesundheitsamt nicht. „Sie hängt ab von vielen Faktoren.“ Einen besonders großen Ausbruch habe es nicht gegeben, es sei „ein ganz normales Noroviren-Jahr“ gewesen. Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie könnten helfen, aber dennoch begegneten sich Menschen.
Noroviren sind nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit NRW sehr umweltresistent und verbreiten sich hauptsächlich im Winterhalbjahr. Infektionen können aber das ganze Jahr über auftreten. Übertragen werden die stark ansteckenden Viren von Mensch zu Mensch durch den Kontakt mit Stuhl oder Erbrochenem, über die Hände oder auch über kontaminierte Gegenstände oder Lebensmittel. Die Erkrankung verläuft meistens mit plötzlich einsetzendem heftigen Erbrechen und Durchfall mit Magen- oder Darmkrämpfen. Da es viele verschiedene Arten von Noroviren gibt, kann man, auch wenn man bereits eine Infektion hatte, wieder erkranken. Betroffene sind während der akuten Erkrankung ansteckend und mindestens bis zu 48 Stunden nach Ende der Symptome. Eine wichtige Schutzmaßnahme gegen Noroviren ist das gründliche Händewaschen.
Laut des Landeszentrums Gesundheit ist üblicherweise eine Zunahme der Norovirus-Aktivität ab Ende Oktober mit einem Gipfel zwischen Ende Januar und Anfang März zu beobachten.
Und: „Ein Großteil der Norovirus-Erkrankungen tritt im Rahmen von Ausbrüchen auf. Betroffen sind häufig Gemeinschaftseinrichtungen, zum Beispiel Altenheime, Kindertagesstätten und Krankenhäuser.“

Norovirus: Die Erkrankung verläuft meistens mit plötzlich einsetzendem heftigen Erbrechen und Durchfall mit Magen- oder Darmkrämpfen.
Ursache sind diese kleinen Viren.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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