Wenn das Ei nicht nur bunt werden soll

 Die Niederlaaspherin Inge Wetter (r.) gehörte gestern Nachmittag zu den Ausstellerinnen im Heimatmuseum in Feudingen. Sie zeigte Dekorationen für Ostern und den Frühling.  Anne Bade (l.) zeigte mehrere Verziertechniken für Ostereier. Fotos: Björn Weyand
  • Die Niederlaaspherin Inge Wetter (r.) gehörte gestern Nachmittag zu den Ausstellerinnen im Heimatmuseum in Feudingen. Sie zeigte Dekorationen für Ostern und den Frühling. Anne Bade (l.) zeigte mehrere Verziertechniken für Ostereier. Fotos: Björn Weyand
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

bw - Der Andrang war enorm im Heimatmuseum des Oberen Lahntals – selbst die Vollsperrung der Straße „Zum Hainberg“ hielt viele Menschen nicht vom Besuch der Osterausstellung im Feudinger Museum ab. Denn die hatte eine Menge zu bieten. Im Erdgeschoss zeigten beispielsweise drei Ausstellerinnen ihre kreativen Arbeiten zum Thema Ostern und Frühling. Zu ihnen gehörte auch die Niederlaaspherin Inge Wetter mit ihren selbst gefertigten Handarbeiten und Gestecken. Im Oktober hatte sie erstmals am Historischen Markt im Rahmen des Feudinger Dorfjubiläums teilgenommen – gestern war sie sehr gerne auch beim österlichen Öffnungstag dabei, der im Feudinger Heimatmuseum traditionell an Karfreitag stattfindet. Der Besuch sei sehr gut, freute sich die Niederlaaspherin, die immer dann, wenn sie Zeit hat, an ihren Handarbeiten sitzt. Und da muss sie auch ihrer Zeit weit voraus sein: Kurz nach Weihnachten habe sie mit den Osterdekorationen losgelegt, verriet sie.

Auch ein Stockwerk höher ging es sehr österlich zur Sache. Hier zeigte Anne Bade eine kleine Ausstellung mit vielfältig verzierten Ostereiern, die kleine Kunstwerke darstellten. Zu sehen waren etwa Mardorfer Eier, die weltweit eine Berühmtheit erlangt haben. Ihren Ursprung haben diese Ostereier im benachbarten Kreis Marburg-Biedenkopf, genauer gesagt in den beiden Ortschaften Mardorf und Erfurtshausen in der Stadt Amöneburg. Die Verziertechnik ist schon alt: Sie kann bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Das rohe Ei wird dabei mit erhitztem flüssigem Bienenwachs mit einer Stahlfeder bemalt und beschriftet. Danach wird das verzierte Ei so lange in heiße Farbe getaucht, bis das Wachs weich geworden ist. Das Ei wird aus dem Farbbad genommen und das Wachs abgewischt. An den frei gewordenen Stellen kommt dadurch die Naturfarbe des Eis zum Vorschein. Die aufgemalten Sprüche sind letztlich charakteristisch für die Mardorfer Eier. Sie werden in Sütterlin-Schrift aufgetragen und beinhalten neben frommen Belehrungen auch Motive der Liebe, Freundschaft und Treue. Übrigens: Die rohen Eier trocknen mit der Zeit ein und halten dadurch sehr lange. Anne Bade zeigte aber auch noch Ostereier, die mit anderen Techniken oder mit Naturfarben ihr buntes Äußeres erhalten hatten.

Nebenan zeigte das Team des Heimatmuseums einen traditionell gestaltetenen Osterkaffeetisch, natürlich auch mit einem gebackenen Osterlamm. Für die jüngeren Besucher bot sich die Eierbahn als Anziehungspunkt an, sie konnten Eier auch färben oder werfen.

Wie schon beim Historischen Markt bot die Feudinger Backhausgemeinschaft wieder Apfelsaft und selbstgemachte Marmelade an. Und volles Haus herrschte auch in der historischen Wirtsstube, wo sich viele Besucher ihre Waffel schmecken ließen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen