Wenn der Pfarrer auf Youtube predigt

Auch die Kleinsten feierten das Kirchenjubiläum mit – Nachwuchssorgen hat die Kirchengemeinde Trupbach-Seelbach nicht, zumal der Pfarrer die frohe Botschaft auch im Internet verbreitet.  Foto: rö
  • Auch die Kleinsten feierten das Kirchenjubiläum mit – Nachwuchssorgen hat die Kirchengemeinde Trupbach-Seelbach nicht, zumal der Pfarrer die frohe Botschaft auch im Internet verbreitet. Foto: rö
  • hochgeladen von Karin Röcher-Erhardt (Freie Mitarbeiterin)

rö  Ihr Ruf, nicht immer unkritisch dem jeweils aktuellen „Mainstream“ in der evangelischen Kirche Folge leisten zu wollen, eilt ihr schon seit Langem weit über den Siegener Stadtteil Trupbach voraus. Und einer ihrer Pfarrer, Olaf Latzel, brachte es dadurch sogar vor einigen Jahren in die bundesweiten politischen Schlagzeilen. Die Rede ist von der Auferstehungskirche, dem geistlichen Zentrum der ev. Kirchengemeinde Trupbach-Seelbach.

Eine evangelisch-reformierte Kirchengemeinde, die auch jetzt – entgegen so manchen mittlerweile gängigen Interpretationen an derzeitigen universitären theologischen Fachbereichen – zu ihrem 50. Geburtstag immer noch fest zu ihrem Gründungsleitmotiv steht: dem Bekenntnis zu einer bibeltreuen Gemeinde. Dass dieses Bekenntnis erst recht vor dem Hintergrund aktueller Umbrüche in unserer Gesellschaft ungebrochen die Basis für sämtliche kirchengemeindliche Arbeit bildet, davon zeugten auch jetzt beim Festgottesdienst neben der Predigt von Friedhelm Boller (langjähriger Auferstehungskirchen-Pfarrer von 1974 bis 1998) viele andere geistliche Festbeiträge.

Ausgangspunkt für die Festpredigt bildete Psalm 127,1: „Der Herr selbst muss das Haus bauen, sonst arbeiten die Bauleute vergeblich. Der Herr selbst muss die Stadt beschützen, sonst ist jede Wache umsonst.“ Dabei führte Boller etliche Begebenheiten an, die seines Erachtens ganz klar beispielhaft immer wieder Gottes Wirken in der Kirchengemeinde widergespiegelt hätten. Unter anderem bei seiner eigenen Berufung nach Trupbach. Vor seiner Vorstellung habe sich das damalige Presbyterium eigentlich für einen anderen Mitbewerber entschieden, bekannte Boller ganz offen. Doch nach einem intensiven gemeinsamen Gebet des Presbyteriums habe dieses sich plötzlich für ihn ausgesprochen, so der ehemalige „Trupianer“ weiter.

Mit Vehemenz erinnerte er danach an folgende Begebenheit: Nicht abzulassen von den Worten der Heiligen Schrift sei im Jahr 1974 am meisten sichtbar geworden, als das damalige Presbyterium seiner Wächterfunktion hinsichtlich eines Predigtverbotes für vier andere Pfarrer strikt nachgekommen sei. Denn diese vier hätten damals kategorisch die Auferstehung Jesu von den Toten bestritten.

Beim Thema christliche Jugendarbeit habe sich immer wieder Gottes Zustimmung gezeigt. Sei es in Form schönen Wetters bei Freizeiten in der freien Natur und erst recht in Form einer enormen Resonanz in den 1970er-Jahren auf eine gänzlich neue Jugendarbeit, indem man anfangs in einer Teestube und später dann sogar in einer Eisdiele mittels vieler ehrenamtlicher Mitarbeitergespräche viele weitere junge Menschen zum christlichen Glauben habe bewegen können, so Bollers weitere Ausführungen.

Wie es sich für einen Festgottesdienst gehört, gab es zu diesem Anlass neben der Begrüßung durch den jetzigen Hausherrn der Auferstehungskirche, Pfarrer Dr. Christian Schwark, natürlich auch etliche weitere Grußworte in der fast vollbesetzten Kirche. Darunter auch von Wolfgang Cavelius, dem 1. Beigeordneten der Stadt Siegen. Er gratulierte der Festgemeinde zum Jubiläum im Namen von Rat und Verwaltung. Die Gemeinde trage dazu bei, dass die Auferstehungskirche ein wichtiger Teil des so gut funktionierenden Dorflebens in Trupbach und Seelbach sei. Cavelius hob die von Pfarrer Schwark ins Leben gerufene Social-Media-Präsenz hervor, wodurch sich die Zuhörerschaft sicher deutlich erweitere. Mit seinen auf Youtube geposteten Predigten bewege sich die Auferstehungskirchengemeinde am Puls der Zeit.

Doch Nachwuchssorgen muss man sich in der Auferstehungskirche mit ihren derzeit rund 200 ehrenamtlichen Mitarbeitern ohnehin nicht machen. Bibelstunde und Gebetskreis erfreuen sich laut Christian Schwark auch nach 50 Jahren ebenso wie all die anderen vielen Angebote der Kirchengemeinde ungebrochener Beliebtheit. Mit welchem Eifer die Jüngsten mit dabei sind, davon zeugte zum Auftakt der Festveranstaltung das Lied von der Glocke, vorgetragen von den „KidsGo“ (den Kindergottesdienstkindern) unter der Leitung von Tina Schwark. Für weitere musikalische Klänge sorgte neben einigen gemeinsam gesungenen Kirchenliedern die CVJM-Brass-Band Geisweid.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es weiter mit Bildern, Interviews und Erinnerungen aus 50 Jahren Kirchengeschichte.

Autor:

Karin Röcher-Erhardt (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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