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Anwältin Anja Dornhoff vertritt Geschädigte
Wenn Impfstoff zum Streitthema wird

Rechtsanwältin Anja Dornhoff hat sich auf Impfschäden spezialisiert.

goeb Kirchen. Anja Dornhoff von der Kirchener Kanzlei Dornhoff & Arnal berät Medizingeschädigte juristisch. Sie ist bundesweit die einzige Rechtsanwältin, die schwerpunktmäßig Klienten vertritt, die einen Impfschaden erlitten haben. In den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte sie besonders, als sie Mandate von Bürgern übernahm, die sich 2009 gegen die Schweinegrippe hatten impfen lassen und zum Teil schwere Schäden davongetragen haben.

Frau Dornhoff, sind Sie eigentlich eine Impfgegnerin?
Ganz und gar nicht. Hier geht es nicht um ja oder nein, impfen oder nicht impfen. Mich interessiert ausschließlich die Frage, womit geimpft wird.Womit beschäftigen Sie sich beruflich hauptsächlich?

goeb Kirchen. Anja Dornhoff von der Kirchener Kanzlei Dornhoff & Arnal berät Medizingeschädigte juristisch. Sie ist bundesweit die einzige Rechtsanwältin, die schwerpunktmäßig Klienten vertritt, die einen Impfschaden erlitten haben. In den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte sie besonders, als sie Mandate von Bürgern übernahm, die sich 2009 gegen die Schweinegrippe hatten impfen lassen und zum Teil schwere Schäden davongetragen haben.

Frau Dornhoff, sind Sie eigentlich eine Impfgegnerin?

  • Ganz und gar nicht. Hier geht es nicht um ja oder nein, impfen oder nicht impfen. Mich interessiert ausschließlich die Frage, womit geimpft wird.

Womit beschäftigen Sie sich beruflich hauptsächlich?

  • Seit mehr als 20 Jahren bin ich im Impfrecht, im Bereich des Medizin- und Arzthaftungsrechts sowie der privaten Unfallversicherung tätig. Die Anforderungen sind vielfältig. Neben dem Medizinrecht vertreten wir unsere Mandanten auch im Sozialrecht; je nach Sachlage, hauptsächlich bei Impfschäden, greifen beide Rechtsgebiete ineinander über.

Viele Menschen sind jetzt verunsichert, weil das Vakzin von AstraZeneca vom Markt genommen worden ist. Steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit von juristischen Auseinandersetzungen?

  • Das muss man erstmal abwarten. Es ist noch zu früh, das konkret zu beurteilen.

Sehen Sie denn Parallelen bei der Impfung mit dem AstraZeneca-Stoff gegen Corona und der Impfung gegen die Schweinegrippe 2009?

  • Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe hatte damals ein verkürztes Zulassungsverfahren. Betroffen waren vor allem junge Menschen, die nach der Impfung an Narkolepsie erkrankt sind. Das ist eine sehr schwere Erkrankung, die zur Berufsunfähigkeit führen kann. Eine Parallele, die ich sehe, besteht sicherlich darin, dass beim Präparat gegen die Schweinegrippe Narkolepsie als Nebenwirkung nicht aufgeführt war und auch bei AstraZeneca offizielle Hinweise auf Thrombose fehlen. Mich irritiert auch das Risiko, das jetzt diskutiert wird. Das erscheint mir doch recht hoch. Zum Vergleich: Bei der Polio-Lebendimpfung zum Beispiel war das Verhältnis 1 zu mehrere Millionen.

Gesetzt den Fall, jemand hat geschludert, und es kommt zu Impfschäden. Wen kann man da haftbar machen, und wie stehen die Chancen, Erfolg zu haben?

  • Das ist immer sehr komplex. Wenn zum Beispiel der Staat dazu aufruft, sich impfen zu lassen, besteht gegenüber dem Staat ein sogenannter Aufopferungsanspruch, der in eine Rente münden kann. Es heißt immer, das sei relativ schnell geklärt. Das ist es aber nicht, sondern es ist, im Gegenteil, ganz schwer durchzusetzen. Wir prozessieren manchmal Jahre. Nur bei den Narkolepsie-Fällen ging es vergleichsweise schnell.

Sind Ärzte in der Haftung?

  • Nur wenn sie den Patienten mangelhaft aufgeklärt haben.

Und die Hersteller?

  • Das ist immer ein Kampf David gegen Goliath. Wir verklagen gerade einen Großkonzern. Solche Prozesse dauern Jahre.

Recht und Medizin sind ja beides komplexe Fachgebiete. Was bildet die Basis für Ihre Tätigkeit?

  • Mit jedem neuen Fall wächst ja auch die Erfahrung. Zudem arbeiten wir mit bundesweit anerkannten Gutachtern zusammen. Wir verfügen über einen eigenen Gutachterpool, was insbesondere bei Impfschäden unerlässlich ist.

Beraten Sie Bürger auch allgemein?

  • Nein, das würde die Arbeit sprengen. Es muss ganz konkret ein nachweisbarer Impfschaden vorliegen.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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