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Tag des Workaholics: Dr. Heiko Ullrich im Gespräch
Wenn sich alles um die Arbeit dreht

Unzufriedenheit mit den individuellen Lebensumständen kann zu einer Flucht in die Arbeit führen, aber auch Menschen mit zu hohen Leistungsansprüchen an sich selbst neigen dazu, eine Arbeitssucht zu entwickeln (Symbolbild).
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  • Unzufriedenheit mit den individuellen Lebensumständen kann zu einer Flucht in die Arbeit führen, aber auch Menschen mit zu hohen Leistungsansprüchen an sich selbst neigen dazu, eine Arbeitssucht zu entwickeln (Symbolbild).
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ap Siegen. Eine Überstunde nach der anderen und kaum noch Zeit für private Dinge – für Workaholics dreht sich alles nur um die Arbeit. Dabei sind die gesundheitlichen Auswirkungen immens, wie Dr. Heiko Ullrich, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kreisklinikum, im SZ-Gespräch erklärt.
Plötzlicher Tod durch zu viel Arbeit: „Karoshi“„Chronischer Stress durch eine hohe Arbeitsbelastung kann zu vielen körperlichen Folgeerkrankungen führen“, warnt der Siegener Arzt – beispielsweise Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein plötzlicher Tod durch zu viel Arbeit sei in Japan nichts ungewöhnliches – man nenne das „Karoshi“.

ap Siegen. Eine Überstunde nach der anderen und kaum noch Zeit für private Dinge – für Workaholics dreht sich alles nur um die Arbeit. Dabei sind die gesundheitlichen Auswirkungen immens, wie Dr. Heiko Ullrich, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kreisklinikum, im SZ-Gespräch erklärt.

Plötzlicher Tod durch zu viel Arbeit: „Karoshi“

„Chronischer Stress durch eine hohe Arbeitsbelastung kann zu vielen körperlichen Folgeerkrankungen führen“, warnt der Siegener Arzt – beispielsweise Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein plötzlicher Tod durch zu viel Arbeit sei in Japan nichts ungewöhnliches – man nenne das „Karoshi“. „Durch die rasch fortschreitende Technisierung und kulturelle sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen bekommen die Leute manchmal schon mit Mitte, Ende zwanzig einen Herzinfarkt oder Schlaganfall“, erklärt Ullrich.

Rund um die Uhr auf Tour

Noch normal oder schon krankhaft?

Aber nicht nur äußere Umstände können in den ungesunden Teufelskreis führen. „Es liegt auch immer ein bisschen an der eigenen Persönlichkeit“, sagt der Suchtmediziner. Unzufriedenheit mit den individuellen Lebensumständen könnte zu einer Flucht in die Arbeit führen, aber auch Menschen mit zu hohen Leistungsansprüchen an sich selbst neigten dazu, in eine Arbeitssucht hineinzurutschen, weiß der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Übergänge zwischen einem normalen und krankhaften Verhalten seien fließend – genauso wie die Voraussetzungen und Ausprägungen.

Ein simpler Trick: Pausen machen!

Das generelle Gefühl einer Überarbeitung scheinen aber viele zu kennen. Eine nicht-repräsentative SZ-Umfrage auf Instagram hat ergeben: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Abonnenten haben in ihrem Leben nach eigener Einschätzung keine gute Balance zwischen dem fordernden Berufsalltag und der entlastenden Freizeitgestaltung. Für einen etwas entspannteren Arbeitstag rät der Fachmann zu einem ganz simplen Trick: Pausen machen.

Glücklich werden auch ohne Arbeit

Da Stresslevel und Arbeitsbelastung aber immer auch mit persönlichen Konstitutionen zusammenhängen, sei oft eine psychotherapeutische Unterstützung vonnöten. Statt der Frage danach, wie man weniger arbeiten kann, empfiehlt der Experte: „Man sollte versuchen zu begreifen, wieso einem die viele Arbeit eine vermeintliche Erfüllung gibt und welche Defizite man damit zu kompensieren versucht.“ Oder anders gefragt: „Wie kann man auch ohne die Arbeit glücklich werden?“

Unzufriedenheit mit den individuellen Lebensumständen kann zu einer Flucht in die Arbeit führen, aber auch Menschen mit zu hohen Leistungsansprüchen an sich selbst neigen dazu, eine Arbeitssucht zu entwickeln (Symbolbild).
„Chronischer Stress durch eine hohe Arbeitsbelastung kann zu vielen körperlichen Folgeerkrankungen führen“, warnt Dr. Heiko Ullrich.
Autor:

Alexandra Pfeifer

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