Wenn sich Dörfer vernetzen

 „Arfeld aktiv“ war der erste Verein, der eine Art digitale Börse für die Nachbarschaft anbot. Auch die Mitfahrer-Bank ist so ein Projekt, das die Dorfgemeinschaft stärkt. Heute gibt es „nebenan.de“. Archivfoto: Janina Althaus
  • „Arfeld aktiv“ war der erste Verein, der eine Art digitale Börse für die Nachbarschaft anbot. Auch die Mitfahrer-Bank ist so ein Projekt, das die Dorfgemeinschaft stärkt. Heute gibt es „nebenan.de“. Archivfoto: Janina Althaus
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howe - „In den Dorfgemeinschaften entdeckt man eine gewisse Altersstruktur. Mit der ’Digitalen Dorf.Mitte’ holt man sich die jungen Leute rein“, stellte Arfelds Ortsvorsteher Kai-Uwe Jochims im Dorfgemeinschaftshaus von Puderbach fest. „Früher hatte ein Dorf nur zwei Autos, irgendwann wurden es mehr. Früher gab es auch die schwarzen Bretter. Da guckt heute aber keiner mehr drauf“, ergänzte Puderbachs Ortsvorsteher Klaus Schäfer.

Es sei also an der Zeit, mit dieser Zeit zu gehen. Und da gehörten die digitalen Medien unweigerlich dazu. Bevor sich das Dorfgemeinschaftshaus mit zahlreichen Bürgern aus den drei Modelldörfern Puderbach, Arfeld und Raumland sowie aus Richstein, Niederlaasphe und Dotzlar zum Info-Abend füllte, baten Prof. Dr. Hilde Schröteler-von Brandt und Dana Kurz von der Universität Siegen zum Pressegespräch. Denn die Digitale Dorf.Mitte, die sich aus einem landesweiten Förderprogramm entwickelte, soll einigen grundlegenden Zukunftsfragen Rechnung tragen. Hilde Schröteler-von Brandt erläuterte, dass die Dörfer stark von ihren Dorfgemeinschaften lebten. Genau das mache die Lebensqualität aus. Analoge Dorfmitten, die Dorfgemeinschaftshäuser in den Orten oder die räumlichen Mitten sollten verstärkt werden durch einen Zugang zur Digitalisierung. „Zusätzlich zum Ehrenamt“, so die Universitätsprofessorin.

Mit Puderbach, Arfeld und Raumland habe man vor einem Jahr „aktive Dörfer“ gefunden, die bereit gewesen seien, mitzumachen. „Wir haben mit den drei Dörfern Gespräche geführt und gefragt, wo die Interessen liegen. Alle hätten erklärt, von einer Vernetzung, Verknüpfung oder einer Austausch-Plattform profitieren zu wollen. Will heißen: Die Dörfer öffnen die Grenzen und vernetzen sich untereinander. Daraufhin, fuhr Dana Kurz fort, sei der Entschluss gereift, mit der bundesweit aktiven Plattform www.nebenan.de zu kooperieren. „In Städten ist das verbreitet, hier gibt es rund eine Mill. Nutzer. Inzwischen gesellten sich Richstein, Niederlaasphe und Dotzlar dazu, somit entsteht nun ein Netzwerk mit 5000 Einwohnern aus sechs Dörfern.

Und was läuft da ab? Neben der klassischen Form von „Suche und Biete“ geht es um den Austausch von Informationen zu Vereinen oder Veranstaltungen, um gemeinsame Aktivitäten, um Mitfahrgelegenheiten, – wie von „Arfeld aktiv“ einst initiiert – um Planungen, Hilfen, Angebote oder einfach darum, zu schauen, was im Nachbardorf geschieht. So ist es auch möglich, dass sich Straßenzüge über eine App zusammentun und sonntags die Brötchen in der Sammelbestellung holen – statt alle mit dem eigenen Auto.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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