Wer hat das letzte Ass im Ärmel?

Nach sechs Jahren droht der Regionalliga-Abstieg:

Sportfr. Siegen mit den schlechtesten Karten / Sieg gegen Kaiserslautern/A. Pflicht

geo Siegen. Wenn nichts mehr geht, müssen die altbekannten Fußball-Phrasen aus den Schubladen hervor geholt werden. Das Schöne an solchen Phrasen ist aber, dass sie - wenn auch eher selten - immer wieder ihre Daseinsberechtigung durch punktgenaues Eintreffen nachweisen. Wenn also in Siegen derzeit des öfteren der Spruch: »Im Fußball ist alles möglich«, zitiert und gehört wird, so steht ganz sicher der Wunsch nach einem Fußball-Wunder dahinter, welches den Siegener »Sportfreunden« in letzter Sekunde doch noch den Klassenverbleib in der Regionalliga Süd beschert. Und es sollte jeder wissen, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Eintreffen der »Im-Fußball-ist-alles-möglich«-Phrase sehr gering, aber eben tatsächlich nicht ausgeschlossen ist.

So viel zur Theorie, der Rest muss zuerst auf dem Platz erledigt werden und dann vielleicht noch hinter den Kulissen dieses verrückten Fußball-Theaters namens Regionalliga Süd. Am Pfingstsonntag bestreiten die Siegener »Sportfreunde« (40 Punkte) ihr letztes Saisonspiel gegen die Amateure des 1. FC Kaiserslautern (45). Die Pfälzer sind zwar auch noch nicht hundertprozentig gerettet, sind aber aufgrund ihres sehr guten Torverhältnisses (-1) »durch«. Zwischen beiden Teams stehen in der Tabelle u.a. noch drei weitere Mannschaften mit 42 Punkten. Siegen ist Siebzehnter mit einem Torverhältnis von -11. Fünf Mannschaften steigen ab. Demnach müssten die »Sportfreunde« alle drei 42-Punkte-Teams überflügeln. Dies sind Schweinfurt 05 (Torverhältnis ausgeglichen), Darmstadt (-9) und Elversberg (-14). Gewinnt Siegen, hat man 43 Punkte. Elversberg dürfte gegen die SpVg Unterhaching höchstens unentschieden spielen. Darmstadt müsste gegen Regensburg verlieren oder unentschieden spielen. Im letzteren Fall müsste Siegen aber mit zwei Toren Unterschied gewinnen. Schweinfurt müsste gegen Aalen verlieren. Bleibt die Frage, wer bis 16.45 Uhr am Pfingstsonntag das letzte Trumpf-Ass aus dem Ärmel zieht?

Dies ist die sportliche Konstellation. Hinter den Kulissen denkt man aber einen Schritt weiter. Wenn man am Sonntag eine Konstellation erzwingt (eigener Sieg), bei der man zusätzlich mit den drei aberkannten Punkten aus dem Bayern-München-Spiel gerettet wäre, würde der Verein am viel zitierten »grünen Tisch« aktiv werden. Gang vors Zivilgericht oder Gnadengesuch hieße die Alternative. Darüber hinaus entscheidet der Lizenzierungsausschuss des DFB erst am Mittwoch, welche Vereine die Lizenz für die Regionalliga erhalten und welche nicht. Bei Lizenzverweigerungen reduziert sich die Zahl der Absteiger analog, so dass es auch durchaus Sinn macht, in der Rangfolge der Absteiger möglichst weit oben zu stehen, sprich auf dem 15. Platz.

Bei so viel Rechnerei und Planspielen fällt es gar nicht leicht, den Kopf frei zu bekommen auf das Sportliche, denn noch stehen 90 Minuten Regionalliga-Fußball bevor, die sehr wohl noch viel bewegen können. Trainer Ingo Peter wird in seinem letzten Spiel wieder Romas Cirba aufbieten, der in Regensburg wegen seiner »Geb-Rot«-Sperre ausfiel. Für ihn wird vermutlich Slobodan Kresovic Platz machen müssen. Mit Til Bettenstaedt und John van Buskirk im Angriff soll die nötige Schlagkraft hergestellt werden.

Mehr noch als von den Namen auf dem Spielberichtsbogen wird es jedoch an der Einstellung jedes Spielers hängen, ob es doch noch zu einem finalen Aufbäumen kommt. Arbeitsplätze der Spieler und anderer Vereinsangestellten, aber auch die Herzen vieler Fans in der gesamten Region hängen von dieser Einstellung ab. Niemand will, dass die 90 Minuten vom Pfingstsonntag die letzten in der Drittklassigkeit werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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