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Die Angst schwingt immer mit
Wer impft die polnischen Pflegekräfte?

Ein nicht gerade seltenes Bild: Pflegekräfte aus den osteuropäischen Ländern kümmern sich um Hochbetagte in Deutschland.
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mir Siegen/Lennestadt. Alle reden vom Impfen der Ü80-Menschen, wie dringend sie das Serum brauchen. Viele der Hochbetagten haben rund um die Uhr Hilfen im Haushalt direkt um sich. Polnische Pflegekräfte vor allem, aber auch welche aus Litauen und anderen osteuropäischen Ländern. Was ist mit denen? Sind sie in hiesigen Haushalten schutzlos dem Virus ausgeliefert? Oder bringen sie selbst den Erreger mit über die Grenze? Für alle Betroffenen ein mit Ängsten behaftetes Umfeld.

Neben vielen deutsch-polnischen Agenturen hat sich der Caritasverband Olpe professionell in das Thema eingearbeitet.

mir Siegen/Lennestadt. Alle reden vom Impfen der Ü80-Menschen, wie dringend sie das Serum brauchen. Viele der Hochbetagten haben rund um die Uhr Hilfen im Haushalt direkt um sich. Polnische Pflegekräfte vor allem, aber auch welche aus Litauen und anderen osteuropäischen Ländern. Was ist mit denen? Sind sie in hiesigen Haushalten schutzlos dem Virus ausgeliefert? Oder bringen sie selbst den Erreger mit über die Grenze? Für alle Betroffenen ein mit Ängsten behaftetes Umfeld.

Neben vielen deutsch-polnischen Agenturen hat sich der Caritasverband Olpe professionell in das Thema eingearbeitet. „Carifair“ nennt sich das Pilotprojekt mit Partnern aus dem Erzbistum Paderborn, es steht als eingeführte Marke im Markt und garantiert Verlässlichkeit sowie faire, legale Konditionen auf beiden Seiten – für deutsche Kunden und polnische Pflegende. Zitat: Wir sind gerade in der Abfrage, wer sich impfen lassen will.

Mit Sammeltransport zum Impfen

Dirk Schürmann, Caritasverband Olpe Dirk Schürmann leitet in Lennestadt das Zentrum der Caritas zur Vermittlung der Pflegekräfte. „Grundsätzlich ist für die polnischen Kräfte vorgesehen, sie hier bei uns zu impfen“, stellt er heraus. Sie werden wie sonstige ambulante Pflegekräfte gelistet, die auf Nachrückerlisten zum Impfen bereitstehen. Schürmann: „Wir sind gerade in der Abfrage, wer sich impfen lassen will und bei wem das noch vor der Rückreise nach Polen klappen kann.“ Ein schwieriges Unterfangen. Weil es nur wenige Impftermine gibt. Ein Gedanke sei, die Polinnen mit einem Sammeltransport zum Impfen zu bringen, aber problematisch zu organisieren sei auch diese Variante.

„Wir brauchen Aufklärungs-Flyer auf polnisch, das ist die Hürde dabei“, sagt der Caritas-Experte. Wobei natürlich auch in Frage kommt, dass sich die polnischen Kräfte bei ihrem nächsten Heimaturlaub zuhause impfen lassen könnten. Schürmann: „Das könnte wie bei uns ablaufen, das Niveau dort in Polen ist wie hier in Deutschland, hat man mir gesagt.“ Die von der Caritas Olpe nach Deutschland geholten Pflegekräfte werden in Minibussen transportiert, sie reisen mitunter ohne vorherige Tests ein. Die werden hier vorgenommen, maximal 48 Stunden später liegen die Ergebnisse vor. Anders ist das bei den Agenturen: Dort wird 48 Stunden vor dem Grenzübertritt von Polen nach Deutschland ein Corona-Test angefertigt.

Nur getestete Pflegekräfte werden geholt

Ausschließlich in eigenen Kleinbussen der polnischen Partner wird gefahren, sagt Ewelina Hoffmann-Hundt (Wilnsdorf) von „Memoria 24“. Mit vier oder maximal fünf Passagieren, früher seien es acht oder neun gewesen. Melanie Sälzer (Siegen) von der Agentur Sencurina bestätigt, dass nur getestete Pflegekräfte geholt werden. Mit Minibussen, aber auch mit Zug und Flugzeug, falls das erforderlich sein sollte. Noch gebe es keine Bedingung, dass Pflegende geimpft sein müssten vor ihrem Einsatz in deutschen Haushalten.

„Es wäre vielleicht sinnvoll, zumal beide Seiten, also auch die Pflegekraft, geschützt werden muss“, liefert sie ein Argument für eine noch nicht existierende Impfpflicht. Seit dem strengen Lockdown hat das Leben total veränderte Konturen erhalten. Wie steht es um die Nachfrage nach Pflegenden? „Der Januar verläuft deutlich schleppender“, gesteht Sälzer. In den Vormonaten seien die Anfragen sehr viel regelmäßiger ins Haus gekommen. „Deutlich weniger fragen an. Die Leute zögern, weil sie selbst im Homeoffice oder in Kurzarbeit sind. Etliche übernehmen die Pflege erst einmal selbst“, pflichtet Ewelina Hoffmann-Hundt bei. „Ja, es ist deutlich ruhiger geworden. Ein Viertel weniger Familien betreuen wir aktuell, und auch die telefonischen Anfragen sind weniger geworden“, bestätigt Dirk Schürmann den allgemeinen Trend.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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