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PCR-Tests in Siegen
Wer kann sich noch testen lassen?

Wer einen PCR-Test machen lassen will, muss einiges beachten.

ch/gro/dpa Siegen/Olpe. Um die Überlastung der Labore zu verhindern, sollen die PCR-Tests von Klinik- und Pflegepersonal zuerst ausgewertet werden. Warum das nicht für die Lehrer an Schulen gelten soll und wie Reisende trotzdem an einen „Polymerase chain reaction“-Test kommen, so der volle Name des Verfahrens, das das Erbmaterial des Coronavirus ausfindig macht, beantwortet dieser Überblick.

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ch/gro/dpa Siegen/Olpe. Um die Überlastung der Labore zu verhindern, sollen die PCR-Tests von Klinik- und Pflegepersonal zuerst ausgewertet werden. Warum das nicht für die Lehrer an Schulen gelten soll und wie Reisende trotzdem an einen „Polymerase chain reaction“-Test kommen, so der volle Name des Verfahrens, das das Erbmaterial des Coronavirus ausfindig macht, beantwortet dieser Überblick.

Wer hat künftig Anspruch auf einen PCR-Test?
Die Tests sollen laut Beschluss der Ministerpräsidenten und der Bundesregierung konzentriert werden „auf vulnerable Gruppen und Beschäftigte, die diese betreuen und behandeln“. Gemeint sind Mitarbeiter insbesondere in Krankenhäusern, in Praxen, in der Pflege und in Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Bei ihnen soll der Verdacht auf eine Covid-19-Infektion weiterhin durch einen PCR-Test abgeklärt werden. Auch sollen sie bei Hochrisikopatienten – ältere und mehrfach kranke Patienten – eingesetzt werden, um eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen. Details werden noch in einer Bundesverordnung festgeschrieben.

Warum ist die Priorisierung notwendig?
„Wenn man am Tag davon ausgehen muss, dass wir zurzeit um die 20 000 Neuinfektionen haben, dann haben wir dafür keine Testkapazitäten“, erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag. In den Laboren gebe es keinen Mangel an Technik oder Material. Die Kapazitäten seien durch das zur Verfügung stehende Personal begrenzt. Laumann verteidigte damit die Priorisierung. „Schnelle Testergebnisse sind besonders wichtig, weil auch im Gesundheits- und Pflegebereich Infektionen und Personalengpässe zu befürchten sind“.

Wer verliert den Anspruch auf einen PCR-Test?
Andere Gruppen der sogenannten kritischen Infrastruktur wie Beschäftigte bei Wasser- und Energieversorgern oder im Handel bzw. Erzieher oder auch Lehrer (Schüler haben kein überdurchschnittliches Risiko für schwere Verläufe) werden nicht mehr bevorzugt.
Bisher sollte man sich bei der Warnung an das Gesundheitsamt wenden; zugleich gab es einen kostenlosen PCR-Test. Doch diese kostenfreien PCR-Tests für Verdachtsfälle wird es nicht mehr geben. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) appelliert an die Eigenverantwortung eines jeden. Man sollte mit Schnelltests, mindestens zwei in Serie, die Lage beobachten.

Und wie kann ich mich jetzt aus der Isolation oder der Quarantäne freitesten?
Infizierte können sich nach sieben Tagen aus der Isolation freitesten, Kontaktpersonen nach sieben Tagen aus der Quarantäne. Hierfür reicht ein zertifizierter Schnelltest aus einem Testzentrum.

Wie kommen Reisende an einen negativen PCR-Test, den sie für die Einreise in viele Länder brauchen?
Das Angebot an kommerziellen Tests bleibt von der Neuregelung unberührt. Das heißt: Wer zahlt, bekommt auch weiter seinen Test für den Urlaub.

Was kostet ein PCR-Test mittlerweile?
Die Preise dafür legen die Test-Betreiber selbst fest – und das kann mitunter stark variieren. Für den normalen PCR-Test zahlt man in der Region zwischen 89 Euro (Mirror MM Medical Testzentrum in der Nähe des Bahnhofs) und 102,38 Euro (Geisweider Medicare-Testzentrum). Sogenannte Rapid-Tests bzw. PCR-Schnelltests sind teurer: Knapp 130 Euro muss man etwa im Testzentrum an der Siegerlandhalle auf den Tisch legen.
Es geht auch anders herum: Bei der Schloss-Apotheke Siegen gibt es den normalen PCR-Test für rund 95 Euro. Den Rapid-Test bekommt man für 85 Euro. „Wir bieten den schnelleren Test günstiger an, weil wir davon überzeugt sind, dass dieser im Alltag sinnvoller ist“, betont Apothekerin Dr. Ann-Katrin Gräfe-Bub. „Leider können wir nicht wie Ärzte kostenlose Tests anbieten, da die Materialkosten am Ende teurer sind als die Vergütung, die wir pro Test bekommen“, ärgert sich Bub.

Wo kann man einen PCR-Test machen lassen?
Mittlerweile bieten immer mehr Teststellen PCR-Tests an. Eine Übersicht der zugelassenen Stellen gibt es zum Beispiel auf der Homepage des Kreises Siegen-Wittgenstein (www.siegen-wittgenstein.de/schnelltests). Daneben können sie auch immer in den Hausarztpraxen angefragt werden.
Dennoch gibt es auch Stellen, die sich bewusst gegen das Angebot von normalen PCR-Tests entschieden haben. Eine davon ist das große Testzentrum an der Siegerlandhalle: „Die Leute mussten teilweise drei bis vier Tage auf ihr PCR-Test-Ergebnis warten. Das ist dann natürlich sinnfrei, wenn der Test nur 48 Stunden gültig ist“, so Betreiber Thomas Füllengraben.

Autor:

Sarah Groos

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