Werbetafel nicht genehmigt

 Zwar wurde für die Anlage unterhalb des oberen Karstadt-Eingangs frühzeitig ein Bauantrag gestellt. Doch eine Baugenehmigung liegt bis heute nicht vor. Foto: Christian Hoffmann
  • Zwar wurde für die Anlage unterhalb des oberen Karstadt-Eingangs frühzeitig ein Bauantrag gestellt. Doch eine Baugenehmigung liegt bis heute nicht vor. Foto: Christian Hoffmann
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ch - Zu den umstrittenen Werbetafeln, die seit Monaten vom Außenwerbungskonzern Ströer in Siegens Fußgängerzonen platziert werden, hat sich die Kommunalpolitik der Krönchenstadt bislang nicht weiter geäußert. Funkstille seit dem Sichtbarwerden der Dimensionen der acht sog. City-Light-Poster, die auf der Bahnhofstraße genauso wie auf der Kölner Straße im Wortsinne im Wege stehen und als beleuchtete Blickfänge Blickachsen blockieren.

Erst eine Anfrage der Linken in der jüngsten Ratssitzung rückte die Werbetafeln wieder in den Fokus der Ratsmitglieder. Die Antworten der Stadtverwaltung lösten dabei bei manch einem, der im Mai 2015 den Beschluss mitgetragen hatte, die Reklameträger mit eingebauten WLAN-Hotspots zu erlauben, Kopfschütteln aus. Das gut gemeinte Vorhaben, mit dem die Innenstadt die Möglichkeit des kostenfreien Surfens erhalten soll und das der Stadt Siegen ein 300.000-Euro-Jahresbudget für Werbung in Sachen Kultur einräumt, entpuppt sich mehr und mehr als Projekt der (Kommunikations-)Pannen.

So musste Fachbereichsleiter Eckhard Weidt einräumen, dass man nach dem Ratsbeschluss zwar im Herbst 2015 den Arbeitskreis „Siegen – Zu neuen Ufern“ über den Vertrag mit Ströer und die möglichen Standorte informiert habe, der zuständige Bauausschuss aber wurde im Nachgang „bedauerlicherweise“ vergessen. Die konkreten, in Frage kommenden Standorte für die Poster in Quaderform wurden von der Verwaltung, die das Thema bislang als ihr „laufendes Geschäft“ betrachtete, nicht weiter nach außen kommuniziert – auch die Immobilien-und Standortgemeinschaft Oberstadt (ISG), die die Positionierung der Werbetafeln harsch kritisiert, erhielt nur Infos zur Absicht, „City-Light-Poster im Bereich der Kölner Straße zu installieren“, so Weidt weiter.

Dabei wurden dort von Ströer bereits Fakten geschaffen. Zwar wurde für die Anlage unterhalb des oberen Karstadt-Eingangs frühzeitig ein Bauantrag gestellt. Doch eine Baugenehmigung liegt bis heute nicht vor, „da zunächst die Ausführungspläne für den Umbau der Kölner Straße abgewartet werden sollten“. Die Neugestaltung der Einkaufsstraße ist beinahe fertig, der Ströer-Standort mit dem Rathaus abgestimmt und der Bauantrag mittlerweile geändert – doch die Genehmigung steht immer noch aus.

Bewegung könnte an anderer Stelle noch in die Sache kommen: Der Standort der Werbetafel vor dem Eiscafé Cancian steht nach Intervention der ISG zur Diskussion. Bürgermeister Steffen Mues hat in Gesprächen mit der ISG angekündigt, dass alternative Standorte in diesem Bereich untersucht werden sollen. Weidt: „Ein alternativer Standort wurde noch nicht gefunden.“ Tröstlich in diesem Zusammenhang: Es werden in der Innenstadt keine weiteren Werbetafel errichtet. Elf von 13 auf Siegener Stadtgebiet von Ströer geplanten und vertraglich zugesicherten Anlagen stehen; acht in der City, eine am Kaisergarten, zwei in Weidenau. Ein weiterer Standort wurde von Ströer verworfen, weil er sich technisch nicht realisieren ließ, wie Weidt gegenüber der SZ erklärte.

Bleibt am Ende noch die Frage, warum Stadtbaurat Michael Stojan mit seinen klaren Vorstellungen von Städtebau und Stadtentwicklung ausgerechnet in Siegens neuer Mitte bei den Werbetafeln alle Augen zugedrückt hat bzw. zudrücken musste. Mit der Antwort eierte Weidt stellvertretend für das Rathaus ordentlich herum: „Die Werbestellen wurden von ihm zunächst kritisch bewertet. Durch den Ratsbeschluss zum Werberechtsvertrag war die Verwaltung aber gebunden, Standorte für die Anlagen zu finden, die zum einen stadtbildverträglich waren, aber zum anderen auch entsprechende Informationsansprüche für Werbemedien mit WLAN und Stadtplänen erfüllen sollten. Dabei war es immer unser oberstes Ziel, die Sichtbeziehungen in den Fußgängerzonen möglichst wenig zu beeinträchtigen!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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