Westfalen-Stadion wird »gigantisch«

BVB-Präsident Dr. Gerd Niebaum zu Besuch bei der Siegener Zeitung:

Deutschlands größtes Stadion fasst bald 83000 Zuschauer / Noch einige Dauerkarten erhältlich

geo Siegen. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wirft ihre Schatten schon weit voraus, denn nach der Arena »AufSchalke« wird sich in Nordrhein-Westfalen schon in diesem Sommer eine weitere Top-Arena im WM-Kleid präsentieren - und in was für einem! Das Dortmunder Westfalen-Stadion nimmt ab der nächsten Fußball-Saison 83000 Zuschauer auf und wird damit zum größten und prächtigsten Fußball-Stadion Deutschlands. In Dortmund grassiert das WM-Fieber auch wegen der anstehenden Beherbergung mehrerer Tausend Journalisten und Medienvertreter bei der WM. Auch die Hoffnung, Schauplatz eines WM-Halbfinales in drei Jahren zu werden, ist mehr als berechtigt.

Doch eine solch gigantische Arena baut man nicht für ein oder zwei Spiele der Weltmeisterschaft. Sie soll auch alle 14 Tage im Bundesliga-Alltag und möglichst spektakulär in der Champions League zum Schauplatz großer und emotionaler Fußball-Ereignisse werden. Schon jetzt pilgern fast 68000 Zuschauer zu jedem (!) Bundesliga-Heimspiel der »Schwarz-Gelben« ins Westfalenstadion und lassen dabei keine 1000 Plätze leer. 45000 Zuschauer genießen den Eintritt per Dauerkarte – einmaliger Rekord in Deutschland. Und zur neuen Saison will der BVB diese Marke noch einmal um 10000 Zuschauer auf 55000 steigern. Schon jetzt sind von diesem neuen Kontingent nur noch 3500 Dauerkarten erhältlich.

Nobert Dickel in alter Heimat

Genau das aber hat den in Siegerland und Wittgenstein sehr populären Ruhrgebietsclub motiviert, eine gewisse Scheu vor der Provinz abzulegen, und offensiv auf die Fans im südlichen Westfalen los zu gehen. Bei einem Besuch in den Verlagsräumen der Siegener Zeitung stand Präsident Dr. Gerd Niebaum den Fragen der Verlagsleitung und der Sportredaktion Rede und Antwort. Mitgebracht hatte der Jurist Stadionsprecher Norbert Dickel, bei Borussia Dortmund jetzt auch »Event Manager«. Der gebürtige Berghausener, der über die Sportfr. Edertal und die Sportfr. Siegen seinen Weg in den Profi-Fußball fand und bei Borussia Dortmund erst durch Knieverletzungen gestoppt wurde, genießt in unserer Region immer noch große Popularität. Flankiert wurde das Duo von Josef Schneck (Bereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit) und Pressesprecher Fritz Lünschermann.

Dauerkarten-Treue über den Tod hinaus

Und tatsächlich scheint man am Borsigplatz die treue Kundschaft in Siegerland und Wittgenstein keineswegs vergessen zu haben. Dr. Gerd Niebaum: »In Siegerland und Wittgenstein gibt es ein treues Revier mit hoher Bindung an den BVB. Auch hier gilt: Wer einmal eine Dauerkarte erwirbt, behält sie ein Leben lang. Und manchmal wird diese auch noch testamentarisch vererbt.« Die neuen Dauerkarten in den Kurvenbereichen kosten für die nächste Saison zwischen 260 und 350 e, und allein das verbleibende Restkontingent von 3500 Dauerkarten spült dem aktuellen Deutschen Meister rund eine Million e jährlich in die Kassen.

Neue Sicht zum Börsengang 2000

Liquide Mittel, mit der einst auch der Börsengang im Herbst 2000 die Vereinskonten füllte; eine Entscheidung, die Dr. Niebaum auf Befragen von SZ-Chefredakteur Dr. Eberhard Winterhager mit Blick zurück selbstkritisch hinterfragte: »Wir hatten unsere Hausaufgaben sportlich und wirtschaftlich gemacht. Hätten wir damals die Börsenentwicklung bis auf den heutigen Tag vorhergesehen, wäre die Entscheidung aber wohl eine andere gewesen.« Der neueste Coup der BVB-Strategen ist der weitgehende Verkauf der Vereinsanteile am Westfalenstadion an eine Vermietungsgesellschaft, was Ende letzten Jahres rund 75 Millionen e einbrachte (siehe auch SZ-Wirtschaftsteil vom 12. April). 15 Jahre lang sind die Borussen jetzt Mieter im »eigenen« Stadion und wollen dann ein schuldenfreies Stadion übernehmen. Justament heute platziert eine Beteiligungsgesellschaft der Commerzbank einen Immobilienfonds, der den Anlegern über die Mietzahlungen des BVB eine entsprechende Rendite von bis zu 9,2 Prozent verheißt.

»Spieler, die ihre Zeit noch vor sich haben«

Etwaiger Kritik beugte Niebaum im SZ-Gespräch vor: »Wir haben im Sport genug Aufgaben und wollen flüssige Mittel nicht in Beton gießen. Wir müssen als Verein im Bereich unserer Kernkompetenz arbeiten, und das ist der Fußball.« Einfacher ausgedrückt: die besten Investitionen sind immer noch die in eine gute Mannschaft. Klar, dass die SZ-Sportredaktion da wissen wollte, ob der Kreis der Brasilianer im BVB-Dress noch erweitert werden soll, ob man künftig noch mehr auf deutsche Spitzenspieler wie z.B. Klose, Kuranyi oder Lauth schielen oder gar verstärkt den eigenen Nachwuchs fördern werde. Niebaums Antwort lässt klare Rückschlüsse zu: »Der Sprung zu den besten Acht in Europa ist nicht mehr groß. Wir haben in unserer Reihen viele gute junge Spieler. Denen werden wir keine ausländischen Top-Stars vor die Nase setzen. Punktuell werden wir sicher das eine oder andere junge neue Gesicht in Dortmund sehen. Spieler also, die ihre große Zeit noch vor sich haben. Die großen Transfersummen in Europa werden dagegen auch von uns nicht mehr bezahlt.« Also doch wohl eher Klose, Kuranyi, Lauth&Co...

Florian Kringe mit guten BVB-Karten

Und noch ein Name fiel in diesem Zusammenhang fast zwangsläufig - der von Florian Kringe aus Rudersdorf, der sich gerade anschickt, mit dem 1. FC Köln in die Bundesliga aufzusteigen, bis Juni 2004 aber von Borussia Dortmund lediglich an die »Geißböcke« ausgeliehen ist. Niebaum zur Zukunft des jungen Siegerländers: »Es war eine gute Entscheidung, ihn nicht zu verkaufen, sondern an Köln auszuleihen. Dort hat er die Möglichkeit, dauerhaft zu spielen, was seiner Entwicklung sehr förderlich ist. Bei uns wäre das kaum möglich gewesen. So ist er reifer geworden und hat sicher eine gute Chance, später wieder im Kader des BVB Fuß zu fassen.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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