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Kalendarischer Herbstanfang
Wetterexperte macht Hoffnung auf goldenen Oktober

Leuchtende, warme Töne oder nasskaltes Grau? In welche Farben wird der Herbst in den kommenden Wochen die Region tauchen?
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

tile Siegen. Auf in die neue Jahreszeit. Heute beginnt der kalendarische Herbst. Anders als der meteorologische Herbstanfang, der alljährlich auf den 1. September fällt, hat dieser kein fixes Datum. Das liegt daran, dass er sich an der Tag-und-Nachtgleiche orientiert, also an jenem Tag, an dem Sonnen- und Nachtstunden gleich lang sind. Das hat etwas mit dem Stand der Erdachse und der Umlaufbahn der Erde um die Sonne zu tun. Im Jahresverlauf tritt dieses Phänomen zweimal auf: im März und eben im September. Dass sich die Meteorologen auf den 1. September verständigt haben, hat statistische Gründe. Zur besseren Vergleichbarkeit liegen seit dem 19. Jahrhundert die Daten der Wetteraufzeichnungen über ganze Monate vor.

tile Siegen. Auf in die neue Jahreszeit. Heute beginnt der kalendarische Herbst. Anders als der meteorologische Herbstanfang, der alljährlich auf den 1. September fällt, hat dieser kein fixes Datum. Das liegt daran, dass er sich an der Tag-und-Nachtgleiche orientiert, also an jenem Tag, an dem Sonnen- und Nachtstunden gleich lang sind. Das hat etwas mit dem Stand der Erdachse und der Umlaufbahn der Erde um die Sonne zu tun. Im Jahresverlauf tritt dieses Phänomen zweimal auf: im März und eben im September. Dass sich die Meteorologen auf den 1. September verständigt haben, hat statistische Gründe. Zur besseren Vergleichbarkeit liegen seit dem 19. Jahrhundert die Daten der Wetteraufzeichnungen über ganze Monate vor. Aus gutem Grund: „Der Herbst hält sich ja nicht an ein bestimmtes Datum“, sagt Carsten Beyer von Meteo Siegerland. „Meteorologisch beginnt er in einem Zeitraum.“ Der September zähle bereits zum Herbst, weil die Veränderungen in der Natur offensichtlich seien. Und auf was für einen Herbst muss oder darf sich die Region einstellen? „In den vergangenen Jahren hatten wir immer stabile Hochdruckgebiete in der Herbstzeit“, blickt Carsten Beyer zurück. Nicht nur für ein paar Tage, sondern für längere Perioden. Daher ist er optimistisch und legt sich fest: „Wir bekommen wieder einen goldenen Oktober.“ Pessimisten wird das vermutlich nicht überzeugen.

Pro und Contra aus der Redaktion

Auch die Redaktion ist gespalten. Während die einen gute Gründe haben, den Herbst willkommen zu heißen, denken die anderen eher an die Unannehmlichkeiten der Jahreszeit:
Pro - Sarah Benscheidt: Dein ist mein ganzes Herbst, wo du nicht bist, kann ich nicht sein. So oder so ähnlich ging doch das Lied von Heinz Rudolf Kunze. Oder? – „Wie schön ist‘s jetzt zu gehen, durch bunten Blätterwald. Und manchmal bleibt man stehen, auch wenn es schon ein bisschen kalt.“ Na gut, ich geb’s zu: Von diesen sonnig-malerischen Herbsttagen gibt es ja gar nicht so viele. Solche, an denen die Wälder bunt, die Tage voll an angenehmer Restwärme sind und der Himmel blau ist.
Wenn die Wetterapp sie denn dann doch voraussagt, die hübschen goldenen Oktobertage, dann braucht es kaum eine stützende Argumentation, den Herbst lieb zu haben. Die Wälder können mit ihren sonnnengefärbten bunten Kleidchen ganz alleine glänzen. Also: Wieso nicht versuchen, etwas Nettes an den als ,schmuddelig-grauen’ verunglimpften Tagen zu finden – denen, weshalb meine Schreibtischsüßigkeitenschublade jetzt noch um Vitamin D-Tropfen erweitert wurden.
Punkt eins: An Herbstsonntagen darf man mit völlig sorglosem Gewissen zwischen den Laken leben und kann ohne jeglichen Moralverlust sämtliche Sonntagsausflüge canceln, ohne dabei gleich als Faulenzerin vom Dienst in die Annalen der Freundinnen-Chatgruppen auf Whats-App einzugehen.
Punkt zwei: Reicht der Enthusiasmus nach der Arbeit nicht mehr, um sich an der Frischetheke des nahegelegenen Supermarktes durch die Salatbar mit Aussicht auf einen leichten Sommersalat zu schlagen, schmeckt die Ristorante bei knatschigem Regenwetter doch eh viel besser. Und für die heiße Schokolade braucht es weder Zitrone, noch Minzblätter.Punkt drei: Mir gefallen meine Herbstmäntel.

Punkt vier: Die güldenen Oktobertage durchbrechenen ja dann doch ab und zu die müßiggängerischen Herbstristesse(träume!) – ein perfekter Kreislauf, findet das Herbstherz und überhaupt und sowieso: Man entscheidet ja selbst, wie lange so ein Sommer im Herbst gehen kann.
Contra - Tim Lehmann: Ja, ja, bunt ist der Herbst – doch im regnerischen Siegerland versinkt der goldene Oktober allzu oft in knöchelhohen Pfützen, die Sonne lässt sich hinter stahlgrauem Himmel mitunter wochenlang nicht blicken. Hinter der euphemistischen Umschreibung „die Tagewerden kürzer“ verbirgt sich buchstäblich eine wachsende Dunkelheit. Morgens
und abends! Statt des freundlichen-hellen Starts in den Tag geht die Nacht bis
nach dem Frühstück in die Verlängerung. Dafür gaukelt einem die immer früher
einsetzende Dämmerung bereits am
späten Nachmittag vor, es sei schon

Zu-Bett-geh-Zeit. Das schlägt auf Dauer auf das ansonsten sonnige Gemüt.Die gerade in den vergangenen Monaten gewachsene Lust, nach draußen zu
gehen, kühlt nach den ersten Regenschauern wieder ab. Ebenso wie die Freude
darüber, dass die Kinder in der Sonnenzeit unseren Garten für sich entdeckt
und vereinnahmt haben. Der Wischmopp erhält einen Stammplatz im Flur, wo demnächst der Dreck nasser Stiefelchen und verschmierter Matschkleidung die Fliesen tünchen wird.

Und scheint dann doch einmal die Sonne, dann steht sie tief und verwandelt die regennasse Straße in einen Blendspiegel, der in den Augen sticht und im schlimmsten Fall ein Ansteigen der monatlichen Kfz-Versicherungsrate nach sich zieht.Wie sich die Triefnasenhochsaison in Corona-Zeiten auswirkt wird, daran
wagt man kaum zu denken. Jedes jahreszeitlich bedingte Hüsteln, Kratzen im

Hals oder Schnäutzen ins Taschentuch wird in diesem Jahr gleich mit mehreren Tagen Kita-Verbot und angeordnetenCovid-19-Tests sanktioniert werden. Mit der Kakao- und Kuscheldeckenromantik der in Kerzenschein und Kaminfeuerlicht getauchten TV-Werbespots, die einem Schokopralinen, Katzenfutter und Erkältungssalben schmackhaft machen sollen, hat die Herbst-Realität nur wenig zu tun.

Leuchtende, warme Töne oder nasskaltes Grau? In welche Farben wird der Herbst in den kommenden Wochen die Region tauchen?
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Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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