WEW muss Insolvenzantrag stellen

 Das Weitefelder Unternehmen hat sich mit den unterschiedlichsten Tanksystemen für die zivile und militärische Nutzung in den vergangenen Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf auf dem internationalen Markt erarbeitet. Archivfoto: thor
  • Das Weitefelder Unternehmen hat sich mit den unterschiedlichsten Tanksystemen für die zivile und militärische Nutzung in den vergangenen Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf auf dem internationalen Markt erarbeitet. Archivfoto: thor
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thor -  Es ist nicht nur für Weitefeld, sondern für das gesamte Daadener Land und den Kreis Altenkirchen ein wirtschaftlicher Nackenschlag: Die Westerwälder Eisenwerk GmbH, besser bekannt unter dem Kürzel WEW, hat einen Insolvenzantrag stellen müssen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Betzdorfer Rechtsanwalt Dr. Klaus Ortmüller bestellt. Betroffen von der Insolvenz sind rund 100 Mitarbeiter. Schon 1994 hatte es einen ersten Konkurs gegeben, damals war Dr. Ulrich Bernhardt als Geschäftsführer eingestiegen.

WEW ist ein hochspezialisiertes Unternehmen für mobile Trinkwasser- und Kraftstoff-Versorgungssysteme – sowohl für militärische als auch zivile Zwecke. Vor eineinhalb Jahren hatte man mit Gästen aus der ganzen Welt das 75-jährige Bestehen feiern können, schon damals nicht ganz sorgenfrei angesichts zurückgehender Aufträge aus dem Militärbereich. Nach 2013 war es auch 2015 zu erheblichen Umsatzeinbrüchen gekommen. Mitte des vergangenen Jahres war daher gemeinsam mit einer Unternehmensberatung ein Restrukturierungsprogramm angelaufen, um die Kosten zu senken.

Und die Vorzeichen standen demnach für 2016 gar nicht mal schlecht. Es sei gelungen, das Auftragsvolumen von 13 auf 16 Mill. Euro zu steigern – doch ein Großauftrag in Saudi-Arabien brach den Weitefeldern das Genick. Über einen Importeur vor Ort habe man Kraftstoff-Tanksysteme für die saudischen Streitkräfte geliefert, so Bernhardt. Doch nach einer Anzahlung sei kein Geld mehr eingegangen: „Das hat sich dann auf 600 000 Euro kumuliert.“ Zu viel, als dass ein kämpfendes Unternehmen, zumal noch in überschaubarer Größe wie WEW, so etwas hätte auffangen können.

Ortmüller hat sich nach seiner Bestellung unverzüglich an die Arbeit gemacht und gemeinsam mit Bernhardt eine Produktionsplanung bis 1. Mai aufgestellt. Dann rechnet er mit der Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens. Darüber hinaus wurden erste Szenarien mit der Geschäftsleitung durchgespielt, wie gemeinsam mit einem Investor das Unternehmen und der Standort Weitefeld dauerhaft erhalten bleiben könnten. Alle Hoffnungen ruhen nun auf dem Einstieg eines Investors, denn die „Marke“ WEW und das technische Know-how dürften für den internationalen Markt weiter sehr interessant sein.   Thorsten Stahl

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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