Widerstand gegen Windkraft

 In einem vollbesetzten Knappensaal wurden gestern Abend die BI Hellertal aus der Taufe gehoben. Foto: dach
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thor -  Begleitet von scharfen Attacken gegen die politisch Verantwortlichen und die Befürworter von Windkraftanlagen in der Region hat sich am Freitag Abend in Herdorf die BI Hellertal gegründet. Damit hat der Widerstand gegen Windräder auf der Hachenburger Höhe nun auch „formal“ ein Gesicht bekommen. Dass das Thema von hoher Relevanz ist, zeigte sich beim Blick in den Knappensaal: Schon vor Beginn der neuen Karnevalssession war Herdorfs gute Stube brechend voll – zur Zufriedenheit von Norbert Büdenhölzer und seinen Mitstreitern vom Westerwaldverein Herdorf, den Initiatoren der neuen BI. Über mehrere Stunden fuhren verschiedene Referenten schwere Geschütze gegen die Windenergie auf.

Dabei hatten die Gegner von Windkraftanlagen auf Herdorfs Höhen erst einmal hinnehmen müssen, dass sich vor dem Knappensaal Protest ganz anderer Art formiert hatte: Unternehmer Markus Mann aus Langenbach hatte als Privatperson – und als BUND-Mitglied(!) – ganz offiziell eine Demonstration angemeldet, übrigens die erste in seinem Leben. Und so verteilte er zusammen mit anderen Flugblätter an die Besucher der Veranstaltung, auf denen für die Energiewende und die Nutzung der Windkraft geworben wurde.

Büdenholzer indes beeindruckte das recht wenig. In seinen einleitenden Worten machte er klar, dass hier und heute die Samthandschuhe ausgezogen werden. Es gehe an diesem Abend darum, gemeinsam mit den anderen Bürgerinitiativen ein deutliches Zeichen zu setzen: „Wir sind gegen die bewusste Zerstörung unserer geliebten und gewachsenen Naturlandschaft.“ In Herdorf, so Büdenhölzer, sei es in den vergangenen Jahren verdächtig still gewesen: „Doch hinter den Kulissen wurde und wird fleißig am Beitrag des Hellerstädtchens zur Energiewende gearbeitet“, nahm er Bezug auf die Verträge zwischen Hauberg und Juwi.

Hier werde wissentlich gegen die europäische Vogelschutz-Richtlinie verstoßen, empörte sich der Herdorfer mit Verweis auf das Haselhuhn-Vorkommen: „Naturschutz ist nicht verhandelbar.“ Auch die grüne Wirtschaftsministerin Eveline Lemke geriet ins Visier von Büdenhölzer: „Wer schützt uns vor solchen ökologischen Scharlatanen? Verrat ist eine Kunst, den die Grünen bestens beherrschen.“

Vor Beginn der Versammlung hatte Bürgermeister Erner gegenüber der SZ kurz Stellung bezogen: Die Stadt habe „Ja“ zur Energiewende und auch zu den regenerativen Energien gesagt. Die Windkraft sei dabei eines der Standbeine neben der Geothermie. „Wir stehen dem positiv gegenüber“, sagte Erner. Bekanntlich ist die Stadt „Mehrheitsgesellschafter“ der Haubergsgenossenschaft, die Beschlüsse wurden daher vom Bürgermeister auch verteidigt: Denn von angeblicher Profitgier könne keine Rede sein, vielmehr würden Erträge auch dem städtischen Haushalt und damit den Bürgern zugute kommen.

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