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Tag des Kompliments
Wie man richtig Komplimente macht

Heute ist der Tag des Kompliments.
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ap Siegen. „Ein Kompliment ist so etwas wie ein Kuss durch einen Schleier“, sagte einst der französische Poet Victor Hugo. Es zaubert ein Lächeln ins Gesicht, eröffnet Gespräche, stärkt Beziehungen und kann dem Gegenüber eine große Freude bereiten. Doch Vorsicht: Manchmal werden die nett gemeinten Schmeicheleien ganz anders – und teilweise sogar als Beleidigung – aufgefasst.

„Komplimente sollen eigentlich etwas Schönes sein. Sie können aber auch diskriminierend, rassistisch oder frauenfeindlich sein“, warnt auch Dr. Uta Fenske von der Universität Siegen.

ap Siegen. „Ein Kompliment ist so etwas wie ein Kuss durch einen Schleier“, sagte einst der französische Poet Victor Hugo. Es zaubert ein Lächeln ins Gesicht, eröffnet Gespräche, stärkt Beziehungen und kann dem Gegenüber eine große Freude bereiten. Doch Vorsicht: Manchmal werden die nett gemeinten Schmeicheleien ganz anders – und teilweise sogar als Beleidigung – aufgefasst.

„Komplimente sollen eigentlich etwas Schönes sein. Sie können aber auch diskriminierend, rassistisch oder frauenfeindlich sein“, warnt auch Dr. Uta Fenske von der Universität Siegen. Nämlich dann, wenn sie – auf plumpe, manchmal auch subtile Art und Weise – Menschen aufgrund von Stereotypen abwerten, erklärt die Geschichtsdidaktik-Dozentin, die sich mit Gender Studies beschäftigt und zum Thema „Mannsbilder“ in Hollywoodfilmen promovierte.

Keine eindeutigen Regeln, was Kompliment ist

Das Problem: „Man weiß vorher nicht, wie ein Kompliment ankommt.“ Denn es gibt keine eindeutigen Regeln, was ein Kompliment ist und was nicht. Das heißt auch: Selbst wenn eine Bemerkung als solches gemeint war, kann sie anders ankommen. Wer was als Kompliment versteht, ist also sehr subjektiv.
Was für Fenske aber in jedem Fall unter die Kategorie verbale Belästigung statt schmeichelnder Bemerkung fällt: Äußerungen wie „Hey Kleine, geiler Körper“ sowie Kussgeräusche oder Hinterherpfeifen auf der Straße. Denn das sogenannte Catcalling reduziere (meist) Frauen auf ihren Körper, bringe sie in einen sexualisierten Kontext. „Es ist eine Form der Machtdemonstration und keine wertschätzende, lobende Äußerung – was ja das Wesen von Komplimenten ist“, erklärt die Dozentin.

Dr. Uta Fenske von der Universität Siegen ist Geschichtsdidaktik-Dozentin, beschäftigt sich mit Gender Studies und hat zum Thema „Mannsbilder“ in Hollywoodfilmen promoviert.
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Aber nicht nur das Gesagte selbst, sondern auch der Moment, in dem eine Aussage getätigt wird, macht einen großen Unterschied. „Komplimente zum guten Aussehen einer Frau sind beispielsweise im privaten Rahmen passend und erfreulich“, findet die Expertin. Zur Charakterisierung einer Rednerin bei einem öffentlichen Auftritt taugten sie aber „eher nicht“, findet Fenske, da es mehr um Qualifikation und Professionalität gehe, nicht aber um das Äußere und den Körper. „Das haben zum Beispiel die Diskussionen um die Begrüßung der Staatssekretärin Sawsan Chebli bei der Deutsch-Indischen Gesellschaft 2017 gezeigt.“

Kompliment steht und fällt mit richtigem Kontext

Ein weiteres Beispiel dafür, dass ein Kompliment mit dem (richtigen) Kontext steht und fällt: „Sie sprechen aber gut deutsch“ impliziert, dass eine Person aufgrund ihres Aussehens, ihres Namens oder ihrer Hautfarbe nicht deutsch sein kann. „Das ist nur dann ein Kompliment, wenn jemand, der erst seit Kurzem in Deutschland lebt, sehr gut oder fehler- und akzentfrei deutsch spricht“, betont die Siegener Dozentin. Sagt man es aber zu einem Afro-Deutschen, der in Deutschland geboren wurde, reduziere es das Gegenüber auf (s)ein Äußeres.

Ein gelungenes Kompliment hingegen sei eine wohlwollende, wertschätzende und überlegte Äußerung im richtigen Kontext, fasst die Expertin für Geschlechterforschung zusammen. Sie rät: „Bei Unsicherheit, ob das, was man sagen will, ein Kompliment ist, wäre eine Möglichkeit, sich zu fragen, ob man die Äußerung in der betreffenden Situation selbst gerne hören würde.“

Heute ist der Tag des Kompliments.
Dr. Uta Fenske von der Universität Siegen ist Geschichtsdidaktik-Dozentin, beschäftigt sich mit Gender Studies und hat zum Thema „Mannsbilder“ in Hollywoodfilmen promoviert.
Autor:

Alexandra Pfeifer

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