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SPD in Südwestfalen: Hilfe für den Wald
Wiederbelebende Maßnahmen

Ein weit verbreitetes Bild: Viele Fichten sind aufgrund des Borkenkäfers und der Trockenheit abgestorben. Jetzt stapelt sich das Schadholz an den Wegesrändern und auf kahlen, braunen Flächen, die zuvor Wald waren.  Foto: Sarah Panthel
  • Ein weit verbreitetes Bild: Viele Fichten sind aufgrund des Borkenkäfers und der Trockenheit abgestorben. Jetzt stapelt sich das Schadholz an den Wegesrändern und auf kahlen, braunen Flächen, die zuvor Wald waren. Foto: Sarah Panthel
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sp Siegen. Ein Blick in den Wald reicht, um zu sehen, dass er nicht gesund ist. In erster Linie ist es die Trockenheit, bedingt durch den Klimawandel, die ihm zu schaffen macht. Wo vorher vor allem saftig grüne Fichten standen, sind jetzt nur noch braune, kahle Flächen in der Landschaft. Ein Bild, das sich immer weiter ausbreitet.

Die SPD in Südwestfalen will den Wald unterstützen und hat jetzt ein Positionspapier mit sieben Punkten herausgebracht. Per Video-Pressekonferenz stellten die SPD-Landratskandidaten aus den Kreisen in Südwestfalen, mit dabei auch Siegen-Wittgensteins Landrat Andreas Müller, das Schreiben vor. Er betonte, dass sein Kreis der waldreichste in ganz Deutschland sei und die Identifikation mit dem Wald hier hoch sei.

sp Siegen. Ein Blick in den Wald reicht, um zu sehen, dass er nicht gesund ist. In erster Linie ist es die Trockenheit, bedingt durch den Klimawandel, die ihm zu schaffen macht. Wo vorher vor allem saftig grüne Fichten standen, sind jetzt nur noch braune, kahle Flächen in der Landschaft. Ein Bild, das sich immer weiter ausbreitet.

Die SPD in Südwestfalen will den Wald unterstützen und hat jetzt ein Positionspapier mit sieben Punkten herausgebracht. Per Video-Pressekonferenz stellten die SPD-Landratskandidaten aus den Kreisen in Südwestfalen, mit dabei auch Siegen-Wittgensteins Landrat Andreas Müller, das Schreiben vor. Er betonte, dass sein Kreis der waldreichste in ganz Deutschland sei und die Identifikation mit dem Wald hier hoch sei.

Die sieben Punkte für den Wald in Südwestfalen

• 1. Dürreschäden ausgleichen: Ein trockenes Jahr folgt dem nächsten. Zunehmend sind auch andere Baumarten wie Buchen, Eichen und Ahorne betroffen. Die Trockenschäden werden vermutlich weiter zunehmen. Die SPD fordert, dass deshalb schnell finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um die Waldbesitzer bei der Beseitigung oder auch bei der Vermeidung der Trockenschäden zu entlasten.

• 2. Rahmenbedingungen der Förderprogramme NRW richtig setzen: Grundsätzlich sei gut, dass das Förderprogramm „Extremwetter“ vom Land NRW weitergeführt werde. Die Sozialdemokraten kritisieren aber, dass die Anstellung von Unternehmern zur Maßnahmendurchführung aus dem Förderkatalog gestrichen wurde. „Denn viele Klein- und Kleinstwaldbesitzer können die notwendigen Arbeiten wie Abtransport von Schadholz nicht selbst leisten.“ Das Land müsse dafür sorgen, dass stark beschädigte und große Waldstücke bei der Förderungen nicht benachteiligt werden. Wenn Fördersummen ausblieben, würden die Eigentümer die notwendigen Maßnahmen nicht selbst durchführen. Die Folge: Nicht geräumtes Schadholz entwickelt sich zur Brutstätte von Borkenkäfern.

• 3. Waldumbau fachlich kompetent gestalten: Das Land muss nach Ansicht der SPD-Südwestfalen einen Leitfaden für die Waldeigentümer ausgeben, um die für den Waldumbau nötige Expertise zu vermitteln. Heißt: Beratung und Unterstützung beim Anbau neuer Bäume. Eingeführte Arten könnten unter anderem einen wichtigen Beitrag zum Aufbau ökologisch stabiler und vorratsreicher Wälder leisten. Außerdem müssten der Landesbetrieb Wald und Holz langfristig personell und finanziell gestärkt werden, sodass die gestiegenen Aufgaben im Staatswald bewältigt und Beratungen aller Waldbesitzer flächendeckend gewährleistet werden könnten.

• 4. Windkraft auch im Wald: Hier sehen die Sozialdemokraten keinen Widerspruch. Die Windenergie könne „insbesondere in den Landteilen mit hohem Waldanteil – wie beispielsweise in Südwestfalen – in Vereinbarkeit mit den Zielen zur Erhaltung und Entwicklung des Waldes ausgebaut werden und gleichzeitig eine interessante Einnahmequelle für Waldbesitzer und Kommunen darstellen“. Außerdem leiste die Windenergie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, die wiederum dem Klimaschutz und damit dem Erhalt des Waldes diene. Es sollte der Grundsatz „Windkraft mit Augenmaß“ gelten. Die Gegebenheiten vor Ort müssten durch Sachverständige unter Einbeziehung aller relevanter Fragen des Umwelt- und Naturschutzes mit einbezogen werden.

• 5. Maßnahmen zur Verbesserung der Ökosystemleistung honorieren: „Das Land NRW sollte Eigentümer zur Verbesserung der Ökosystemleistungsfähigkeit ihres Waldes motivieren. Dies muss in Kooperation mit dem Bund geschehen.“ Dafür müssten die Ökosystemleistungen von Wäldern benannt, definiert und messbar gemacht werden, um sie honorieren zu können.

Ökosystemleistungen sind die Beiträge und Dienstleistungen, die die Menschen von der Natur beziehen. Das sind unter anderem Versorgungsleistungen (Holz), regulierende Leistungen (Aufnahme von CO2) und kulturelle Leistungen (Erholung, Sport).

• 6. Waldbrandgefahr senken: Die Gefahr von Bränden im Wald steigt aufgrund der Trockenheit. Das Förderprogramm „Extremwetter Bund“ sieht Fördermöglichkeiten zum Schutz vor. Ein entsprechendes Landesprogramm soll nach der SPD geschaffen werden, beispielsweise für Waldbrandschutzstreifen mit feuerhemmenden Baumarten, für Brandschutzschneisen, für das Anlegen von Feuerlöschteichen und Wasserentnahmestellen.

• 7. Wildschäden verringern: Die SPD betont, dass sie sich dem großen Konfliktpotenzial von Wald und Wild bewusst sei. Es gelte einen Weg zu finden, die frisch gepflanzten Setzlinge effektiv vor Wildverbiss zu schützen. Sollte der Tierbestand die Wiederaufforstung zu stark gefährden, müsse über eine Senkung des Wildbestandes diskutiert werden. Waldränder mit Kräutern und Sträuchern könnten angelegt werden, um damit den Verbiss zu senken. Und: „Waldbau und Jagd müssen konsequent zusammen gedacht werden.“

André Stinka, umweltpolitischer Sprecher des SPD-Landtagsfraktion, sprach bei dem Papier von einer „ganz wichtigen Arbeitsgrundlage“ für Düsseldorf. Es brauche einen „breiten Dialog“ mit der Landesregierung und allen Beteiligten, nicht nur mit Fachverbänden und großen Waldbesitzern. Auch Kleinstwaldbauern und Genossenschaften müssten in den Blick genommen werden.

Zahlen zum Wald in Südwestfalen

Südwestfalen besteht aus fünf Kreisen: 6190 Quadratkilometer Bodenfläche. Der Anteil der Waldflächen ist mit 51 Prozent doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist zu 66 Prozent bewaldet, der Kreis Olpe zu 62 Prozent. In ganz Südwestfalen besteht ein geschätzter Holzvorrat von ca. 76. Mill. Erntefestmetern.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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