Windkraftflächen bereits gerodet

Nach den Recherchen des Naturschützers Gerhard Bottenberg liegt die zukünftige Windkraftfläche mitten in einem Lebensraum des seltenen Haselhuhns. Foto: Dirk Manderbach
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dima - Der BUND-Aktivist Gerhard Bottenberg Bottenberg hat sich auf die Spuren des Haselhuhns geheftet – er sucht, findet und fotografiert Trittsiegel der Tiere. In NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen. Am Montag stand er auf dem Gebiet der Dillbrechter Waldgenossenschaft, einen schwachen Steinwurf vom Rothaarsteig und von der Grenze zu Wilgersdorf entfernt. Nach Kyrill erlebte das ornithologische Juwel hier seine Renaissance, die schon bald wieder vorüber sein wird, befürchtet der Windkraft-Kritiker Bottenberg. Denn auf dem Gebiet der Dillbrechter Waldgenossen haben die Vorbereitungsarbeiten für den Bau von drei Windkraftanlagen begonnen, die im Frühling nach dem Bundesimmissionschutzgesetz (BImSch) genehmigt worden waren.

Auf SZ-Anfrage bestätigte Jens Baecker von der Windkraft-Firma Juwi in Wörrstadt den Beginn der Bauarbeiten. Im kommenden Frühjahr sollen die drei Anlagen mit Nabenhöhen von 140 Metern und einer Gesamthöhe von 196 Metern montiert werden. Für Beobachter kommt der Baubeginn trotz Genehmigung überraschend. Nach SZ-Informationen müssen die Windräder über den Gernsdorfer Henneberg angeliefert und später gewartet werden. Und zwar erst einmal über Wege, die sich im Eigentum der Kommune Wilnsdorf befinden. Das gleiche gilt für die Verlegung der Stromkabel. Eine Genehmigung liegt aber noch nicht vor, wie Josef Nordmann von der Gemeindeverwaltung Wilnsdorf auf SZ-Nachfrage erklärte.

Wie ebenfalls von der Verwaltung zu erfahren war, wurde die Frage der Zuwegung vom Regierungspräsidium Gießen, diesmal vollkommen unüblich, aus dem BImSch-Genehmigungsverfahren ausgeklammert. Es wird also Wald gerodet, ohne dass die Frage der Zuwegung offiziell geklärt wurde. Erst im Dezember werde der Wilnsdorfer Hauptausschuss diese Frage beraten, erklärte Josef Nordmann.

Für Josef Bottenberg vom BUND ist die Windkraftplanung in Dillbrecht jedenfalls eine naturschutzfachliche Sünde. Der bewaldete Höhenrücken zählt seinen Recherchen zufolge zu einem Haselhuhnbiotop, das sich von Rheinland-Pfalz über die Kalteiche bis nach Hessen zieht. Die Windräder werden mitten im Biotop stehen. An die Rodungsfläche grenzt sogar das Vogelschutzgebiet „Hauberge Haiger“ an – hessenweit der einzige Haselhuhn-Lebensraum. Und eine aktualisierte Empfehlung der Länderarbeitsgruppe der staatlichen Vogelschutzwarten rät zu einem Abstand von 1000 Metern zwischen Windkraftrad und Haselhuhnvorkommen.

Übrigens: Laut dem aktuellen Nabu-Vereinsmagazin „Naturschutz heute“ wurde diese Empfehlung auf Druck der Windkraft-Lobby bisher noch nicht veröffentlicht. Dirk Manderbach

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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