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Kunstwerk verschrotten oder zurückgeben
Windsegel bekommt keinen Platz im neuen Herrengarten

Kein Bild für die Ewigkeit: Die Brüder-Busch-Figuren werden ihren jetzigen Standort verlassen und in neuem Farbglanz in den neugestalteten Schlosspark ziehen. Auch das Windspiel am Mast über dem Herrengarten soll weg – und zwar für immer.
  • Kein Bild für die Ewigkeit: Die Brüder-Busch-Figuren werden ihren jetzigen Standort verlassen und in neuem Farbglanz in den neugestalteten Schlosspark ziehen. Auch das Windspiel am Mast über dem Herrengarten soll weg – und zwar für immer.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

js Siegen. Der neue Park im Siegener Herrengarten soll ein Hingucker werden. Der Gebäudekomplex mit dem Charme der 70er-Jahre wird in diesem Jahr abgerissen, die Neugestaltung des freibleibenden Areals als moderner Stadtpark ist nun auch in den Detailplanungen ziemlich konkret. Viel Grün, eine Prise Beton, Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten, eine Bühne und eine Tanzfläche – das alles soll Platz finden im neuen Herrengarten. Bestehende Kunstwerke sollen jedoch nicht mehr integriert werden, weder die Brüder Busch noch das Windspiel auf der Stange.
Grauen Zeiten soll blühende Zukunft folgen
Die mehrfach durch Vandalismus geschädigten Figuren der Musikerbrüder Alfred und Fritz Busch haben eine blühende Zukunft vor sich.

js Siegen. Der neue Park im Siegener Herrengarten soll ein Hingucker werden. Der Gebäudekomplex mit dem Charme der 70er-Jahre wird in diesem Jahr abgerissen, die Neugestaltung des freibleibenden Areals als moderner Stadtpark ist nun auch in den Detailplanungen ziemlich konkret. Viel Grün, eine Prise Beton, Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten, eine Bühne und eine Tanzfläche – das alles soll Platz finden im neuen Herrengarten. Bestehende Kunstwerke sollen jedoch nicht mehr integriert werden, weder die Brüder Busch noch das Windspiel auf der Stange.

Grauen Zeiten soll blühende Zukunft folgen

Die mehrfach durch Vandalismus geschädigten Figuren der Musikerbrüder Alfred und Fritz Busch haben eine blühende Zukunft vor sich. Sie werden in Kürze abmontiert, aufwendig gereinigt und wieder auf alten Farbglanz gebracht. Demnächst sollen sie aber nicht mehr über die Siegtreppen auf den Flusslauf blicken, sondern auf den neuen Musikpavillon, der im Park des Oberen Schlosses errichtet wird. Die Figuren sollen in einem Beet des nachts gesperrten Areals stehen und damit nicht mehr unter Sprühfarbe und sonstigen Schmierereien leiden müssen.

Windsegel spielt im neuen Herrengarten keine Rolle

Auch das Windsegel, das sich hoch über dem Gebäude von Luftbewegungen in Position bringen lässt, wird im neuen Park keine Rolle spielen. Die rotierende, kubistische Metallkonstruktion stammt vom Kasseler Künstler Friedel Deventer und wurde laut dessen Website 1998 geschaffen. Das Windsegel und die Fassadenelemente sind weder vom Architekten noch vom Künstler als zwingende Einheit konzipiert worden, sodass die Stadt über den Umgang und eine neue Platzierung des Kunstwerks als freistehendes Stück nachgedacht hat. Zunächst, so die Verwaltung, habe der Künstler keinen Anspruch auf eine Mitsprache bei der zukünftigen Verwendung des von ihm entworfenen Objekts erhoben – daher haben es die Parkplaner auch nicht weiter berücksichtigt.

Künstler Friedel Deventer droht Stadt Siegen mit Anwalt

Inzwischen aber soll es sich der Kasseler anders überlegt haben, er habe nun doch wieder Interesse geäußert. Wie Projektleiter Thomas Griese jetzt im Bauausschuss erklärte, legt Deventer jetzt Wert auf seine Urheberrechte. Er habe der Stadt als Eigentümerin des Objekts vorgeschlagen, für den umgestalteten Herrengarten ein neues Kunstwerk zu schaffen. Die Verwaltung habe abgelehnt, woraufhin der Kreative rechtliche Schritte angekündigt habe. „Er hat uns mit einem Anwalt gedroht, wenn wir nicht kooperieren“, erklärte Griese. Der Fall liege jetzt also bei der Rechtsverwaltung der Stadt.
Auf Anfrage der SZ bestätigte Friedel Deventer, dass er juristischen Rat in dieser Sache suche. Seiner Auffassung nach stehe ihm das Recht zu, auch nach Abriss des Herrengarten-Gebäudes noch im öffentlichen Raum der Stadt Siegen sichtbar zu sein mit seinem Werk.

Windsegel entsorgen oder dem Künstler zurückgeben

In der Politik stößt der Kasseler auf wenig Verständnis mit dieser Sichtweise. Künstler seien zwar „emotionale Menschen“, meinte Christian Welter (Volt). Das jetzige Verhalten sei aber „kein feiner Stil.“ Für Ansgar Cziba (Grüne) war die Sache klar. Es handele sich um „Kunst am Bau“. Da das Gebäude aber demnächst untergehe, müsse das Kunstwerk auch verschwinden.
Cziba schlug vor, Deventer sein Werk zurückzugeben. Der Ausschuss stimme zu, wollte das Windsegel weder im Park noch andernorts in der Stadt unterbringen. Sollte der Künstler sein Werk wiederhaben wollen, soll die Stadt es einpacken und zurückschicken. Andernfalls soll es entsorgt werden, empfiehlt das Gremium aus der baulichen Perspektive. Die endgültige Entscheidung aber obliegt dem Kulturausschuss Ende April.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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