SZ

600 Teilnehmer bei Kundgebung zum Klimastreik
„Wir haben nur die eine Erde“

Nein, es hat keine Verletzten gegeben bei der freitäglichen Klima-Demonstration auf der Siegbrücke: „Wenn die Glocken der Martinikirche läuten, stellen wir uns alle tot und legen uns hin.“ Als Sinnbild für den drohenden Klima-Tod.  Fotos: Michael Roth
5Bilder
  • Nein, es hat keine Verletzten gegeben bei der freitäglichen Klima-Demonstration auf der Siegbrücke: „Wenn die Glocken der Martinikirche läuten, stellen wir uns alle tot und legen uns hin.“ Als Sinnbild für den drohenden Klima-Tod. Fotos: Michael Roth
  • hochgeladen von Michael Roth (Redakteur)

mir Siegen. Immer wieder freitags. Genug Zeit, um fürs notleidende Klima auf die Straße zu gehen. 600 Menschen taten das gestern ein weiteres Mal vom Weidenauer Bismarckplatz aus. Viele junge Leute, dazwischen ein paar wenige Personen, die politische Mandate ausüben. Ihr aller Ziel: eine Kundgebung auf der Siegbrücke an den neuen Ufern.
Eine Art Flashmob: "Wir stellen uns alle tot"Einem Flashmob ähnlich gab eine besondere Aktion der Demonstration einen Stempel: „Wenn die Glocken der Martinikirche läuten, stellen wir uns alle tot und legen uns hin.“ Gesagt, getan. Für eine Minute oder etwas länger saßen und lagen die Menschen am Boden, simulierten besagten Klima-Tod.

Dazu passend an anderer Stelle: ein akustischer Klima-Alarm, es hätte auch eine Kettensäge im Wald sein können.

mir Siegen. Immer wieder freitags. Genug Zeit, um fürs notleidende Klima auf die Straße zu gehen. 600 Menschen taten das gestern ein weiteres Mal vom Weidenauer Bismarckplatz aus. Viele junge Leute, dazwischen ein paar wenige Personen, die politische Mandate ausüben. Ihr aller Ziel: eine Kundgebung auf der Siegbrücke an den neuen Ufern.

Eine Art Flashmob: "Wir stellen uns alle tot"

Einem Flashmob ähnlich gab eine besondere Aktion der Demonstration einen Stempel: „Wenn die Glocken der Martinikirche läuten, stellen wir uns alle tot und legen uns hin.“ Gesagt, getan. Für eine Minute oder etwas länger saßen und lagen die Menschen am Boden, simulierten besagten Klima-Tod.

Dazu passend an anderer Stelle: ein akustischer Klima-Alarm, es hätte auch eine Kettensäge im Wald sein können. Aber der Bezug zu den sterbenden Fichtenkulturen kam durch. Akustisch etwas anspruchsvoller gestaltete sich ein Song der Waldorf-Schüler (Klasse 8). Sinngemäß mit dem Tenor: „Wir haben nur die eine Erde.“

Nichts als Symbolpolitik

Einen Redner hatte die Veranstaltung auch: den Staats- und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Dr. Helge Peukert von der Uni Siegen. Der hält von der gerade beginnenden Weltklimakonferenz in Madrid rein gar nichts. Weil: 24 solcher Tagungen hat es schon gegeben, „und 24 mal bin ich bisher enttäuscht worden. Ich traue diesen Politikern nicht mehr, sie betreiben nur Symbolpolitik. Mehr nicht.“

Als Beispiel genau dafür zog Peuckert das EU-Parlament als Argumentationshilfe heran, die in Brüssel tagenden Abgeordneten haben ja soeben den Klimanotstand ausgerufen. Peuckert: „Aber sie haben damit nichts verbunden. Alles lief so glatt ab, man wollte bloß nichts Konkretes da hinein schreiben, um sich ja nicht festlegen zu müssen.“

Peukert trat gestern auf, als wäre er ein Oppositionsführer, der Unliebsames anspricht und Systemkritik äußert. So erinnerte er daran, dass die Stadt Siegen in Bälde einen neuen Stromvertrag abschließen wird. Eine Gelegenheit zum Neustart unter korrigierten Vorzeichen sollte das seiner Ansicht nach sein. Nicht verstehen mochte er, dass ein Sparkassendirektor doppelt so viel verdient wie die aktuelle Kanzlerin. Da ließe sich, so tat er kund, ein Teil abschöpfen für einen wie auch immer gearteten Fonds zur Bekämpfung des Klimanotstands.

„Das Agitieren hat er gut drauf.“

Die Demonstranten applaudierten, derweil schlenderten zufällig des Weges kommende Passanten einfach weiter. Wie üblich zur Mittagspausenzeit. Einer wagte einen Kommentar: „Das Agitieren hat er gut drauf.“

Im nahen Kaffeehaus saßen derweil andere Menschen zahlreich und betont entspannt auf den Outdoor-Plätzen, genossen Zigarettchen und Heißgetränke unter eingeschalteten Heizstrahlern. Ein eher ahnungsloser Umgang mit dem Thema Klima. Positiv gedacht, das freitägliche Leben in Siegen ist halt reich an unterschiedlich gepolten Bürgern.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen