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Zweite Corona-Impfung im Marienheim
„Wir kämpfen um jedes Tröpfchen“

Erika Löwer war im Dezember die Erste in NRW, die das Mittel gegen das Coronavirus injiziert bekommen hatte.  Am Sonntag impfte sie Dr. Thomas Gehrke zum zweiten Mal.
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  • Erika Löwer war im Dezember die Erste in NRW, die das Mittel gegen das Coronavirus injiziert bekommen hatte. Am Sonntag impfte sie Dr. Thomas Gehrke zum zweiten Mal.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

sp Weidenau. Ein wenig entspannter als beim ersten Mal geht es an diesem Sonntagvormittag im Marienheim in Weidenau zu. Mitarbeiter und Bewohner, die einer Impfung gegen das Coronavirus zugestimmt hatten, werden jetzt ein zweites Mal geimpft. Der empfohlene Mindestabstand von 21 bzw. 28 Tagen (je nach Hersteller) zur ersten Dosis wird eingehalten. Die Impfaktion startet allerdings nicht in den frühen Morgenstunden, so wie am 27. Dezember, sondern erst gegen 11.30 Uhr. Etwa eine halbe Stunde nachdem die gut gekühlten Fläschchen angeliefert wurden.
Dr. Thomas Gehrke, Leiter des Impfzentrums Siegen-Wittgenstein, und das Team von drei weiteren Ärzten haben bereits Routine. „Das Impfen kann jeder, aber mit dem Impfstoff umzugehen ist schwierig“, sagt der Mediziner.

sp Weidenau. Ein wenig entspannter als beim ersten Mal geht es an diesem Sonntagvormittag im Marienheim in Weidenau zu. Mitarbeiter und Bewohner, die einer Impfung gegen das Coronavirus zugestimmt hatten, werden jetzt ein zweites Mal geimpft. Der empfohlene Mindestabstand von 21 bzw. 28 Tagen (je nach Hersteller) zur ersten Dosis wird eingehalten. Die Impfaktion startet allerdings nicht in den frühen Morgenstunden, so wie am 27. Dezember, sondern erst gegen 11.30 Uhr. Etwa eine halbe Stunde nachdem die gut gekühlten Fläschchen angeliefert wurden.
Dr. Thomas Gehrke, Leiter des Impfzentrums Siegen-Wittgenstein, und das Team von drei weiteren Ärzten haben bereits Routine. „Das Impfen kann jeder, aber mit dem Impfstoff umzugehen ist schwierig“, sagt der Mediziner. Die Herausforderung: Aus einem Fläschchen müssen genau sechs Dosen gewonnen werden. Das war im Dezember noch anders. Die Hersteller hatten zu dieser Zeit nur fünf Portionen pro Fläschchen zugelassen. Jetzt soll es eine Dosis mehr sein.

Pause nach fünf bis sechs Fläschchen

Also sitzen Dr. Gehrke und sein Kollege hochkonzentriert an einem Tisch und bereiten die Spritzen vor, so lange, bis die Hände sich entspannen müssen. „Etwa fünf bis sechs Fläschchen kann man aufziehen, dann muss man eine Pause machen“, so Gehrke. „Wir kämpfen um jedes Tröpfchen.“ Immerhin 115 Bewohner und Mitarbeiter wollen das Mittel an diesem Tag bekommen, das sie vor Covid-19 schützen soll. 20 Fläschchen wurden geliefert, da bleibt nur eine „Reserve“ von fünf.
Organisatorisch ist dieses Mal weniger zu tun, die Einverständniserklärungen der Bewohner liegen vor, die meisten Fragen sind bereits beantwortet. Die Mitarbeiter des Marienheimes gehen mit Listen die Wohnbereiche ab und bringen die Bewohner der Reihe nach in die 1. Etage, wo die Impfungen durchgeführt werden. „Sie sind froh, wenn sie es hinter sich haben“, weiß Gehrke. Angst sei kaum dabei, die Senioren seien eher froh, wenn sie bald wieder Besuch empfangen könnten.
Unter den Geimpften befindet sich ein bekanntes Gesicht: Erika Löwer war im Dezember die Erste in NRW, die das Mittel gegen das Coronavirus injiziert bekommen hatte. Ob sie nach wie vor fit ist? „Ja, immer“, sagt sie mit einem Lächeln. Die erste Impfung hatte sie, wie die anderen Bewohner, gut überstanden. Thomas Gehrke berichtet, dass nur wenige Geimpfte an der Einstichstelle oder am Arm leichte Schmerzen hatten. Diese seien nach zwei Tagen aber wieder verschwunden.

Impfstoff reichte für alle

Erika Löwer hat für ihren Mut viel Zuspruch bekommen. Besonders gefreut hat sie sich über einen Brief von einem Jungen aus Halberstadt (Sachsen-Anhalt). „Ich war ganz erstaunt“, sagt sie, als das Schreiben am Donnerstag bei ihr ankam. Darin steht in großen Buchstaben unter anderem: „Sie haben so viel Fachwissen und Lebenserfahrung. Die Welt braucht Sie! Die Jugend kann noch viel von Ihnen lernen.“ Noch hat sie Florian, so der Name des Schreibers, nicht geantwortet. Das könne sie selbst nicht mehr, aber ihre Enkelin wird sie dabei unterstützen.
Am Ende reichte der Impfstoff übrigens für alle Impfwilligen aus. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte das Heim nachbestellen müssen. „Ein großer Aufwand“, sagt Gehrke.

Erika Löwer war im Dezember die Erste in NRW, die das Mittel gegen das Coronavirus injiziert bekommen hatte.  Am Sonntag impfte sie Dr. Thomas Gehrke zum zweiten Mal.
Beim Aufziehen der Spritzen ist höchste Konzentration erforderlich.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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