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Gut 200 Landwirte demonstrierten in Netphen
"Wir sind alle am Limit"

Mit einem Mahnfeuer machten die Landwirte in Netphen auf ihre Situation aufmerksam.
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kay Nepthen. „Land schafft Verbindung“, so lautete das Motto der mehrstündigen Aktion, in deren Zuge sich am Samstagabend heimische Landwirte zu einem Mahnfeuer auf dem Parkplatz des Raiffeisenmarktes in Netphen versammelten. Nach und nach füllte sich der große Platz mit nahezu 100 Traktoren und gut 200 Landwirten, die ihrem Unmut Luft machten und für eine verbesserte Agrarpolitik demonstrierten.
Das gleiche ZielDie Landwirte halten offenbar zusammen und haben wohl alle das gleiche Ziel – nur so ist es zu erklären, dass sich in der recht kurzfristig anberaumten Zusammenkunft eine so große Anzahl an Teilnehmern auf den Weg nach Netphen machte.

kay Nepthen. „Land schafft Verbindung“, so lautete das Motto der mehrstündigen Aktion, in deren Zuge sich am Samstagabend heimische Landwirte zu einem Mahnfeuer auf dem Parkplatz des Raiffeisenmarktes in Netphen versammelten. Nach und nach füllte sich der große Platz mit nahezu 100 Traktoren und gut 200 Landwirten, die ihrem Unmut Luft machten und für eine verbesserte Agrarpolitik demonstrierten.

Das gleiche Ziel

Die Landwirte halten offenbar zusammen und haben wohl alle das gleiche Ziel – nur so ist es zu erklären, dass sich in der recht kurzfristig anberaumten Zusammenkunft eine so große Anzahl an Teilnehmern auf den Weg nach Netphen machte. Alle zogen an einem Strang, egal ob Voll- oder Nebenerwerbslandwirt, ob Milchvieh- oder Ammenkuhhalter, ob konventionell oder nach Bio-Vorgaben arbeitend.

Milchpreise nicht der tatsächliche Wert

Die Demonstranten wollten deutlich machen, dass die Landwirte auf die Preise für den Endverbraucher keinen Einfluss haben. Der Preis bei Milch beispielsweise spiegele nicht den tatsächlichen Wert wider. Der Milchpreis liegt aktuell bei 31 Cent pro Liter – damit bekommt der Erzeuger genauso viel wie vor 30 oder 40 Jahren.

"System durchbrechen"

So bleibt den Landwirten nichts anderes übrig, als sich zu vergrößern. „Da gerät man an die Belastungsgrenze. Unser Land, unsere Familien – wir sind alle am Limit. Dieses System muss durchbrochen werden“, sagte Hermann Klöckner, Ortslandwirt von Netphen. Zudem legte er großen Wert darauf zu betonen, dass die heimischen Landwirte die Garanten für gute Lebensmittel seien. in der Region werde oft biologisch produziert.
Alle anwesenden Landwirte waren sich einig, dass sie nicht effektiver und intensiver arbeiten könnten, als sie es bereits tun. Es sei endlich an der Zeit, dass die Arbeit auf den Preis umgelegt werde.

Landwirte in den Vordergrund rücken

Netphens Bürgermeister Paul Wagener, der als Unterstützer der Aktion ein Grußwort an die Protestierenden richtete, bemängelte, dass die Landwirte wegen der großen Vermarkter und Supermarktketten heutzutage immer mehr in den Hintergrund gedrängt würden. Daher sei es an der Zeit, die heimischen Erzeuger zu unterstützen und wieder in den Vordergrund zu rücken.
Landwirte seien die besten Landschafts-Erhalter und Klimagestalter, so Wagener weiter. Sie kümmerten sich um die Natur und nutzten die vorhandenen Ressourcen zur Lebensmittelgewinnung. „Ihr seid gerade in der heutigen Zeit ein Sinnbild für Nachhaltigkeit und ökologisches Denken und Handeln“, schloss er das Grußwort.

Auf die Region zuschneiden

Die erste stellv. Landrätin Jutta Capito, die ebenfalls einige Worte an die Landwirte richtete, stimmte dem Gesagten zu und stellte sich mit den Landwirten auf eine Seite. Sie ergänzte, dass alles alles mehr auf die Region zugeschnitten werden müsse. Man könne großflächig wirtschaftende Betriebe in anderen Regionen oder Ländern nicht mit den hier tätigen gleichsetzen. Die Landwirte hätten unter der Gesamtsituation zu leiden. Die Art, wie hier gewirtschaftet werde, sei überall wünschenswert.

Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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