„Wir werden wieder mehr“

Die Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds startete mit einer Demo vor den Türen der Agentur für Arbeit in Siegen.  Foto: kk
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kk Siegen. „Wir werden wieder mehr. Das ist ein gutes Zeichen am heutigen Tage“, leitete Willi Brase als Vorsitzender der DGB-Region Siegen-Wittgenstein-Olpe die Veranstaltung zum Tag der Arbeit im Ringlokschuppen ein. Zuvor waren rund 300 Gewerkschafter – begleitet von Trommelklängen und Trillerpfeifen – vom Sitz der Agentur für Arbeit an der Emilienstraße bis zum Kundgebungsort hinter dem Siegener Bahnhof gezogen. Das Motto der diesjährigen Maifeiern lautete „Arbeit für alle bei fairem Lohn!“. Dieses Motto sei ein Grundrecht aller arbeitenden Menschen. Momentan sei zu beobachten, wie die Finanz- und Wirtschaftskrise dieses Grundrecht allmählich bedrohe.

Der DGB fordere zuvorderst zweierlei: Keine Entlassungen in 2009 und Arbeit und Ausbildung für die jungen Menschen. Rund 30 000 Menschen befänden sich in der Region derzeit in Kurzarbeit: „Eine solche Zahl haben wir in den letzten Jahrzehnten nicht gehabt.“ Unverständnis äußerte der DBG-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete für Unternehmen, die ungeachtet dieses Instruments Mitarbeiter auf die Straße setzten.

Brase begrüßte die Verlängerung des Kurzarbeitergelds auf 24 Monate, forderte aber gleichzeitig, auch das Arbeitslosengeld I zumindest zwei Jahre lang zu gewähren.

Hinsichtlich des befürchteten Aufmarschs von Rechten in Eiserfeld am gestrigen Nachmittag plädierte der Sozialdemokrat für ein Verbot der NPD. Er warnte die Bürgerinnen und Bürger davor, Unterschriften für Kandidatenlisten zu leisten: „Wir wollen die NPD nicht in unseren Parlamenten haben.“

Sebastian Kenn informierte die Anwesenden über den Stand der Tarifverhandlungen in der Diakonie. Am Mittwoch geht es zur Kundgebung nach Bielefeld: „Wir streiten für einen gerechten Lohn und fordern einen Tarif auf dem Niveau des öffentlichen Dienstes.“Gastredner war Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, ehemaliger Leiter der Abteilung Sozialpolitik beim Vorstand der IG Metall. Er vertrat die Auffassung, dass die Lage im Land schwieriger sei, als die Stimmung dies vermuten lasse. Es gehe nun darum, die Wirtschaft nach vorne zu bringen und den Wohlstand für alle zu erhalten. „Es geht um eine Wirtschaft, die sich nicht nur an den Aktionären, sondern an allen orientiert.“ Benötigt werde eine sozial-ökologische Kehrtwende der Wirtschaftsordnung. Gebraucht werde insgesamt eine Weltwirtschaft mit Regeln und Werten. Die aktuelle Krise könne nur mit vereinten internationalen Anstrengungen gemeistert werden. Deutschland als größte europäische Wirtschaftsmacht mit starker Exportorientierung bringe sich nach wie vor zu wenig ein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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