Wird Siegen „aufgekocht“?

 Die Szene sieht zwar zum Weinen aus (und sie war es auch, weil hier Markus Hayer/Nr. 8 Zouhair Bouadoud nach dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal trösten musste), doch sie birgt auch etwas Positives: denn zum ersten Mal seit dem 1. Spieltag können die beiden erfahrenen Siegener Angreifer heute gegen den SV Rödinghausen wieder in einem Regionalliga-Spiel gemeinsam auflaufen. Foto: cst
  • Die Szene sieht zwar zum Weinen aus (und sie war es auch, weil hier Markus Hayer/Nr. 8 Zouhair Bouadoud nach dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal trösten musste), doch sie birgt auch etwas Positives: denn zum ersten Mal seit dem 1. Spieltag können die beiden erfahrenen Siegener Angreifer heute gegen den SV Rödinghausen wieder in einem Regionalliga-Spiel gemeinsam auflaufen. Foto: cst
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geo - Mit dem SV Rödinghausen treffen die Siegener Sportfreunde am Samstag um 14 Uhr im Leimbach-Stadion auf einen höchst bemerkenswerten Gegner, der weit mehr ist als nur ein Aufsteiger in die Regionalliga West. Die schier unglaubliche sportliche Entwicklung des kleinen Dorfvereins aus dem Kreis Herford ist zunächst einmal nicht einzigartig in Deutschland, schließlich gibt es von Konstanz bis Kiel und von Aachen bis Görlitz genügend finanzkräftige Unternehmer, die sich nebenbei die Alimentierung eines Fußballvereins leisten. wie in diesem Fall der ortsansässige Küchenmöbelhersteller Horst Finkemeier („häcker“).

Auch in der näheren Umgebung gibt es da erfolgreiche Beispiele, nehmen wir nur die Oberligisten TuS Erndtebrück (Erndtebrücker Eisenwerke) oder TSV Steinbach (Sibre) bzw. den Westfalenligisten 1. FC Kaan-Marienborn (Herkules). Und auch die Sportfreunde dürfen sich nun wahrlich nicht beklagen, führten doch die Millionen des Weltmarktführeres Utsch KG den Vereinsweg zwischenzeitlich bis in die 2. Liga. Diese Ära ist indes vorbei, erst vor wenigen Tagen wurde schriftlich die vom Ehrenpräsidenten Manfred Utsch versprochene Altlastentilgung unterschrieben: damit ist die Ära Utsch ein füpr allemal Geschichte, müssen sich die Siegener Fußballer von dem „ernähren“, was die Region sonst noch für sie bereithält, auch wenn es derzeit eher Brotkrumen sind.

Und so haben sich die Vorzeichen gewandelt, sind die Sportfreunde im Kontrast zum heutigen Gegner nur noch ein kleines Licht auf der Fußball-Bühne. Der spielte zwar 2010 noch in der Kreisliga Herford, stieg dann aber fünf sagenhafte Male in Folge auf: der perfekte Durchmarsch bis in die vierthöchste3 Spielklasse Deutschlands. Lediglich 2013/2014, also in der letzten Saison, wurden die direkt an der niedersächsischen Grenze beheimateten Kicker nicht Meister sondern stiegen als Vizemeister auf - übrigens im Gegensatz zum Titelträger Arminia Bielefeld U 23, die nicht aufsteigen durften.

Schon mit dem Aufstieg in die Landesliga übernahm der ehemalige Trainer des SC Verl und eines anderen Aufsteiger-Clubs (TuS Dornberg) das Ruder im kleinen Rödinghausen (10 000 Einwohner) und baute die Mannschaft Jahr für Jahr um. Während die Profi-Spieler in der Regel beim Küchenhersteller Häcker angestellt wurden, gedeihte das Projekt in schier atemberaubender Weise. Das schmucke Wiehenstadion wurde fertiggestellt, in dem schon der FC Valencia, Aston Villa und Werder Bremen aufspielten. 2500 Plätze bietet das viereckige Stadion, 1900 davon überdacht. 78 Business-Seats mit direktem Zugang zur VIP-Lounge locken vornehmlich die Geschäftskunden der „A30-Küchenmeile“ ins Wiehengebirge.

Dabei verstand Trainer Ermisch es stets, keine abgehalfterten Stars in den Nordzipfel Ostwestfalens zu locken sondern die Mannschaft als Kollektiv immer optimal zu verbessern. Die Erfolge sind beachtlich: vier ihrer sechs Regionalliga-Spiele gewannen die Rödinghausener bereits und sind daher mit zwölf Punkten Tabellenfünfter. Die Sportfreunde, heute Gegner der Aufsteiger, haben bislang nicht ganz so viele Punkte geholt. Genauer gesagt: keinen einzigen und rangieren daher auch so gut wie am Tabellenende. Trainer Matthias Hagner begutachtete seinen heutigen Gegner am letzten Freitag beim 2:0-Sieg über den SC Verl. Am Mittwoch schied das Team im Westfalenpokal aus: allerdings nur denkbar knapp mit 0:1 vor fast 4000 Zuschauern auf der Bielefelder „Alm“ gegen Drittligist Arminia Bielefeld.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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