Wirsing unterm Krönchen

»Siegen Kabarett« im Lÿz startete in Saison

goll Siegen. Zahlreich kamen die Kabarett-Freunde am Sonntagabend ins Lÿz. Sie drängten sich in die Stuhlreihen des kleinen Theaters, um beim Saison-Auftakt von »Siegen Kabarett« dabei zu sein. Michael Steinke, »Ursel und Herr Genähr« und die »Stresemanns« erörterten die wichtigen Themen der Zeit: vom Libanon-Einsatz der Bundeswehr, über die Geschlechterdebatte, bis hin zu den meteorologischen Eigenschaften Siegens.

Eingangs wagten die »Stresemänner« (Fliege, Zimmermann) einen Blick in die Zukunft und feierten Angela Merkels 90. Geburtstag. Angie ist auch noch im hohen Alter Kanzlerin ist. Geladen waren dazu die Herren der Politik, grandios parodiert von Sebastian Zimmermann. Bei Michael Steinkes »Stand up Tragedy« flossen Tränen – vor Lachen versteht sich. Der Düsseldorfer strapazierte die Lachmuskeln mit seinem Kindheitstrauma vom übermäßigen Bananenessen und gleichzeitigem Hoppe-Hoppe-Reiter auf den Knien des Vaters (das auch bei Kindern zum Brechreiz führen kann). Differenziert erläuterte er die Arbeitsweise des weiblichen wie auch des männlichen Hirns und erklärt anthropologisch fundiert, wie es dazu kommt, dass dem Mann die Höhle reicht, während die Frau ein »Zuhause« benötigt, um sich wohl zu fühlen.

Dann betraten »Ursel und Herr Genähr« die Bühne. Mit der Handtasche eng am Körper und dem Dutt, in der »crazy hair factory« frisch eingesträhnt, erklärte »Ursel« (Christa Weigand) die Welt. Sie sensibilisierte das Publikum für den Umweltschutz und plädierte angesichts der Vorliebe ihrer Bekannten für Eichenmöbel für ein Rodungsverbot von »Eiche rustikal«. Auch ihre Pläne, ein Geschäft für »Wirsing-Gestecke« (Wirsing unterm Krönchen) zu eröffnen, wollte sie dem Publikum nicht vorenthalten.

Oberlehrer Fliege von den »Stresemanns« lud als Gleichstellungsbeauftragter zur Erwachsenenbildung mit Shakespeares »Romeo und Julia« ein. Er deckte mit seiner literarischen Untersuchung das Dilemma zwischen Mann und Frau auf, attestierte zwischendurch die Bildungsmisere, und stellte zum Abschluss die Hausaufgabe: ist »Lebensgefährte von Lebensgefahr abzuleiten?«. Wieder im Duo verarbeiteten die »Stresemanns« den Libanon-Einsatz zu einem Liedchen: »Schiff ahoi, Schiff getroffen, Schiff ade«.

Von der Bühne der Welt ging es dann zurück in die heimischen Breitengrade. Im Publikum verteilten Ursel und Herr Genähr Glocken zur instrumentalen Begleitung und sangen eine Ode auf die Siegener Meteorologie.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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