Wisent musste getötet werden

Ein Wisent musste am Wochenende getötet werden, nachdem er schlimme Verletzungen auf einem Rangkampf mit Egnar davon getragen hatte. Symbolfoto: ede
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sz - Die frei lebende Wisent-Herde im Rothaargebirge hat einen Jungbullen verloren. Der zuständige Revierförster erlöste das Tier am Samstagmorgen von seinen schweren Leiden. Wisent-Ranger Jochen Born wurde bereits am vergangenen Donnerstag durch den zuständigen Revierförster des Landesbetriebes Wald und Holz über das erheblich verletzte Tier im Bereich Latrop im nordrhein-westfälischen Staatswald informiert. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Schwere der Verletzungen allerdings noch nicht richtig eingeschätzt werden. 

Ein am Freitagmorgen hinzugezogener Veterinär schlug vor, zunächst - vor weiteren Maßnahmen - noch einen Tag abzuwarten. Wisent-Ranger Born entschied sich deshalb in Abstimmung mit dem Wisent-Verein, das Tier erst einmal zu beobachten. Am Samstagmorgen kamen Jochen Born und der Vorstand des Wisent-Vereins, Klaus Brenner, sowie der zuständige Revierförster vor Ort dann jedoch zu der Einschätzung, dass es sich um derart lebensbedrohliche Verletzungen handelt, dass keine Aussicht auf Besserung bestand. Zu den äußerlich erkennbaren Verletzungen gehörte u.a. eine kaum verheilte und nahezu offene Wunde im hinteren Rippenbereich, die offensichtlich aus einem Rangkampf mit dem Leitbullen Egnar stammt. Außerdem wies das etwa einjährige Tier zahlreiche Knochen- und Gelenkverletzungen – am rechten Vorderlauf sowie im Bereich der Schulter – auf, die offenbar von einem vier Meter tiefen Sturz rührten. Ob der junge Wisent ohne äußere Gewalteinwirkung die Böschung herabgestürzt war oder von Bulle Egnar zuvor einen Stoß erhalten hatte, ist nicht zu beantworten. Auch um welchen Wisent es sich handelt, ist derzeit eine offene Frage – ob er aus der Hauptherde stammt oder ob er zu den beiden Jungbullen-Pärchen gehört, die sich in den vergangenen Tagen und Wochen von der Herde getrennt haben. 

Damit besteht die Herde im Westeuropa-weit einzigartigen Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung der Wisente im Rothaargebirge noch aus 21 Wisenten. „Es gab keine Alternative dazu, das Tier von seinen Leiden zu erlösen“, erklärt Klaus Brenner, der zweite Vorsitzende des Wisent-Vereins. Er betont: „Das Töten des Tieres steht ganz klar im Einklang mit den tier- und artenschutzrechtlichen Regeln und Gesetzen. Denn das Töten eines wilden Tieres, um es vor unnötigen Schmerzen und Ähnlichem zu bewahren, steht ausdrücklich nicht im Konflikt mit dem Tier- und Artenschutz.“ In den kommen Tagen soll der Kadaver veterinärmedizinisch untersucht werden, um genauere Aufschlüsse über die Verletzungen und ihre Herkunft zu erhalten. Zur Zeit lagert das Tier in einem Kühlraum des Forstamtes Schmallenberg. 

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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