Wisent-Projekt bald „gestorben“?

 Sie stellten am Dienstag das Erlebniszentrum „Wisent-Welt“ bei der Wisent-Hütte in Wingeshausen vor: Olaf Imhof, Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Bernd Fuhrmann und Paul Kröfges (v.l.). Foto: Holger Weber
  • Sie stellten am Dienstag das Erlebniszentrum „Wisent-Welt“ bei der Wisent-Hütte in Wingeshausen vor: Olaf Imhof, Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Bernd Fuhrmann und Paul Kröfges (v.l.). Foto: Holger Weber
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howe - Bevor die Akteure das Naturerlebniszentrum Wisent-Welt bei Wingeshausen offiziell eröffneten, gab es erst einmal ein Erlebnis der anderen Art. Denn Waldbesitzer und Wisentprojekt-Initiator Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg ließ bei der Pressekonferenz mächtig Dampf ab: Wenn demnächst im Prozess der Richter nicht sage, dass die Wisente herrenlos seien, sei das Projekt „gestorben“. Prinz Richard sprach von „drei verrückten Bauern“, die behaupteten, die Bäume gingen alle ein, „weil der Wisent einmal reinbeißt“.

Wenn der Wisent aber reinbeiße, gehe noch lange keine Buche kaputt. „Mal sehen, wie das aussieht, sonst ist das Projekt gestorben“, fand ein sichtlich verärgerter Ideengeber, der noch einmal unterstrich: „Ich will sie in der freien Wildnis haben und nicht im Gatter.“ Das habe er schon immer gesagt. Und weiter: „Wir müssen einen Geldgeber finden, um einen weiteren Prozess führen zu können.“ Während Bernd Fuhrmann, Vorsitzender des Wisent-Vereins, die unangenehme Situation zu relativieren versuchte, sagte Paul Kröfges als Vorstandsmitglied der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW seine Unterstützung zu. „Was ich gerade gehört habe, betrübt mich auch persönlich.“

Die Stiftung werde weiter dafür eintreten, „dass das vor Gericht Bestand hat.“ Das vom Aussterben bedrohte Tier habe die Chance zu erhalten, sich frei entfalten zu können. Klare Aussage von Paul Kröfges: „Als Stiftung werden wir uns dafür einsetzen, dass das Projekt eine Zukunft hat.“ Und dann ging es um die Sache, denn hier entwickelt sich ein Modell mit touristischer Ausrichtung und Umweltbildungscharakter. Paul Kröfges lobte, genau das sei der Punkt gewesen, der die Stiftung besonders überzeugt habe. Vor Ort sei ein Projekt verwirklicht worden, dass höchst-förderungswürdig sei.

80.000 Euro machte die Stiftung für das 100.000-Euro-Naturerlebniszentrum locker. Bernd Fuhrmann machte noch einmal deutlich, auf welchen Säulen das Wisent-Thema fußt: Da sei die Freisetzung der Wisente in den Wäldern, dann die Wisent-Wildnis am Rothaarsteig und drittens „Wisent Wissen“ mit der wissenschaftlichen Begleitforschung und besagter Erlebnisausstellung. Was es damit auf sich hat, das erklärte Waldpädagoge Olaf Imhof, der in zwei Wochen eine komplette Grundschule im Naturerlebniszentrum erwartet.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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