Wisente „hochgradig infiziert“

 Was im vergangenen Dezember mit der Erkrankung einer Wisentkuh im Gehege der Wisent-Welt Wittgenstein begann, hat sich inzwischen auf mehrere Tiere ausgebreitet. Eine Infektion führt zu Durchfall und lässt die Tiere sichtlich abmagern. Foto: Dirk Manderbach
  • Was im vergangenen Dezember mit der Erkrankung einer Wisentkuh im Gehege der Wisent-Welt Wittgenstein begann, hat sich inzwischen auf mehrere Tiere ausgebreitet. Eine Infektion führt zu Durchfall und lässt die Tiere sichtlich abmagern. Foto: Dirk Manderbach
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dima - Die Wisent-Wildnis, ein 20 Hektar großes Gehege in Wingeshausen, soll das Schaufenster zum Wisent-Artenschutzprojekt sein, dem in Westeuropa einzigartigen Auswilderungsprojekt. Zurzeit kann man nur hoffen, dass dem nicht so ist, denn einige Tiere der Gehege-Herde machen einen bedauernswerten Eindruck. Jeder Gast der Wisent-Wildnis sieht jedoch auf den ersten Blick, dass im 20 Hektar großen Gehege etwas nicht stimmt. Einzelne Tiere sind nur noch Haut und Knochen.

Eine Wisentkuh stand am Dienstag schwankend an der Heufütterung. Andere machten ebenfalls einen angeschlagenen Eindruck. Einzelne Tiere seien hochgradig mit Lungenwürmern und Magen-Darm-Parasiten infiziert, sagte die Tierärztin Angelika Hafner. Von Durchfall betroffen gewesen sei zuerst aber nur eine Kuh. Um die Tiere zu behandeln, habe man nach einem Betäubungsmittel gesucht. Das Mittel der Wahl sei jedoch inzwischen vom Markt genommen worden, man habe schließlich telefonisch in sämtlichen Zoos Deutschlands und in ganz Europa danach gesucht. Vergeblich. Ein Entwurmungspräparat wurde schließlich auf den Rücken der Wisente gegossen.

Das Problem im Gehege: Die Eier der Würmer gelangen über den Kot immer wieder auf die Fläche und werden auch von gesunden Tieren aufgenommen. „Das ist ein Teufelskreis“, so Angelika Hafner im Gespräch mit der SZ. Inzwischen sind fünf weitere Tiere krank. Deshalb hat man die Futterstelle verlegt. Was im Gehege fehle, sei eine Stelle, an der man die Tiere fixieren kann, um Blutproben entnehmen zu können und um die Tiere zwei- bis viermal pro Jahr prophylaktisch mit dem Entwurmungspräparat behandeln zu können.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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