Wisentkuh verletzt Wanderin

Eine Wisentkuh hat am Wochenende eine Wanderin verletzt. Foto: Archiv

tika - Es war eine Begegnung, die sich eine Wanderin aus Neuss sicher hätte ersparen wollen. Die 47-jährige Rheinländerin ist derzeit als Teil einer fünfköpfigen Familie mit Hund für einen Urlaub am Rothaarsteig in der Region – am Sonntag fand dieser jedoch eine jähe Unterbrechung. In der Nähe der Rastanlage „Millionenbank“ kam es zu einem Zusammenstoß mit einer ausgewilderten Wisentkuh, die daraufhin auf die Gruppe zuging.

Dabei fügte das Tier der Wanderin Prellungen und eine leichte Wunde im Bauchbereich zu. Ihr Mann entschärfte die Situation durch wildes Gestikulieren und lautes Schreien, nachdem es den Wanderern zuvor nicht gelungen war, der sich nähernden Wisentgruppe auszuweichen. Entsprechende SZ-Informationen bestätigte der Pressesprecher des Trägervereins Wisent-Welt-Wittgenstein auf Anfrage. „Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst – über allem steht die Gesundheit der Wanderin“, erklärte Dr. Michael Emmrich. Am Montag hatte der Verein von dem Vorfall rund um die Frau aus Neuss erfahren.

Daraufhin prüfte der Verein den Vorfall, bat den Kreis Siegen-Wittgenstein als federführendes Organ, die Koordinierungsgruppe des Artenschutzprojektes einzuberufen – dort soll über den Vorfall und eventuelle Konsequenzen diskutiert werden – und der Vereinsvorstand nahm Kontakt mit der Familie auf. Am Dienstag kam es zu einem Gespräch zwischen Familie sowie den Vorständen Bernd Fuhrmann und Johannes Röhl, Wisentranger Jochen Born sowie Arno Wied für den Landrat und die Koordinierungsgruppe in der Wisent-Hütte in Wingeshausen. „Der Trägerverein hat der Familie ihr Bedauern ausgedrückt. Die Familie indes hat großen Wert darauf gelegt, dass es sich eindeutig nicht um einen Angriff gehandelt hat, sondern lediglich um ein Anstupsen durch die Wisentkuh. Die Familie legt Wert darauf, keinen Kontakt zu den Medien ob des Vorfalls zu haben und will weder dem Artenschutzprojekt, noch dem Tourismus in der Region schaden“, berichtete Dr. Michael Emmrich, dass die Frau keinesfalls rechtliche Schritte einleiten will. 

Erschrocken habe sich die Familie aus dem Rheinland über die Darstellung der Vorfälle in einer anderen Tageszeitung gezeigt. „Die Betroffenen waren erschrocken, wie das Geschehen in der Öffentlichkeit publiziert wurde“, erklärte der Pressesprecher. Bereits vor dem Zusammentreffen der Familie mit der Wisentkuh hatte der Trägerverein Informationen erhalten, dass es Nachwuchs in der ausgewilderten Herde geben könnte. „Uns wurde Bildmaterial zur Verfügung gestellt, das darauf schließen lässt, dass zwei neugeborene Kälber unter den Wisenten sind. Dies konnten wir noch nicht verifizieren, könnte aber der Grund für den Zusammenstoß sein“, mutmaßte Dr. Michael Emmrich, der ausdrücklich Wert auf die Tatsache legte, dass dies nur ein „Erklärungsansatz unter Vorbehalt“ ist.

Verschärft wird die Situation von der Annahme, dass die Herde ein anderes Wisentkälbchen verloren hat. „Da wir die Herde nicht engmaschig beobachten können und sich die Tiere zum Teil über Wochen unseren Blicken entziehen, können wir momentan nicht sagen, wann und wo das Tier abhanden gekommen ist. Wir müssen aber davon ausgehen, dass es nicht mehr lebt“, wird Johannes Röhl in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert. Grundsätzlich gehen die Verantwortlichen derzeit von einer „Ausnahmesituation“ aus. „In den sechs Projektjahren ist es bisher nie zu einer Konfrontation gekommen. Der Vorfall ist und bleibt bedauerlich, es stimmt uns aber zuversichtlich, dass dieses Zusammentreffen eine Ausnahme bleibt“, erklärte der Pressesprecher, der darauf hinwies, dass es sich bei den Wisenten um wilde Tiere handelt. „Es gelten die gleichen Verhaltensregeln wie für andere Wildtiere: Nicht den Kontakt suchen, nicht anfüttern, nicht reizen. Dies ist bei dem Zusammentreffen am Sonntag nicht geschehen, es hatte andere Gründe“, wusste der Pressesprecher.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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