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Mega-Lockdown droht
Wo kann man das Coronavirus ausbremsen?

Seltener genutzt: „2019 haben wir Tag für Tag rund 40 000 Fahrgäste in den Kreisen Siegen-Wittgenstein befördert, im Corona-Jahr 2020 waren es 80 Prozent weniger“, klagt VWS-Betriebsleiter Gerhard Bettermann.
  • Seltener genutzt: „2019 haben wir Tag für Tag rund 40 000 Fahrgäste in den Kreisen Siegen-Wittgenstein befördert, im Corona-Jahr 2020 waren es 80 Prozent weniger“, klagt VWS-Betriebsleiter Gerhard Bettermann.
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ch Siegen/Olpe. Mega-Lockdown. Ausgangssperren. Das Einsperren ins Homeoffice. Stillstand im ganzen Land, vor allem auf der Schiene und in den Busdepots. Bund und Länder bereiten angesichts der Corona-Krise ihre Beratungen in der kommenden Woche mit harten Schlagzeilen vor. Jedes Wort ein Volltreffer in die Magengrube der angezählten Psyche der pandemie-geplagten Menschen. Und über allem die Fragen: Wo stecken wir uns mit Corona an? Wo können wir das Virus bei seiner Verbreitung ausbremsen? Die Antwort: Wir wissen es nicht!

Oder nur vage. Sagt Dr. Christoph Grabe, Leiter des Siegen-Wittgensteiner Kreisgesundheitamtes. Einmal pro Woche veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI) die Ansteckungsorte von Menschen, die positiv auf Corona getestet wurden, das sogenannte Infektionsumfeld.

ch Siegen/Olpe. Mega-Lockdown. Ausgangssperren. Das Einsperren ins Homeoffice. Stillstand im ganzen Land, vor allem auf der Schiene und in den Busdepots. Bund und Länder bereiten angesichts der Corona-Krise ihre Beratungen in der kommenden Woche mit harten Schlagzeilen vor. Jedes Wort ein Volltreffer in die Magengrube der angezählten Psyche der pandemie-geplagten Menschen. Und über allem die Fragen: Wo stecken wir uns mit Corona an? Wo können wir das Virus bei seiner Verbreitung ausbremsen? Die Antwort: Wir wissen es nicht!

Oder nur vage. Sagt Dr. Christoph Grabe, Leiter des Siegen-Wittgensteiner Kreisgesundheitamtes. Einmal pro Woche veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI) die Ansteckungsorte von Menschen, die positiv auf Corona getestet wurden, das sogenannte Infektionsumfeld. Die Daten hat das Berliner Institut auch von Grabes Gesundheitsamt, das derzeit mit rund 120 Frauen und Männern tagtäglich nichts anderes macht, als Kontakte zu verfolgen.

"Diffuse Datenlage"

Balkendiagramme zeigen uns, welchen Anteil welcher Infektionsort hat. „In den vergangenen Wochen dominierten dabei Ansteckungen in Alten- und Pflegeheimen, in Krankenhäusern, Arztpraxen und am Arbeitsplatz“, fasst Grabe zusammen. Mutmaßlich. Nur bei etwa 20 Prozent der gemeldeten Fälle kann überhaupt ein – wahrscheinlicher – Infektionsort ermittelt werden. Oder anders formuliert: In 80 Prozent aller fleißig ermittelten Fälle wissen das die Gesundheitsämter und das RKI eben nicht. „Diffuse Datenlage“, nennt dies Grabe.

Doch immerhin zwei Dinge liest er aus ihr heraus: Zum einen erweisen sich die Pausenräume in den Verwaltungen und Werkhallen der heimischen Unternehmen als Hotspots in der Pandemie. Grabe: „Am Arbeitsplatz wird sich vorbildlich verhalten und werden die AHA-Regeln eingehalten. In der Pause aber treffen sich die Leute, sitzen dicht an dicht und lassen die Masken zum Essen und Trinken fallen.“

Zum anderen: „Der ÖPNV ist keine Virenschleuder“, sagt Grabe. Das bestätigt Günter Padt,
Geschäftsführer des Zwecksverbands Westfalen-Süd. Neue Zahlen zum Ansteckungsrisiko hat er keine, aber die Ergebnisse der letzten bundesweiten Umfrage des Branchenverbands VDV. Bei ÖPNV-Beschäftigten gibt es Quote von 0,29 Prozent an Corona-Ansteckungen, der bundesweite Wert in der Gesamtbevölkerung liegt mit 0,54 Prozent (Stand: 27.10.) fast doppelt so hoch. „Dieses Ergebnis untermauert, dass die Ansteckungsgefahr im öffentlichen Nahverkehr äußerst gering ist!“

Busse fahren im Ferienmodus

Auch weil die Busse und Bahnen in der Pandemie leer sind. „Nur“ noch Berufspendler, die auf den ÖPNV angewiesen sind, nutzen ihn. Ansonsten werden die ausgedünnten Angebote – die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) etwa fahren schon wieder im Ferienmodus – im zweiten Lockdown nicht genutzt. „2019 haben wir Tag für Tag rund 40 000 Fahrgäste in den Kreisen Siegen-Wittgenstein befördert, im Corona-Jahr 2020 waren es 80 Prozent weniger“, klagt VWS-Betriebsleiter Gerhard Bettermann.

Das sei bitter. Und er hat wenig Hoffnung: Auch wenn die VWS weiterhin ihre großen Fahrzeuge einsetze, damit die Abstände in den Bussen „locker eingehalten werden können“, befürchtet er den baldigen Stillstand. „Wir werden zwar rausfahren und die Türen an den Bussteigen öffnen, aber da wird wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen keiner mehr auf uns warten!“

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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