Wo kommt unser Essen her?

 Die Klasse 3c mit dem Planwagen des Hofs Hagdorn bei Wissen – die Fahrt war wirklich cool. Foto: Klasse 3c/Julia Klein
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sz - „Habt ihr es gut!“ Etwas neidisch winken wir den anderen Schulklassen auf dem Hof Hagdorn zum Abschied zu. Die dürfen noch bis Freitag auf diesem tollen Bauernhof bei Wissen bleiben. Wir, die Klasse 3c der Grundschule Eiserfeld, waren leider nur einen Tag hier, um ganz viel über den Bauernhof und das Leben eines Bauern herauszufinden. Ganz aufgeregt steigen wir am frühen Morgen mit unseren „Zigsch“-Reporterausweisen und ganz vielen Fragen auf unseren Reporterblöcken in Eiserfeld in den Zug ein – einige von uns sind noch nie mit dem Zug gefahren. In Wissen holt uns Bauer Günter Euteneuer mit dem Traktor und einem Planwagen dahinter ab. Gemütlich fahren wir damit weiter zum Bauernhof.

Dort staunen wir aber: Der Hof ist viel größer, als wir ihn uns vorgestellt haben. Er ist 60 Hektar groß, 10 Hektar davon sind Felder, auf denen Kartoffeln und Getreide angebaut wird, und 50 Hektar sind Wiesen und Weiden für die Rinder. Nach dem Picknick in der Grillecke gehen wir mit Bauer Günter auf ein Feld, und er erklärt uns, wie Gemüse und Kartoffeln gepflanzt werden. Dann zeigt er uns den ganzen Hof und weiß auf alle unsere Fragen eine Antwort. Wir sehen Ziegen, Pferde, trächtige Kühe und viele Bullen und dürfen alle Tiere auch streicheln. Insgesamt gibt es auf dem Bauernhof 75 Rinder, sieben Pferde, drei Esel, zehn Ziegen, sieben Stück Damwild, acht Kaninchen, zwei Gänse, vier Enten, zwei Hunde und eine Katze und – kaum zu glauben – auch Wildschweine!

In einem offenen Stall, in dem die Tiere frei herumlaufen können, leben die Bullen und männlichen Kälber. Sie müssen zweimal am Tag gefüttert werden, schon morgens um 6 Uhr. Sie erhalten nur biologisches Futter, das auf dem Hof angebaut wird. Deshalb ist das Fleisch der geschlachteten Bullen sehr gut und gesund. Die anderen Kühe können wir uns nicht ansehen, weil sie mit ihren Kälbern im Sommer auf den großen Weiden leben. Bauer Günter erklärt uns, dass es auf diesem Hof Ammentierhaltung gibt. Das heißt, dass die Kälbchen mit ihren Müttern auf den Weiden leben und direkt von ihren Müttern trinken, ungefähr 15 Liter am Tag. Aus der Milch kann man keine Butter oder Käse machen, weil die Kälbchen die ganze Milch trinken und und die Kühe deshalb nicht gemolken werden können. Die Kühe brauchen nicht gefüttert zu werden, sie fressen den ganzen Tag Gras. Sie werden ca. 15 Jahre alt.

Nach der Stallbesichtigung gehen wir in das Streichelgehege zu Ziegen, Enten, Gänsen, Damwild und Wildschweinen. Da ist es verrückt: Wir Kinder dürfen uns nur in einem abgetrennten Bereich aufhalten. Wenn die Tiere Lust haben, können sie unter einer Zaunlatte her zu uns kommen. Wenn sie ihre Ruhe haben wollen, verschwinden sie wieder. Da wir aber trockenes Brot dabei haben, kommen sie zu uns, und wir können sie streicheln. Das ist richtig toll.

Bauer Günter zeigt uns noch die vielen Spielmöglichkeiten auf dem Hof, und dann dürfen wir herumlaufen, wo wir wollen: auf dem Spielplatz mit Schaukeln, Klettergerüsten und anderen Sachen, auf dem Sportplatz, auf dem Waldspielplatz und auf dem ganzen Bauernhof. Wir spielen auch mit Hund Luna. Der ist cool. Zum Mittagessen grillen der Bauer und seine Frau Elisabeth Euteneuer für uns Fleisch- und Hühnchenspieße. Dazu gibt es gebackene Kartoffeln und Kräuterquark. Lecker! Danach dürfen wir uns wieder frei bewegen, diesmal sogar in der Spielscheune. Darin ist alles mit Heu ausgelegt, und das Toben dort ist einfach super. Bald haben wir überall in unserer Kleidung Heu. Das piekst vielleicht.

Beim Interview am Schluss erzählt uns Bauer Günter noch, dass der Bauernhof schon über 500 Jahre alt ist und er ihn von seinem Vater geerbt hat. Jetzt wird er von zweien seiner Söhne bewirtschaftet. Wir fragen ihn, warum er den Bauernhof vor drei Jahren zu einem Lernort gemacht hat und Kinder zu sich einlädt. Er erklärt uns, dass er den Kindern zeigen will, wo unser Essen herkommt und wie es entsteht. Er möchte ihnen den Umgang mit Tieren und ihre Versorgung und auch die Arbeit auf dem Feld näherbringen.

In einem Teil des Bauernhauses sind sogar zwei große Schlafräume, in denen insgesamt 50 Kinder übernachten können und dann mehrere Tage auf dem Hof bleiben und richtig mitarbeiten können. Wir sind uns einig: Das Ziel unser nächsten Klassenfahrt steht fest! Jetzt aber geht es wieder mit dem Planwagen zum Bahnhof und dann mit dem Zug nach Hause. Das war ein toller Tag.

Klasse 3c der Grundschule Eiserfeld mit Lehrerin Ursula Klein

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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