SZ

Größe, Kraft oder Technik?
Worauf es beim "Eierdotzen" ankommt

Carsten Busse hat eine Eierdotz-Theorie entwickelt, mit der man (fast) jedes Spiel für sich entscheiden kann. Der Physik-Professor hat der SZ verraten, worauf man vor und während des Duells alles achten sollte.
  • Carsten Busse hat eine Eierdotz-Theorie entwickelt, mit der man (fast) jedes Spiel für sich entscheiden kann. Der Physik-Professor hat der SZ verraten, worauf man vor und während des Duells alles achten sollte.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ap Siegen. An Ostern werden Eier gesucht, klare Sache. Nicht nur für Kinder. Und was passiert dann mit den bunten Fundstücken? Sie werden getitscht, gestoßen, gedötscht oder gedotzt – es gibt viele Begriffe für ein und dasselbe Spiel: Zwei gekochte Eier werden an- bzw. aufeinander geschlagen. Gewonnen hat der Spieler, dessen Osterei unversehrt bleibt.

Ehrgeizige Eierdotzer sollten dabei aber nicht einfach drauf losschlagen: Die Seite, der Winkel und die Beschaffenheit des Spiel-Eis haben maßgeblichen Einfluss auf Sieg oder Niederlage, wie Prof. Dr. Carsten Busse von der Universität Siegen weiß. Der Nanophysiker gibt Tipps, worauf man beim Eier-Schlag-Duell achten sollte und erklärt, welche komplexen physikalischen Gesetze dahinterstehen.

ap Siegen. An Ostern werden Eier gesucht, klare Sache. Nicht nur für Kinder. Und was passiert dann mit den bunten Fundstücken? Sie werden getitscht, gestoßen, gedötscht oder gedotzt – es gibt viele Begriffe für ein und dasselbe Spiel: Zwei gekochte Eier werden an- bzw. aufeinander geschlagen. Gewonnen hat der Spieler, dessen Osterei unversehrt bleibt.

Ehrgeizige Eierdotzer sollten dabei aber nicht einfach drauf losschlagen: Die Seite, der Winkel und die Beschaffenheit des Spiel-Eis haben maßgeblichen Einfluss auf Sieg oder Niederlage, wie Prof. Dr. Carsten Busse von der Universität Siegen weiß. Der Nanophysiker gibt Tipps, worauf man beim Eier-Schlag-Duell achten sollte und erklärt, welche komplexen physikalischen Gesetze dahinterstehen.

"Je stärker die Krümmung, desto stabiler die Schale"

„Ein entscheidender Faktor ist die Wahl des richtigen Eis“, nimmt Busse vorweg. Hierfür gebe es eine einfache Regel: „Je stärker die Krümmung, desto stabiler die Schale.“ Das könne man sich vorstellen wie bei einer Brücke: Ein kleiner Überweg über einen Bachlauf sei stabiler als eine gerade Autobahnbrücke, veranschaulicht Busse seine These. „Ins Duell geht man also am besten mit der Spitze des Eis“, folgert er. Für ein faires Spiel müsse dann aber auch die gegnerische Spitze „gedotzt“ werden. „Spitze auf Boden zählt nicht“, stellt Busse klar.

Welches Ei nach dem Aufeinanderschlagen bricht, hänge aber auch mit der Dicke der Schale zusammen. „Die kann man zwar nur erahnen, aber dafür gibt es einen kleinen Trick“, verrät der Olper Wissenschaftler. Alte Hennen legten in der Regel Eier mit dickeren Schalen – und das könne man ganz einfach anhand der Oberfläche erkennen. „Die Schale ist dann etwas ribbelig oder hat weiße Kalkstellen“, erklärt Busse. Junge Hennen hingegen legten eher kleine, glatte Eier mit einer gleichmäßigen Farbe. „Für ein kleines Ei sollte man sich also nicht nur wegen der stärkeren Krümmung entscheiden“, resümiert der Nanophysiker.

Clever zielen

Sobald die Wahl auf das perfekte Duell-Ei gefallen ist, geht es nur noch um das richtige Zielen. Auch hierbei sollte man die (in)stabilen Stellen des eigenen sowie gegnerischen Eis (Stichwort: Krümmung!) immer Blick behalten. Das heißt: Wenn möglich, das Ei des Duellanten nicht genau auf die Spitze „dotzen“. „Ein bisschen daneben zielen wäre besser“, empfiehlt Busse.

Dabei sei die relative Krafteinwirkung aber völlig egal. „Damit kann sich keiner einen Vorteil verschaffen“, betont der Physik-Professor der Universität Siegen. Grund dafür sei das sogenannte „Newtonischen Axiom“ (Wechselwirkungsprinzip), ein „fundamentales Naturgesetz“, das besagt: actio = reactio. Das eigene Ei wirkt also auf das Ei des Gegners genau die gleiche Kraft aus wie das Ei des Gegners auf das eigene – und das hat folgende Konsequenz: „Wenn ich mit meinem Ei fester haue, haut das andere Ei auch fester zurück.“

Auswirkungen auf den Zerstörungsgrad habe nur die Relativgeschwindigkeit, betont Busse – aber eben gleichermaßen auf beide Spiel-Eier. „Das kann man sich vorstellen wie bei einem Autounfall: Wenn ich mit Vollgas in ein stehendes Auto fahre, habe ich eine Riesenbeule. Das andere Auto aber auch.“

Autor:

Alexandra Pfeifer

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