BIS AUF WEITERES
World of Lehrkraft

SZ-Redakteur Dr. Andreas Göbel.
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Bleibt doch eh’ keiner sitzen dieses Jahr, erzählt mir Nachbarstochter F., 16 Jahre, Siegener Gymnasium, Jahrgangsstufe 10. Relax! Sie kommt seit vielen Monaten in den Genuss von Distanzunterricht, und sie hat gelernt, ihn nach ihren Regeln zu gestalten.
Du joinst natürlich erst ganz spät, erklärt sie. „Joinen“, das ist das Zuschalten, wenn morgens der Unterricht beginnt am Laptop. Nur die Streber, vielleicht fünf je Kurs, wählten sich früh ein und hielten womöglich schon Smalltalk mit dem Lehrer. Das seien auch die, die ihre Kamera die ganze Zeit über eingeschaltet ließen. Für F. kommt das nicht infrage. Sobald die Anwesenheitskontrolle abgeschlossen ist, ist die Kamera aus und das Mikro auch, und eine Partie Valorant beginnt auf einem neuen Tab.
Wer es nicht kennt: Valorant ist eine Mischung aus Helden- und Taktik-Shooter. Zwei Fünferteams spielen gegeneinander. Die Spieler übernehmen die Rolle von „Agenten“ mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Zwischen den Runden nutzen sie eine Ingame-Währung zum Kauf von Versorgungsgütern und Waffen. Im Hauptspielmodus verfügt das angreifende Team über eine Bombe, den sogenannten Spike, die es auf einem Gelände platzieren muss. Die Angreifer versuchen den Spike zu schützen und im rechten Moment explodieren zu lassen, die Verteidiger tun alles für die Entschärfung des Spikes. Es gilt, das gegnerische Team zu eliminieren. Wer 13 Runden gewonnen hat, ist Spielgewinner.
Das Spiel ist im vergangenen Jahr für Microsoft Windows veröffentlicht worden, rechtzeitig zum Distanzunterricht. Es ist – der geneigte Leser ahnt es bereits – unter Schülern der Hit.
Merken die Lehrer das denn nicht?, frage ich F. Die guckten doch nur auf Kacheln mit Schülernamen drauf, außer bei den Strebern. Im Hintergrund, erklärt mir F., läuft natürlich der Unterricht. Die Kunst ist, die Aufmerksamkeit zu 90 Prozent auf das Spiel zu richten und mit einem Ohr zu hören, wenn der Lehrer deinen Namen sagt. Und was, wenn er dich drannimmt?, frage ich. Da gebe es Tricks, sagt sie.

a.goebel@siegener-zeitung.de

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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