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Satte Rabatte im Online-Shop
WSV im Lockdown

Mit satten Rabatten und über neue Kanäle will noch kuschelige Winterware verkauft werden. Die knackige Kälte im Siegerland kommt Manuela Wunderlich (l.) und Lara Wunderlich von der „die kleine boutique“ in der Oberstadt zumindest etwas zur Hilfe. Mit Warenstau hat „die kleine boutique“ nicht zu kämpfen, sie bekommt keine Orderware.
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  • Mit satten Rabatten und über neue Kanäle will noch kuschelige Winterware verkauft werden. Die knackige Kälte im Siegerland kommt Manuela Wunderlich (l.) und Lara Wunderlich von der „die kleine boutique“ in der Oberstadt zumindest etwas zur Hilfe. Mit Warenstau hat „die kleine boutique“ nicht zu kämpfen, sie bekommt keine Orderware.
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sabe Siegen/Olpe. Hell erleuchtet und hübsch dekoriert weigern sich nicht wenige Schaufensterscheiben in Siegens Innenstadt, sich ins graue, leere Stadtbild einzupassen. Sie wirken wie Gucknischen in einer Parallelwelt voll Normalität, in der menschenvolle Samstagvormittage Mitte Januar genauso dazugehörten wie die Shoppingwilligen, die sich zu Hause stolz weismachen wollten: „Mensch, was hab‘ ich wieder gespart.“
             Lockdownsale trifft WSVDer Wintersale, neudeutsch für Winterschlussverkauf, schafft es immer wieder, beide Seiten glücklich zu machen. Die Käufer fühlen sich als die ultimativen Schnäppchenjäger, die Verkäufer kriegen die alte Ware noch unter die Leute und wieder Platz für Neues, längst Geordertes.

sabe Siegen/Olpe. Hell erleuchtet und hübsch dekoriert weigern sich nicht wenige Schaufensterscheiben in Siegens Innenstadt, sich ins graue, leere Stadtbild einzupassen. Sie wirken wie Gucknischen in einer Parallelwelt voll Normalität, in der menschenvolle Samstagvormittage Mitte Januar genauso dazugehörten wie die Shoppingwilligen, die sich zu Hause stolz weismachen wollten: „Mensch, was hab‘ ich wieder gespart.“
      

      Lockdownsale trifft WSV

Der Wintersale, neudeutsch für Winterschlussverkauf, schafft es immer wieder, beide Seiten glücklich zu machen. Die Käufer fühlen sich als die ultimativen Schnäppchenjäger, die Verkäufer kriegen die alte Ware noch unter die Leute und wieder Platz für Neues, längst Geordertes. Jetzt, im Lockdown, machen sich die fetten roten Banner hinter den Scheiben heimischer Händler rar, obwohl der schnelllebige Modezyklus die neue Ware längst auf die Lkw drängt.

Neue Ware, keine Kunden. Die neue Auswahl an Frühlings- und Sommergarderobe bleibt – wie hier im "YAYA" – vorerst Ausstellung.
  • Neue Ware, keine Kunden. Die neue Auswahl an Frühlings- und Sommergarderobe bleibt – wie hier im "YAYA" – vorerst Ausstellung.
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Wären da nicht die Push-Nachrichten von Moderiesen auf dem Smartphone die erinnern: „Da war doch was!“, würde der Januar-Sale zwischen dem alljährlichen Lockdown-Sale wohl untergehen.
     

       Mehr reduzieren geht nicht

„Momentan ist bei uns ohnehin so gut wie alles reduziert“, sagt Manuela Wunderlich von der „die kleine boutique“. Anders ginge es ja nicht. „Wer will im Sommer noch einen Winterpullover kaufen?“ Trotz Rabatten: Sie merke keinen großen Schlussverkauf, keine vermehrte Lust auf Shoppingerlebnisse, die Wunderlich ihren treuen Kunden via „Click and Collect“ über ihren Online-Shop sowie Facebook und Instagram zu festen Zeiten weiterhin ermöglichen will. „Vielleicht geht mal ein Pullover an einem Tag. Die „die kleine boutique“ sei eben mit ihrem Geschäftsmodell auf die Begegnung im „echten Leben“ angelegt. „Beraten, begleiten, ein bisschen quatschen. Eben ein Einkaufserlebnis.“ Gelegen in der Siegener Oberstadt setzt Wunderlich „nicht so auf Masse, sondern eher auf die besondere Auswahl“. Die Selbständige bekommt somit keine Orderware, sondern kauft immer nach Bedarf. Sie ist froh, dass sich in dem kleinen Laden jetzt also nicht die Kisten mit Neuware auf der kleinen Ladenfläche stapeln.

      „Click and Collect“ könnte mehr

Mit Hilfe von Tochter Lara präsentiert sich die Boutique seither auch nach allen Regeln der Social-Media-Kunst im Online-Schaufenster. Das klappt, wie Tochter Lara erzählt – „wir haben jetzt auch beispielsweise viel mehr jüngere Kunden“ – das aber reicht längst nicht aus, um das Lockdown-Loch zu stopfen. Das Verkaufsmodell der Corona-Krise (online oder per Telefon bestellen und zu bestimmten Zeiten vor dem Geschäft abholen) könnte noch viel mehr genutzt werden, so Manuela Wunderlich, die noch täglich in den Laden kommt, um die Möglichkeit nicht zu verpassen, einem Schaulustigen quasi to go ein erspähtes Lieblingsteil vor die Tür zu stellen. „Ich glaube, dass die Strukturen von ,Click and Collect’ noch nicht so bekannt sind.“ Das Ergebnis am Ende des Tages: Vom Gewinn könne sie bisher „höchstens ein paar Lebensmittel einkaufen.“

        Schöne Schaufenster

Auch in der Siegener Unterstadt bei Verena Bilen und Carolin Wagener von „Geschwisterherz“ und „YAYA“ brennt Licht. In Versalien steht der Hinweis auf den Online-Shop großflächig auf einer der Fensterfronten. Der Druck will Aufmerksamkeit, und er bekommt sie. Ein, zwei Passanten bleiben stehen und schauen. Ein dritter zieht für bessere Sicht seine Brille auf. Die Fenster lassen erste Blicke auf neue Frühlings- und Sommermode zu. Auf fließende, softe Stoffe, gedeckte Farben und Pandemie-Inspirationen wie Lounge-Wear, also Jogginganzüge in schick, die nicht nur das Homeoffice, sondern auch den sonntäglichen Gang zum Bäcker ein bisschen stylischer machen wollen.
Alles neu und weiter geschlossen

Der neue Lockdown-Lock inspiriert von den Corona-Maßnahmen: Lounge-Wear, also Jogginganzüge in schick, wollen Homeoffice und Co. ein wenig charmanter machen. Der Trend zu bequem-bezaubern überlebt aber auch im „Nicht-Krisen-Modus“ ist sich Carolin Wagener von „Geschwisterherz“ und „YAYA“ aus Siegen sicher.
  • Der neue Lockdown-Lock inspiriert von den Corona-Maßnahmen: Lounge-Wear, also Jogginganzüge in schick, wollen Homeoffice und Co. ein wenig charmanter machen. Der Trend zu bequem-bezaubern überlebt aber auch im „Nicht-Krisen-Modus“ ist sich Carolin Wagener von „Geschwisterherz“ und „YAYA“ aus Siegen sicher.
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Die Schwestern haben den ganzen Morgen damit verbracht, die eingetroffene Ware vom Laster auf die Fläche zu bringen. Trotz Schließung. Die neue Auswahl bleibt vorerst Ausstellung. Der Aufwand dafür ist hoch. Für Caro und Verena kein Widerspruch. „Die Menschen warten förmlich auf die neue Ware, man merkt, die sind ausgehungert, haben Lust auf neue Looks“, glaubt Verena Bilen. Die Winterware rückt also auf weniger prominente Plätze. Was später übrig bleibt wird vielleicht im nächsten Winter noch einmal rausgeholt und reduziert untergemischt.

      Hoffnung auf Fenstershopper

Verena Bilen glaubt, gerade jetzt sei es für Stadtspaziergänger am Wochenende doch schön, zumindest mal durch das Schaufenster ein bisschen Frühling zu erschauen. „Das merken wir auch in unseren Bestellungen. Nach dem Wochenende kommen über den Online-Shop oder Instagram vermehrt Anfragen.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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