Würdigung seiner Arbeit

 An Eberhard Bauers altem Arbeitsplatz präsentierte der Vorstand des Wittgensteiner Heimatvereins gemeinsam mit Gastgeber Henning Graf von Kanitz (hinten, 4. v. l.) das posthum erscheinende Beiheft aus der Feder von Eberhard Bauer. Foto: Björn Weyand  Eberhard Bauer war prägend für die heimatgeschichtliche Forschung.Foto: privat
  • An Eberhard Bauers altem Arbeitsplatz präsentierte der Vorstand des Wittgensteiner Heimatvereins gemeinsam mit Gastgeber Henning Graf von Kanitz (hinten, 4. v. l.) das posthum erscheinende Beiheft aus der Feder von Eberhard Bauer. Foto: Björn Weyand Eberhard Bauer war prägend für die heimatgeschichtliche Forschung.Foto: privat
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bw - Es ist mehr als „nur“ ein Beiheft, das der Wittgensteiner Heimatverein kurz vor dem Weihnachtsfest herausgibt. Es ist auch eine Ehrerbietung für den in diesem Jahr verstorbenen Heimatforscher Eberhard Bauer. Mit seinem letzten Werk unter dem Titel „Aus der Vergangenheit des Fürstlich Sayn-Wittgenstein-Hohensteinschen Privatarchivs in Bad Laasphe“ hat er quasi sein Vermächtnis hinterlassen. Eben in diesem Archiv hatte Bauer über ein halbes Jahrhundert die Wittgensteiner Historie erforscht. Er galt als wandelndes Lexikon, hatte unzählige Daten im Kopf oder wusste, wo er sie nachschlagen konnte.

„Eberhard Bauer hatte alles im Blick“, meinte Dr. Ulf Lückel, heute Schriftleiter im Wittgensteiner Heimatverein und Herausgeber des Beihefts, am Montagabend bei der Vorstellung des Buches. „Im Kreis gibt es keinen zweiten, der so um alles Bescheid wusste, wie er“, merkte Hans Petry an. „Man konnte ihn nach allem fragen. Er hat einem immer unter die Arme gegriffen. Für den Wittgensteiner Heimatverein ist sein Tod ein großer Verlust.“ Daher war es für Otto Marburger, Vorsitzender des Wittgensteiner Heimatvereins, ein „fröhlicher und trauriger Anlass“ zugleich, das Beiheft aus der Feder Eberhard Bauers vorzustellen. Als Ort für die Präsentation hatte sich der Vorstand des Wittgensteiner Heimatvereins die Rentkammer Wittgenstein ausgesucht, schließlich hatte der Laaspher genau hier im Archiv rund ein halbes Jahrhundert lang seinen Arbeitsplatz. „Dieses Beiheft ist eine Würdigung seiner Gesamtarbeit. Er war ein prägendes Gesicht für den Wittgensteiner Heimatverein“, stellte Otto Marburger fest. Für Heinrich Imhof war Eberhard Bauer nicht nur ein väterlicher Freund, sondern auch ein Lehrmeister. Imhof hat die Betreuung des Laaspher Archivs schließlich übernommen.

Jahrelang hatte Dr. Ulf Lückel, der im Amt des Schriftleiters der Nachfolger von Eberhard Bauer ist, den Laaspher bekniet, seine Memoiren aus der Arbeit im fürstlichen Archiv zu schreiben. „Erst wollte er gar nicht, erst kurz vor Weihnachten letztes Jahr hat er damit angefangen und nach Weihnachten hat er einen richtigen Draht zu dem Werk bekommen“, erinnerte sich Lückel. Rund um Ostern sei das Heft fast fertig gewesen – den Rest sollte Eberhard Bauer jedoch selbst nicht mehr erledigen können. Er verstarb Anfang Juli im Alter von 88 Jahren. Um die restlichen Arbeiten kümmerten sich Andreas Krüger und Dr. Ulf Lückel – beispielsweise auch darum, den Text zu digitalisieren, denn Eberhard Bauer nutzte noch immer eine Schreibmaschine. In kürzester Zeit schlossen sie den letzten Text Eberhard Bauers ab, es ist das erste Beiheft des Wittgensteiner Heimatvereins seit 25 Jahren und das insgesamt achte seiner Art. „Wenn es einer verdient hat, ein Beiheft zu verfassen, dann er“, hob Dr. Ulf Lückel hervor.

Zumal der Text ein hochklassiges Werk sei, wie der Schriftleiter versprach. Angereichert ist das Werk mit zahlreichen Fotografien, Bildern und Zeichnungen. Begeistert von der Arbeit ist auch Henning Graf von Kanitz, der als Hausherr am Montagabend ebenfalls mit von der Partie war. Er bezeichnete den Austausch mit Eberhard Bauer als „befruchtend und interessant“. Der Familienbesitz habe in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wesentliche Veränderungen erfahren, etwa mit der Gründung der Waldbesitzergesellschaft und mit dem Verkauf des Schlosses. „Dass in diesen stürmischen Zeiten das fürstliche Archiv nicht unter die Räder gekommen ist, kann als großer Verdienst von Eberhard Bauer gelten und die fürstliche Familie und die Verwaltung des Gesellschaft sind ihm zu großem Dank verpflichtet“, betonte der Forstdirektor und Generalbevollmächtigte der Waldbesitzergesellschaft. Im Jahr 2003 war das Archiv aus dem Schloss in die Räume der Rentkammer umgezogen. Wie sehr die Waldbesitzergesellschaft die Arbeit von Eberhard Bauer zu schätzen weiß, zeigt auch die Tatsache, dass sich das Haus jetzt an den Druckkosten beteiligt hat.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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