Siegerländer Pferdehalter erkrankt
Zecke übertrug Fleckfieber

Im Kreisklinikum wurde der Patient behandelt, der am Fleckfieber erkrankt war.

ihm Siegen. Die Parasitologen in Deutschland schauen nach Siegen: Erstmals wurde die Übertragung einer schweren Infektionskrankheit durch  eine tropische Riesenzecke auf den Menschen nachgewiesen. Der Fall ereignete sich im Siegerland. 
Der  Pferdebesitzer aus dem Raum Siegen hatte Ende Juli den Stich einer großen Zecke bemerkt. Er schickte das Tier  - eine Hyalomma-Zecke - an die Universität Hohenheim in Stuttgart. Dort identifizierten und untersuchten Zeckenforscher das Tier.

Im eigenen Auto gekommen

Wenige Tage später erkrankte der Pferdehalter - es handelt sich um einen jüngeren Mann - und wurde ins Kreisklinikum Siegen eingewiesen.  Hier gibt es die einzige Isolierstation im Kreis Siegen-Wittgenstein. Wie die SZ von Bruno Weber, dem Krankenhaus-Hygieniker, erfuhr, kam der Pferdehalter am 2. August mit einer hausärztlichen Einweisung in die Klinik. „Schwer krank war er zu diesem Zeitpunkt wohl nicht, er ist noch mit dem eigenen Auto gekommen“, sagte Weber.

Verdacht auf Krim-Kongo-Fieber

Allerdings hätten im Krankenhaus „alle Alarmglocken geschrillt“, weil der Verdacht auf Krim-Kongo-Fieber im Raum stand. Auch diese Krankheit wird von der Riesenzecke übertragen. Es handelt sich um ein hämorrhagisches Fieber wie Ebola.
Die Internisten des Kreisklinikums haben den Mann deshalb zunächst untersucht – und zwar noch vor der Aufnahme. Als klar wurde, dass die Infektion nicht so bedrohlich ist, entschieden die Ärzte gemeinsam mit dem Kreisgesundheitsamt, den Patienten auf die Isolierstation zu bringen.
Hätte es sich tatsächlich um Krim-Kongo-Fieber gehandelt, wäre die Unterbringung in einer Sonder-Isolierstation erforderlich gewesen – die für Siegen-Wittgenstein zuständige Abteilung befindet sich in Düsseldorf.
Der Kranke wurde mit erfolgreich mit Antibiotika behandelt. Unbehandelt endet Fleckfieber in bis zu 40 Prozent der Fälle tödlich. 

Vorsichtsmaßnahmen?

Der Leiter des Kreisgesundheits- und Veterinäramts, Dr. Christoph Grabe, war am Mittwoch für die SZ nicht zu sprechen. Die Frage,  ob die Bevölkerung von Amts wegen vor der neuen Gefahr gewarnt werden soll und ob Vorsichtsmaßnahmen beispielsweise im Garten empfohlen werden, bleibt deshalb einstweilen unbeantwortet.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.