Zehn „Kompakte” und ein „Vogelfreier”

Hinrunden-Kehraus am Sonntag gegen die „Löwen”

Vidmantas Vysniauskas hat die Schlüsselrolle inne - Peters Erfolgsrezept: Geordnet nach vorne „schieben”

sz Siegen. „Never change a winnig team” sagten die Engländer und brachten dem Rest der Welt damit bei, dass man tunlichst eine siegreiche Mannschaft vor dem nächsten Spiel unverändert lassen solle. Ob dieser zum Standardrepertoire von TV-Sport-Moderatoren gehörende Satz eines tieferen Kerns würdig ist wissen wir nicht. Denn zum einen gewinnen die Engländer zu selten, zum anderen sähen junge Spieler ganz schön als aus, wenn diese Formel hitverdächtig wäre, kämen sie doch nie zum Einsatz.

Die heutige Trainer-Generation hält ohnehin nicht viel von solchen Floskeln, stellen sie ihre Mannschaften doch lieber „gegner-orientiert” ein bzw. auf. Das hält aber Sportfr. Siegens Coach Ingo Peter dennoch nicht davon ab, es am Sonntag zum Hinrunden-Kehraus in der Regionalliga Süd gegen die Amateure des TSV 1860 München mit der gleichen Formation zu versuchen, die heute vor einer Woche den ersten Auswärtssieg seit einem halben Jahr einfuhr.

Schon die Tatsache, dass der Siegener Trainer beim Match in Pfullendorf gänzlich auf Auswechslungen verzichtete, ließ erahnen, dass er mit dieser Truppe „noch 'was vorhat”. Zwar sind in der Zwischenzeit die erkrankten Til Bettenstaedt und Uwe Klein wieder fit, doch Peter vertraut seinem siegreichen Ensemble, wohl auch, weil selbiges erstmals in dieser Saison taktisch optimal die Trainer-Vorstellungen von „kompaktem Stellungsspiel” und „geordneten Laufwegen” in die Tat umsetzte. „Einige wollten gerne raus, aber manchmal muss man im Leben einfach über einen gewissen Punkt hinausgehen”, blickte Peter auf seine „Treue” zurück. Er sieht ohnehin nur bedingt taktische Vorteile im späten Auswechseln: „Einmal kommt Unruhe in die Mannschaft, und Zeitschinden ist auch nicht mehr möglich, weil die Schiedsrichter diese Zeit intuitiv hinten dran hängen”, meinte Peter. Der Lohn des Ausharrens seiner elf „Pfullendorf-Mohikaner” bis zum Schlusspfiff dürfte die Spieler ohnehin entschädigt und gestärkt haben.

Die „Langen” mit Flanken füttern

Nun dürfen sie also noch mal 'ran, doch die taktische Marschroute wird geringfügig verschoben, di Richtung gegnerisches Tor nämlich. Das muss man sich so vorstellen, dass das Spielsystem mit einer breit gefächerten Viererkette, zwei „Wegputzern” davor, zwei Außenbahnläufern sowie einem echten Stürmer und einem Kreativspieler dahinter beibehalten wird - doch alles sinngemäß 20 bis 30 Meter weiter in Richtung gegnerische Hälfte. So sollen also beispielsweise Frank Germann und Benjamin Knoche nicht nur „vor der Abwehr arbeiten” sondern sich auch offensiv in den Aufbau einbringen. Die beiden Außen Andreas Nauroth und Jozef Kotula sollen nicht nur den gegnerischen Aufbau frühzeitig stören sondern selbst auch wie Außenstürmer agieren und die beiden „Langen” John van Buskirk oder Vidmantas Vysniauskas mit Flanken „füttern”.

Apropos Vysniauskas: in gewisser Weise hat sich der Litauer im Team gegen den Trainer durchgesetzt. Alle Versuche, den ehemaligen Wilhelmshavener in ein taktisches Korsett mit klaren Defensivaufgaben einzupacken, scheinen gescheitert zu sein, weil Vysniauskas dabei seinen Pflichten nur unzureichend nachkam. Durch die Verletzung Zorislav Jonjics, der übrigens ebenso wie Carsten Gockel und Reiner Willmann das Lauftraining wieder aufgenommen hat, musste Vysniauskas zwangsläufig mehr fürs eigene Spiel arbeiten, was seinem fußballerischen Freiheits-Drang gelegen kam. In den letzten Wochen war der Litauer eindeutig gefährlichster Spieler der „Sportfreunde”. Er soll auch gegen die „60er” in gewisser Weise „vogelfrei” agieren und mal links, mal rechts, mal in der Mitte Unruhe stiften.

Beste Eigenwerbung für Karlsruhe

Vielleicht gelingt so der nötige Vorsprung, um bei derzeit 18 Zählern doch noch mit dem Minimalziel (20 Punkte) durchs Halbzeitziel zu gehen. Mit einem Heimsieg würde man nicht nur die Bundesliga-Amateure von der Isar in der Tabelle hinter sich lassen. Man betriebe auch beste Eigenwerbung für das Schlagerspiel zum Rückrundenauftakt nur eine Woche später gegen Ex-UEFA-Pokal-Teilnehmer Karlsruher SC!

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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