VWS-Fahrer bekommen Spuckschutz
Zeit des Schwarzfahrens ist vorbei

Die Busse werden bei der VWS Stück für Stück mit einem Spuckschutz versehen.

kalle. Siegen.  Das waren schöne 14 Tage für alle diejenigen Busbenutzer, die ohne ein Monatsticket der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) unterwegs waren. Wegen des Coronavirus blieben die Türen vorne geschlossen und damit der gewohnte Einstieg verwehrt – aus Gesundheitsgründen für die Fahrer. Wer mitfahren wollte, musste hinten einsteigen. Dann konnte die kostenlose Busreise starten. Kontrolliert wurde niemand.  
„Wir haben in den beiden vergangenen Wochen Einnahmeverluste von rund 600 000 Euro ermittelt. Das können wir uns als privat geführtes Unternehmen nicht leisten“, so Betriebsleiter Gerhard Bettermann im Gespräch mit der SZ.  Damit ist nun Schluss. In den kommenden Tagen werden die rund 400 Busse der VWS mit einem Spuckschutz im Fahrerbereich ausgestattet. Seit Dienstag fahren die ersten Spuckschutz-Busse auf  Linie.  
Die Nachrüstung passiert nach und nach: „Wir haben aktuell drei Teams im Einsatz, die sich Bus für Bus vornehmen“, so Bettermann weiter. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Pandemie noch eine lange Zeit andauern dürfte. „Daher halten wir die Investition von etwa 40 000 Euro für wirtschaftlich sinnvoll.“
Die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd haben bereits aufgrund des grassierenden Virus besondere Vorsichtsmaßnahmen in den Fahrzeugen ergriffen. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Busfahrer maximal nur noch 50 Prozent der Plätze belegen sollen.
Das scheint aber nur bedingt zu funktionieren. Am Dienstag und Donnerstag vergangener Woche erlebte eine Monatskartenbesitzerin folgende Situation: Sie sei gegen 16.45 Uhr vom Kölner Tor in einen Bus eingestiegen, der in Richtung Freibad Geisweid ausgeschildert war. Im Bus angekommen, waren die Sitzplätze mit je einer Person besetzt. So weit, so gut. Schlecht hingegen: Alle anderen standen dicht an dicht im Gang des Busses. „An einen Abstand von zwei Metern war überhaupt nicht zu denken“, so die Kundin zur Siegener Zeitung . „Als dann am Busbahnhof in Weidenau weitere Fahrgäste den Bus betraten, bin ich schnell ausgestiegen. Das war mir dann doch zu viele Menschen. Ich bin das letzte Stück des Weges zu Fuß nach Hause gelaufen.“ Betriebsleiter Bettermann spricht von einer „absoluten Ausnahme“, die die Frau erlebt habe. Insgesamt seien die Fahrgastzahlen schließlich dramatisch in den Keller gegangen. Die letzten Zählungen vom Kölner Tor in der Siegener Stadtmitte in Richtung Außenbereiche hätten ergeben, dass die VWS-Busse nur noch wenig genutzt würden. Nach diesem Hinweis werde das Unternehmen aber umgehend prüfen, ob man auf der Strecke größer Fahrzeuge einsetzen müsse.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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