Zeitplan sehr eng gestrickt

Die drei im Rahmen des Freiluftplanerischen Wettbewerbs „Siegen zu neuen Ufern“ preisgekrönten Büros erhielten kürzlich im Rathaus ihre Schecks überreicht.  Foto: kk
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kk Siegen. Siegen strebt im Rahmen der Regionale 2013 zu neuen Ufern. Die Universität zieht in Teilen ins Untere Schloss, und die namensgebende Sieg in der Stadtmitte soll wieder seh- und erlebbar werden. Zwei Sterne hin zu neuen Ufern sind bereits eingefahren. Der dritte soll im Herbst folgen. Bis dahin müssen die Krönchenstädter sich entschlossen haben, welches der drei Büros aus Berlin und Wien mit seinem jeweils prämierten Entwurf der City ein neues Gesicht mit Fluss geben darf.

„Wir haben einen engen Zeitplan“, so Siegens Bürgermeister Steffen Mues im SZ-Gespräch. Und weiter: „Wir müssen bis Anfang Mai entschieden haben, welcher Entwurf weiter verfolgt werden kann.“ Den Planern wurde ein „ganzer Strauß an Ideen“ an die Hand gegeben mit der Bitte, sie möglichst in ihre Entwürfe einzuarbeiten. Ein Ansatzpunkt sei die Frage, ob die Entwürfe 1 (Atelier Loidl) und 3 (Pola) ähnlich wie der zweitplatzierte Entwurf (YesDesign) mehrere Brücken aufweisen könnten. Ein anderer Blick richte sich auf den Kunstweg und die Frage, ob am Ostufer planerisch mehr machbar sei. Der erstplatzierte Entwurf müsse sich der kritischen Frage stellen, ob die auf der Bahnhofstraßenbrücke vorgesehenen Sitzgelegenheiten Sicherheitsvorgaben standhielten, und ob die Platzfläche an der Brüder-Busch-Straße aufgelockert und optisch mit Leben gefüllt werden könne.

Zum zeitlichen Ablauf: Morgen besteht im Anschluss an die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses für alle Ratsmitglieder die Möglichkeit, sich nochmals mit den drei Entwürfen detailliert vertraut zu machen. Im April steigt die Verwaltung mit den drei Preisträgern in Vergabeverhandlungen ein. Diese erfolgen nach einem festgelegten Raster. Der Vertragsnehmer wird nach einem Punktesystem ermittelt. Der Rat kann am 5. Mai für oder gegen den präferierten Entwurf stimmen und gleichzeitig für Abriss oder Sanierung der Siegplatte. Der auserwählte Entwurf wird anschließend im Wasserbaulabor der Universität getestet. Mues: „Wir brauchen das Okay unter wasserrechtlichen Gesichtspunkten.“ Der Bürgermeister erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass auch ein Erhalt der Betonfläche mit hohen Kosten verbunden wäre. Auf rund 6 Mill. Euro wird der Sanierungsbedarf geschätzt. Zuschüsse gebe es nicht. Das sei wesentlich mehr als der Eigenanteil der Stadt, sollte die Sieg freigelegt und der Bereich neu beplant werden. Mit drei Sternen winkt im Rahmen der Regionale eine Förderung in Höhe von 90 Prozent, normal sind 60 Prozent. Wie hoch die Kosten insgesamt beim Projekt „Siegen zu neuen Ufern“ ausfallen werden, ist noch nicht exakt absehbar. Mues: „Wir wollen auch um die Siegplatte herum einiges machen.“ Stichworte sind der Übergang zur Oberstadt übers Kölner Tor bis hin zum oberen Karstadt-Eingang, die Sandstraße mit der Option einer Einengung und der Schaffung von Parkstreifen, die Brüder-Busch-Straße, Scheinerplatz und Bahnhofstraßenbrücke. Letztere, erläutert der Bürgermeister, koste als Sanierungsfall, der für 2011/2012 ins Auge gefasst worden sei, „an sich einen Millionenbetrag“. Da die Maßnahme aber eh geplant und notwendig sei, entstünden keine Mehrkosten, die Maßnahmen würden nur gebündelt.

Im August müssen die Anträge für die Landesmittel gestellt werden. Im September kommt hoffentlich der dritte Stern. Mit der Förderzusage rechnet das Stadtoberhaupt dann Anfang 2011: „Das dürfte dann nur Formsache sein.“ Im nächsten Jahr soll es losgehen: „Bis 2013 wollen wir etwas präsentieren.“

Nach Ansicht des Verwaltungschefs ist die Regionale „eine Riesenchance für eine Stadt“. Dabei sollte man „nicht mit Kleinigkeiten ankommen, sondern etwas für Stadt und Region bewegen“. Der Einzug der Universität ins Untere Schloss, die Neugestaltung des Siegplattenbereichs und eine verbesserte Infrastruktur sollten schon „die Ziele sein“. Diese Vorhaben würden auch von den Umlandgemeinden als wichtig angesehen und mitgetragen. Mues: „Eine solche Maßnahme kann eine Kommune nicht selbst tragen.“ Die Kooperation mit Kreis, Universität, Sparkassenstiftung und Land sei sehr gut gewesen.In Sachen Eigenanteil der Stadt Siegen an der Großmaßnahme stünden Gespräche mit der Kommunalaufsicht an. Siegen befinde sich im Nothaushalt. Ein Kreditdeckel müsse eingehalten werden. Ungeachtet zu tätigender Investitionen müsse eine Entschuldung da sein.Die SZ ist weiterhin an der Leser-Meinung in Sachen Siegplatte interessiert. Die Anschrift lautet: Siegener Zeitung, Obergraben 39, 57072 Siegen, Fax: (02 71) 5 94 02 39, Mail: si@siegener-zeitung.de.

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