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SZ-Gespräch mit Chefarzt Dr. Jörg Hinrichs
Zeitumstellung schlägt auf die Gesundheit

Rund ein Drittel der Deutschen klagt über Beschwerden im Zuge der Zeitumstellung.
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  • Rund ein Drittel der Deutschen klagt über Beschwerden im Zuge der Zeitumstellung.
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tile/sz Siegen. Aus medizinischer Sicht schadet die Zeitumstellung mehr als sie einen mutmaßlich energetischen Nutzen hat, sagt Dr. Jörg Hinrichs, Chefarzt der Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin des Kreisklinikums Siegen: „Morgens ist man früher wach und abends früher müde, aber man geht trotzdem eher zur gewohnten Uhrzeit ins Bett.“ Es kommt zur Unterbrechung bzw. Störung der Melatonin-Produktion, auch als „Schlafhormon“ bekannt, das den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers steuert, und damit zu einem...

tile/sz Siegen. Aus medizinischer Sicht schadet die Zeitumstellung mehr als sie einen mutmaßlich energetischen Nutzen hat, sagt Dr. Jörg Hinrichs, Chefarzt der Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin des Kreisklinikums Siegen: „Morgens ist man früher wach und abends früher müde, aber man geht trotzdem eher zur gewohnten Uhrzeit ins Bett.“ Es kommt zur Unterbrechung bzw. Störung der Melatonin-Produktion, auch als „Schlafhormon“ bekannt, das den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers steuert, und damit zu einem Schlafdefizit.

Dr. Jörg Hinrichs, Chefarzt der Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin des Kreisklinikums Siegen.
  • Dr. Jörg Hinrichs, Chefarzt der Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin des Kreisklinikums Siegen.
  • Foto: Kreisklinikum
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Schlafstörungen in der Phase der Zeitumstellung

Das wirkt sich bei der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit nicht ganz so negativ aus wie andersherum, weil der Körper ohnehin auf einen 25-Stunden-Rhythmus eingestellt ist und nicht auf die von der Sonne vorgegebenen 24-Stunden, erklärt der Arzt für Innere Medizin, Pneumologie, Allergologie und Notfallmedizin. Trotzdem: Bis zu 14 Tagen, manchmal sogar bis zu drei Wochen, braucht der Mensch, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.
Etwa 20 bis 25 Prozent der Menschen leiden unter Schlafstörungen; in der Phase der Zeitumstellung noch stärker als sonst. Bei ihnen wird zweimal häufiger eine Depression festgestellt als bei guten Schläfern. Außerdem erhöht permanentes Schlafdefizit durch schlechten Schlaf das Risiko, früher zu sterben.

"Tageslicht der beste Generator"

29 Prozent der Menschen weisen während der Zeitumstellung relevante gesundheitliche Beschwerden auf, das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der DAK-Gesundheit: Demnach fühlen sich 75 Prozent der Befragten schlapp. An zweiter Stelle der Beschwerden stehen mit 59 Prozent Einschlafprobleme und Schlafstörungen, unter denen Frauen mit 64 Prozent besonders häufig leiden. 37 Prozent können sich nach der Zeitumstellung schlechter konzentrieren, mehr als ein Viertel fühlt sich gereizt. Jeder Zehnte leidet gar unter depressiven Verstimmungen. Hierbei sind Frauen mit 11 Prozent häufiger betroffen als Männer (9 Prozent). Insgesamt 15 Prozent aller Erwerbstätigen kam laut Umfrage nach der Zeitumstellung schon einmal zu spät zur Arbeit.
„Tageslicht ist der beste Generator, die Melatonin-Produktion zu stoppen und somit das Eintreten der Müdigkeit zu verlangsamen. Für die Umstellung speziell von Sommer- auf Winterzeit empfiehlt sich, die Schlafphasen schon vorher täglich 15 Minuten nach vorne zu verlegen. Generell helfen viel natürliches Licht, Bewegung an der frischen Luft, beruhigender Tee und der Verzicht auf Coffein und Nikotin am Abend, den Rhythmus schneller zu regulieren.“

Rund ein Drittel der Deutschen klagt über Beschwerden im Zuge der Zeitumstellung.
Dr. Jörg Hinrichs, Chefarzt der Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin des Kreisklinikums Siegen.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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