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Prozess um Handel mit Drogen
Zeuge entlastet Angeklagten

Am 2. Oktober wird der Prozess um Handel mit Betäubungsmitteln vor dem Landgericht Siegen fortgesetzt.
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cs Siegen. Hat ein 26-Jähriger Handel mit Betäubungsmittel getrieben oder die Drogen lediglich zum Eigenbedarf in seiner Wohnung aufbewahrt? Vor der 1. großen Strafkammer des Siegener Landgerichts konnte diese Frage am Dienstag nicht abschließend geklärt werden. Die Aussagen eines 21-jährigen Zeugen, in dessen Auftrag der Angeklagte die Geschäfte laut Staatsanwaltschaft ausgeführt haben soll, dürften den Siegerländer allerdings entlastet haben.
Zeuge und der Angeklagte waren FreundeDer bereits rechtskräftig verurteilte Zeuge gab zu Protokoll, dass er den Angeklagten seit etwa Ende 2016 oder Anfang 2017 kenne. Anfang des Jahres 2017 sei bei ihm eine Krebserkrankung diagnostiziert worden. „Meine Chancen standen 50 zu 50.

cs Siegen.Hat ein 26-Jähriger Handel mit Betäubungsmittel getrieben oder die Drogen lediglich zum Eigenbedarf in seiner Wohnung aufbewahrt? Vor der 1. großen Strafkammer des Siegener Landgerichts konnte diese Frage am Dienstag nicht abschließend geklärt werden. Die Aussagen eines 21-jährigen Zeugen, in dessen Auftrag der Angeklagte die Geschäfte laut Staatsanwaltschaft ausgeführt haben soll, dürften den Siegerländer allerdings entlastet haben.

Zeuge und der Angeklagte waren Freunde

Der bereits rechtskräftig verurteilte Zeuge gab zu Protokoll, dass er den Angeklagten seit etwa Ende 2016 oder Anfang 2017 kenne. Anfang des Jahres 2017 sei bei ihm eine Krebserkrankung diagnostiziert worden. „Meine Chancen standen 50 zu 50. Da waren mir Gesetze nicht mehr so wichtig, es kam zu vielen Verfehlungen“, führte der inzwischen als geheilt geltende Siegerländer aus und schilderte, dass er in der Folge „viel mit Drogen herumexperimentiert“ habe. Zu dem 26-Jährigen habe er eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut, „am Anfang rauchten wir mal einen Joint zusammen, später stand er mir in der schweren Zeit bei“.  Er selbst habe Handel mit Betäubungsmittel getrieben und die Waren sowie Verpackungsmaterial beim Angeklagten gelagert. Zwei- bis dreimal im Monat habe er Haschisch oder Cannabis in Mengen von 50 bis 150 Gramm dort abgeliefert: „Das ging von 2017 bis Anfang 2018 so.“ Natürlich habe zwischen den beiden jungen Männern ein Arrangement bestanden, der Angeklagte habe im Gegenzug für die Lagerung von den Drogen konsumieren dürfen.

Ware "in eher kleinen Mengen" gekauft

Darüber hinaus habe der Angeklagte Ware bei ihm gekauft, so der 21-Jährige weiter, „aber in eher kleinen Mengen, die eher nicht für den Handel gedacht waren“. Er schätze, dass der Angeklagte etwa fünf bis zwölf Gramm Cannabis pro Tag konsumiert habe. Zur Erinnerung: Zum Prozessauftakt gab der 26-Jährige zu Protokoll, täglich etwa zwei bis fünf Gramm „verbraucht“ zu haben – eine Angabe, die untermauern sollte, dass er die Drogen ausschließlich für eigene Zwecke benötigte.

Viele Fragen blieben unbeantwortet

Ansonsten blieben viele Fragen von Richterin Elfriede Dreisbach unbeantwortet. Der Zeuge gab an, aufgrund seiner Erkrankung „psychisch nicht auf der Höhe“ gewesen zu sein und jeden Tag „wirklich harte Drogen“ genommen zu haben. An diverse Whatsapp-Chatverläufe zwischen ihm, dem Angeklagten und einer dritten Person hatte der junge Mann keinerlei oder nur schwammige Erinnerungen. „Die LSA-Sache war eher meine Schiene“, sagte er etwa auf die Frage, ob ihm bekannt sei, dass solche Stoffe in geringer Menge bei der Wohnungsdurchsuchung beim Angeklagten entdeckt wurden. Die Vorwürfe, die den Umgang bzw. die Herstellung LSA-ähnlicher Stoffe betreffen, ließ die Kammer am Dienstag fallen. Zu Beginn des Prozesses hatte eine Chemikerin des LKA als Sachverständige ausgesagt, dass die gefährlichen Substanzen lediglich in ganz geringer Menge in der Wohnung des Angeklagten vorhanden waren.

Vom Vater oft verprügelt

Einige Angaben zu seiner Biographie holte der 26-Jährige am Dienstag nach: Nach einer eher schwierigen Kindheit und Jugend – mit 16 Jahren sei er aus dem Elternhaus ausgezogen, der Vater habe ihn und seinen Bruder mehrfach verprügelt – und erfolgreichem Besuch von Haupt- und Berufsschule habe er sich in verschiedenen Jobs und Berufen probiert. Mittlerweile lebe er mit seiner Freundin in Kreuztal, habe einen festen Arbeitsvertrag und warte hinsichtlich einer Entgiftung auf die Zusage des Kostenträgers. „Ich strebe eine Langzeittherapie an, ich möchte nicht mehr wegen so einem Quatsch hier sitzen.“

Prozess wird am 2. Oktober fortgesetzt

Am Ende der Verhandlung wies Staatsanwältin Tabea Schneider drauf hin, dass die Polizei zwischenzeitlich weitere Mobiltelefone und Chatverläufe ausgewertet habe, „die auf BTM-Handel durch den Angeklagten hindeuten könnten“. Diese sollen nun Gegenstand des nächsten Verhandlungstages am Mittwoch, 2. Oktober, ab 13 Uhr sein.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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